mini-art macht integratives Theater

Mini-art : Theater selbstgemacht

Die „Bürgerbühne integrativ“ sucht Teilnehmer für das Theaterprojekt „Zeit-Los“. Die Hälfte der Plätze ist noch unbelegt.

Wie viel Zeit haben wir? Wo bleiben wir selbst in unserem eng getakteten Leben? Können wir die Zeit festhalten, auf irgendeine Weise fassen? Und welche Werte stehen über der Zeit, sind zeitlos, allgemeingültig?

Mit diesen Fragestellungen setzt sich die „Bürgerbühne integrativ“ in ihrem neuen Theaterprojekt auseinander. Dabei kommt es keinesfalls auf richtige Antworten an, diese gibt es gar nicht. „Man muss sich die Arbeit vorstellen wie ein Puzzle“, sagt Crischa Ohler vom Theater mini-art. Ausgehend von der Fragestellung werden in einem gemeinsamen künstlerischen Prozess immer wieder assoziativ neue Aufgaben und Ergebnisse entwickelt.

„Ist die Gruppe da, so ist auch das Stück da“, sagt Sjef van der Linden, der mit Ohler das Projekt leitet. Es gibt kein fertiges Stück, das nur noch von einer Theatergruppe eingeübt werden müsste. Stattdessen wird die Gruppe frei das Thema entwickeln, das Stück proben und am Ende mehrmals vor Publikum aufführen.

Alle Menschen ab 16 Jahren können an dem Theaterprojekt der sozialen und kulturellen Inklusion teilnehmen, das zum fünften Mal nach vier erfolgreichen Projekten seit 2011 startet. Es werden alle Bürger aus der Region angesprochen, besonders auch Bewohner der LVR-Klinik und Außenwohngruppen, Mitarbeiter der Klinik und Menschen mit Migrations- und Fluchthintergrund. „Bei unserem letzten Projekt „Unterwegs“ waren auch zwei Geflüchtete in der Gruppe dabei, das war eine tolle Erfahrung, die wir uns dieses Jahr natürlich wieder wünschen würden“, sagt Ohler.

Es werden keine bestimmten Theatererfahrungen vorausgesetzt. Man sollte lediglich Neugierde, Motivation und Eigenverantwortung mitbringen. „Es kommt auf die Bereitschaft für gemeinsame Arbeit in der Gruppe an und die Lust, neue Menschen kennenzulernen“, sagt Ohler. Am Samstag, 7. Juli von 10 bis 16 Uhr wird es einen Schnuppertermin für alle Interessierten im Theater mini-Art in Bedburg-Hau, Brückenweg 5, geben. Danach trifft sich die Gruppe ab Freitag, dem 31. August ungefähr alle drei Wochen freitagabends und samstagmittags. Im Mai 2019 werden die Premiere und weitere Spieltermine stattfinden. Erstmals bittet die Projektleitung um eine Teilnahmegebühr von 100 Euro für neun Monate Theaterarbeit. Über Erlass, Ratenzahlung oder Ermäßigung lässt sich jedoch reden.

Gaby Brandenburg aus Bedburg-Hau möchte dieses Mal unbedingt zum dritten Mal mitmachen. „Meinen Platz in der Gruppe würde ich nur ungerne aufgeben“, sagt sie. Sie weiß die Arbeit besonders zu schätzen: „Man findet durch die Fragestellungen in Gruppen- und Einzelarbeit zu sich selbst und wird gleichzeitig Teil der Gruppe.“ Auch persönlich stellt das Theaterprojekt eine besondere Erfahrung für sie dar. Es half ihr, Ressentiments aus ihrer Kindheit und Jugend, als ihre Familie in der Klinik arbeitete und sie auf dem Gelände wohnte, abzubauen.

Zehn von zwanzig freien Plätzen in der Gruppe sind noch unbelegt, bei Interesse einfach beim Theater mini-art telefonisch 02821 811570 oder per E-Mail info@mini-art melden und beim Schnuppertermin vorbeischauen.