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USK-Chef Karsten Koppetsch will Gelbe Tonne in Kleve einführen

Müllentsorgung : USK-Chef: Zeit ist reif für die Gelbe Tonne

Karsten Koppetsch, der Leiter der Klever Umweltbetriebe, findet, dass die gelben Wertstoffsäcke abgeschafft werden sollten. Doch zunächst werden die Säcke erstmal dicker.

Der Chef der Klever Umweltbetriebe (USK) sieht einen Zeitenwechsel anbrechen. „Die Zeit ist reif, in Kleve die Gelbe Tonne einzuführen. Die Akzeptanz bei den Bürgern ist inzwischen da“, sagt Karsten Koppetsch. Falls er sich mit seiner Forderung durchsetzen kann, wäre die Schwanenstadt die letzte Kommune im Kreis Kleve, die die Gelbe Tonne einführt. Überall anders haben die gelben Wertstoffsäcke längst ausgedient oder sie werden parallel zur Tonne genutzt.

 Anne Fuchs (Offene Klever) hatte mit ihrer Anfrage an den Rat der Stadt Kleve die Debatte ausgelöst: Ihr sei aufgefallen, dass die neuen gelben Säcke ausgesprochen schnell reißen. Ob etwa die Wandstärke der Plastikhüllen nochmals dünner geworden seien, fragte sie. Zugleich verwies die Kommunalpolitikerin auf die unschönen Bilder bei den Abfuhren in der vergangenen Woche, als der Wind die Säcke wegfegte, die aufplatzten und ein unschönes Müllbild auf den Straßen der Stadt hinterließen.

Kämmerer Haas bestätigte indirekt, dass die Plastiksäcke für den Plastikmüll wohl zu dünn ausgefallen waren. „Die neuen Säcke sollen wieder dicker sein“, sagte er vor dem Rat. Es seien in diesem Fall also Säcke einer älteren Ausführung gewesen. Haas empfahl, um das Aufreißen der Säcke zu verhindern, diese erst am Morgen an die Straße zu legen oder sie so stellen, dass sie nicht vom Wind weggeweht werden können. „Angelehnt an einen Baum oder zusammengebunden“, empfahl der Kämmerer.

Für USK-Chef Karsten Koppetsch ist das keine ideale Lösung. Zu oft haben seine Mitarbeiter Müll, der aus den gelben Säcken ausgetreten und bei Wind quer über die Straße geflogen ist, einsammeln müssen. „Das ist wirklich kein schönes Bild und für unsere Mitarbeiter auch nicht gerade angenehm“, sagt er. Zumindest hegt er die Hoffnung, dass die Säcke durch die höhere Materialstärke nun stabiler werden und der Müll in den Säcken bleibt. „Ich gehe davon aus, dass sich das Problem bessert“, sagt der USK-Chef.

Er hat jedoch festgestellt, dass die Bürger den gelben Sack ziemlich satt haben. „Bei den Klevern hat ein Umdenken stattgefunden. Es gibt inzwischen eine hohe Akzeptanz für die Gelbe Tonne“, sagt Koppetsch. Allein zwei Argumente sprechen aus seiner Sicht gegen die Einführung der gelben Tonne. „Manche Bürger sagen, dass sie durch die gelben Säcke quasi ein unbegrenztes Müllvolumen haben und eine Tonne vielleicht schnell überquellen könnte. Die Anzahl der Säcke, die man herausstellen darf, ist hingegen ja nicht begrenzt. Ein weiteres Argument ist, dass nicht jeder den Platz hat, um eine Gelbe Tonne abzustellen“, sagt er.

Mittlerweile würden jedoch mehr Bürger die Vorteile einer Gelben Tonne sehen. Eine Millionen gelbe Wertstoffsäcke werden in Kleve jedes Jahr an die Bürger ausgegeben. Allein das ist schon eine erhebliche Menge an Plastik.

Koppetsch kann sich verschiedene Modelle vorstellen. „Man kann auch beide Systeme parallel laufen lassen“, sagt er. Das wird auch in anderen Kommunen des Kreises, etwa in Kranenburg, so praktiziert. „Die Bürger könnten sich die Gelben Tonnen auch selbst beschaffen, und wir fahren dann ab“, sagt Koppetsch. Eine große Umstellung für die USK wäre die Einführung der Gelben Tonne jedenfalls nicht, betont der USK-Leiter. „Wir benutzen heute schon Fahrzeuge, die gelbe Säcke einladen können und gleichzeitig auch eine Vorrichtung für die Gelben Tonnen haben“, sagt Koppetsch.

Für ihn steht fest, dass die Gelbe Tonne mehr Vor- als Nachteile hat. „Man sollte jetzt wirklich sagen: ,Wir machen das!’“, findet Koppetsch. Allzuviel Zeit bleibe nicht mehr, um die Umstellung zu beschließen. „Ich muss bald dem Verwaltungsrat mitteilen, wie wir künftig entsorgen wollen.“ Spätestens bis zum Sommer müsse das Thema geklärt sein, weil dann entsprechende Entsorgungsverträge abgeschlossen sein müssten. Koppetsch: „Jetzt ist die Politik gefragt. Sie sollte den Bürgerwillen aufgreifen, sich für das Thema stark machen und am Ende auch beschließen.“