Lokalsport: Laurenz Thissen lockt Rekordmann an

Lokalsport: Laurenz Thissen lockt Rekordmann an

Bei der 16. Auflage des Kevelaer-Marathon stellt der Düsseldorfer Nikki Johnstone in 2:31,53 Stunden eine Bestzeit auf. Der Sieger folgt einer launigen Einladung des bekannten Moderators aus Weeze. Geglückte Staffellauf-Premiere.

Ganz gleich, wo sich Laurenz Thissen gerade aufhält - er vergisst niemals den heimischen Niederrhein. Das hat mitunter Folgen. Anfang Dezember moderierte der Sprecher aus Weeze, der in der Langlauf-Szene bekannt ist wie ein bunter Hund, den Siebengebirgs-Marathon in Bad Honnef. Und hatte einige launige Worte für Nikki Johnstone auf Lager, als dieser als Zweiter das Ziel im Halbmarathon erreichte. "Laurenz hat mir damals zugerufen, dass ich unbedingt nach Kevelaer kommen soll", sagte der Langstreckler aus Düsseldorf, der für den dortigen ART startet.

Gastgeber LLG Kevelaer freut sich über eine Rekordbeteiligung - hier der Pulk kurz nach dem Startschuss. Foto: Gottfried Evers

Und der 33-jährige Langstreckler ließ sich nicht zweimal bitten. Johnstone: "Ich habe nächste Woche Geburtstag und überlegt, dass ich mir vielleicht ein vorzeitiges Geschenk machen kann." Dieser Plan ist aufgegangen. Der drahtige Sport- und Englischlehrer an einer internationalen Schule in Neuss entschied gestern die 16. Auflage des Kevelaer-Marathon für sich. Dabei pulverisierte er in der ausgezeichneten Zeit von 2:31,53 Stunden geradezu den alten Streckenrekord (2:36,31), den Maciek Mierczko vom VfB Erftstadt vor drei Jahren aufgestellt hatte - damit strich Johnstone neben dem Pokal auch noch eine Sonderprämie von 250 Euro ein. Fast hätte der Marathonmann aus der Landeshauptstadt sogar eine persönliche Bestzeit aufgestellt. Der Sieger hatte sich für den Lauf rund um Twisteden, in dem die Sportlerinnen und Sportler sieben Mal einen sechs Kilometer langen Kurs bewältigen müssen, ehe es 195 Meter Richtung DJK-Sportplatz am Hartjesweg obendrauf gibt, eine spezielle Taktik zurechtgelegt.

"Der Modus hat mir geholfen. Sieben Runden hören sich nämlich kürzer an, als wenn man volle 42 Kilometer vor der Brust hat. Die ersten sechs Runden waren schnell vorbei. Und dann wollte ich noch einmal Gas geben", verriet der Düsseldorfer nach der Zielankunft. Die Verfolger blieben etwas auf der Strecke - im wahrsten Sinne des Wortes. Mehr als eine Viertelstunde später durfte sich der Niederländer Ralph Steeg von den Zuschauern als Zweiter feiern lassen - er benötigte 2:48,43 Stunden. Ähnlich könnte es auch im nächsten Jahr aussehen. "Ich komme gerne wieder", kündigte Johnstone nach seinem geglückten Debüt an.

Über eine erfolgreiche Premiere durfte sich auch die Langlauf-Gemeinschaft (LLG) Kevelaer als Gastgeber freuen. Erstmals hatten die Organisatoren einen Staffelwettbewerb ins Programm aufgenommen - ein Experiment, das einfach nur als geglückt bezeichnet werden kann. Bis zu sieben Läuferinnen und Läufer konnten sich die Strecke aufteilen. "Damit wollten wir noch mehr Sportler aus der näheren Umgebung erreichen. Das hat funktioniert", freute sich Peter Wasser vom Kevelaerer Organisatoren-Team. Der Gastgeber zählte exakt 119 Staffelläufer, die im Verbund mit den knapp 400 "Marathonis" für eine Rekordbeteiligung sorgten. Am Ende hatte eine Zweier-Mannschaft die Nase vorn. Heinz van Dongen vom TSV Weeze und sein Kumpel Christoph Schulte-Werflinghof vom GSV Geldern machten gekonnt gemeinsame Sache und bewältigten die 42,195 Kilometer in 2:39,13 Stunden.

Van Dongen hatte sogar doppelten Grund zur Freude. Der Weezer drückte nämlich erfolgreich seiner Freundin die Daumen. Carolin Joeken vom VfL Merkur Kleve war mit Abstand schnellste Frau im Teilnehmerfeld. Sie entschied den Wettbewerb in 3:00,46 Stunden für sich und staunte im Ziel nicht schlecht über ihre starke Leistung. "Dafür, dass ich mich erst am Dienstag für den Lauf entschieden habe, bin ich positiv überrascht. Besser hätte das neue Jahr nicht starten können. Das gibt viel Motivation für die nächsten Wettbewerbe", erzählte die Kleverin, die erst im Oktober in Frankfurt ihren ersten Marathon absolviert hatte.

Und dann gab's da ja noch dieses mit Spannung erwartete Privatduell. Frank Heyer, Andreas Aengenheyster, Sophia Küsters und Sven Schmitz hatten sich wochenlang vorbereitet, um als Staffel "Vier gegen Jupp" ihren Freund Josef "Jupp" Schmitz auf Distanz halten zu können. Der Trainingsfleiß hat sich gelohnt. Das Quartett aus Kevelaer benötigte gerade einmal 3:33,35 Stunden und belegte damit Platz fünf in der Staffelwertung. Im Ziel musste der alte Marathon-Hase vom Lauf- und Walking-Treff Kevelaer seinem sportlichen Freundeskreis gratulieren. Josef Peters, der erstmals in der Altersklasse "M 60" startete, bewältigte die Strecke in respektablen 3:41,08 Stunden. Doch das reichte für "Jupp" eben nicht ganz, um seine vier Widersacher in die Schranken zu weisen.

(RP)