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Polizei im Kreis Kleve stellt die Kriminalitätsstatistik 2018 vor

Kriminalitätsstatistik 2018 für den Kreis Kleve : Weniger Kriminalität – mehr Aufklärung

Im Bereich der häuslichen Gewalt und bei Autodiebstählen steigen die Fallzahlen, unterm Strich war die Kriminalität im Kreis aber seit mindestens 20 Jahren nie geringer. Kreispolizei veröffentlicht Zahlen für 2018.

Dass die Polizei bei der Aufklärung von Straftaten naturgemäß immer hinterher hinkt, heißt nicht, dass die Behörde in diesem Bereich nicht erfolgreich sein könnte: Mehr Delikte als früher werden im Kreis Kleve aufgeklärt. Seit Beginn der elektronischen Erfassung - ein Zeitraum von 20 Jahren - ist die Polizei immer öfter erfolgreich. Zugleich ist die Gesamtzahl der Straftaten rückläufig - 20.042 Taten waren es 2019, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Das berichtete die Führung der Kreis Klever Polizei am Freitag in ihrer Kriminalstatistik gerne. Dass es in einigen Bereichen steigende Fallzahlen gibt, gehört zur Wahrheit dazu. Landrat Wolfgang Spreen als Behördenleiter möchte den Bürgern aber vor allem vermitteln, dass sie im Kreis Kleve sicherer leben als die Menschen in anderen Teilen des Landes.

Bei der alljährlichen Präsentation der Kriminalstatistik saßen mit Spreen am Tisch Abteilungsleiter Günter Lange, der Chef der  Direktion Kriminalität, Alexander Rose, Christoph Benning vom Leitungsstab und als Pressesprecher Ingo Schankweiler (in diese Funktion zurückgekehrt) und Corinna Saccaro. Die Erläuterungen zur Powerpoint-Präsentation übernahm Alexander Rose. Einleitend stellte er fest, dass natürlich auch die Prävention eine große Rolle spiele, wenn es bei der Statistik auch nur um den Blick zurück gehe.

Der Landrat ermunterte die Bürger, die Arbeit der Beamten zu unterstützen und im Bedarfsfall lieber einmal zu viel als einmal zu wenig die „110“ zu wählen.

Das Risiko, im Kreis Kleve Opfer einer Gewalttat zu werden, ist relativ gering und ist in den vergangenen Jahren noch leicht gesunken. Mord und Totschlag (ein versuchter) kamen im vergangenen Jahr kreisweit überhaupt nicht vor, gefährliche Körperverletzung, Geiselnahme oder Vergewaltigung wurden insgesamt 568 Mal festgestellt, im Land NRW insgesamt 45.300 Mal. Aussagefähiger ist die Häufigkeitszahl (HZ) - wie häufig ist das Delikt pro 100.000 Einwohner?

Während die HZ im Bereich der Gewalt im Kreis Kleve bei 182 liegt, verzeichnet das Land im Schnitt 253 Fälle. Zugenommen haben im Bereich der Gewalt übrigens die Fälle häuslicher Gewalt und allgemein gegen die sexuelle Selbstbestimmung. 78,8 Prozent dieser Straftaten wurden aufgeklärt, landesweit waren es 75 Prozent. Leicht zurück ging die Anzahl der Delikte auch im Bereich der Körperverletzung (1688 Fälle gegenüber 1633 und 1740 in den Vorjahren). Noch deutlicher sanken die Fälle von Straßenkriminalität, wozu etwa Handtaschenraub, schwere sexuelle Nötigung oder Vergewaltigung, Erpressung oder Kfz-Diebstahl gehören.

Gestohlene Autos gab’s im Kreis im vergangenen Jahr besonders viele: 203, was schwerpunktmäßig mit dem Phänomen „Keyless Go“ zu tun hat: Straftäter „verlängern“ die Funksignale zwischen Schlüssel und Auto und können die Fahrzeuge so gewaltlos öffnen und davon fahren. Praxistauglicher Tipp der Polizei: die Schlüssel nicht zu nahe an der Haustür aufbewahren und am besten in ein metallenes Kästchen legen. Immerhin 22,2 Prozent der Diebstähle wurden aufgeklärt, etwas weniger als im Landesdurchschnitt. Das liege auch an der Grenznähe - von Goch oder Straelen aus sind die Täter schnell im Ausland.

Die Pendler-Region Kreis Kleve kennt auch nach wie vor den Fahrradklau: 1527 Mal meldete ein Besitzer sein Rad als gestohlen, aufgeklärt wurden gerade mal 6,4 Prozent der Fälle. Häufig wurde das Rad am Bahnhof entwendet.

Noch weniger Chancen hatte die Polizei  beim Taschendiebstahl: In gerade mal 2,9 Prozent der 138 Fälle konnte ein Dieb überführt werden. Deutlich zurück gingen die Wohnungseinbrüche: 500 gegenüber 769 vor zwei Jahren wurden zur Anzeige gebracht.

Und in diesem Bereich ist die Kreis Klever Kriminalpolizei sehr erfolgreich: Die Aufklärungsquote betrug 28,4 Prozent. „Das liegt daran, dass wir hier einen Behördenschwerpunkt formuliert haben“, erklärt Rose, also besonders viel Personal mit diesem Thema befasst ist. Abteilungsleiter Lange betont, dass immer wieder neu zu entscheiden ist, wie vorhandene Ressourcen eingesetzt werden.