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Kleve: Essener Engelsstatue von Ewald Mataré braucht neuen Arm

Klever Museum Kurhaus könnte helfen : Mataré-Engel braucht neuen Arm

Das Museum Kurhaus besitzt die Bronzeskulptur des Mataré-Engels, der vergoldete Zwilling steht auf dem Bischofshaus in Essen. Der Essener Engel verlor bei einem Sturm seinen Arm. Kleve kann helfen, den Arm zu ersetzen.

Vom lang gestreckten Arm mit dem spitz erhobenen Zeigefinger blieb nur ein Stumpf: Der goldene Engel auf dem Essener Bischofshaus hat seinen Arm verloren, vermutlich durch eine Sturmböe, vermutet man in Essen. Es ist der Engel, den der Düsseldorfer Bildhauer Ewald Mataré für den Münsterschatz des Bistums schuf. Vergoldet in der Sonne glänzend steht er hoch oben auf dem Giebel des Hauses und mahnt und weist gleichzeitig gen Himmel. In der anderen Hand hält der schlanke Engel  eine Miniatur des in den 1950er Jahren gebauten Hauses, das das Pfarramt und Münsterschatz aufnehmen sollte. Der Probeguss für diesen goldenen Engel, also sein bronzener Zwilling, gehört zu den Vorzeige-Werken der Sammlung des Klever Museums Kurhaus und steht zentral in der Mataré-Präsentation. Das Kurhaus verwaltet den Nachlass des in Aachen geborenen Bildhauers und trägt seinen Namen im Untertitel.

Ziert der Mataré-Engel heute das Portal des Bischofshauses des 1958 gegründeten Bistums Essen, hatten seine Auftraggeber bei seiner Installation Mitte der 1950er Jahre zunächst eine andere Bedeutung im Sinn, erklärt Andrea Wegener, Leiterin der Essener Domschatzkammer. „Eigentlich war das heutige Bischofshaus nach dem Krieg als gemeinsames Pfarrhaus und Haus für die Schatzkammer geplant worden“, so Wegener in einem Bericht des Bistums. Mit seinem erhobenen Zeigefinger verweise der goldene Engel daher „auf das Kostbare, das im Haus verwahrt wird, und ermahnt uns, gut darauf aufzupassen“, so Wegener. Kurz nach der Fertigstellung des Hauses seien dann jedoch die Pläne für das Ruhrbistum konkret geworden – damit wurde aus dem Pfarrhaus ein Bischofshaus, die Schatzkammer zog in das Gebäude um die Ecke und der Engel wacht nun über die Ruhrbischöfe. Das ist natürlich eine besonders ehrenvolle Aufgabe für den Engel. Zwar ließ das Bistum sofort nach dem vermutlich heruntergestürzten Bronzeteil suchen – allein, es blieb unauffindbar.

Also fragte Wegener in Kleve nach, wohl wissend, dass hier der Nachlass des Künstlers liegt und man sich mit Mataré auskennt. Mit dem Gips, nachdem die Figuren gegossen wurden, ließe sich der Arm rekonstruieren und neu gießen. Das Museum verwies an Kleves langjährigen Museumsdirektor Guido de Werd im Ruhestand, der Ende der 1980er Jahre die Mataré-Tochter Sonja für Kleve gewinnen konnte. Erste Kontakte waren nach dem Fund des gefallenen Kriegers zustande gekommen, den Mataré in den 1930er Jahren für das Ehrenmal in Kleve schuf und den die Nazis als wehrzersetzend entfernten. Die vergruben das Kunstwerk, das dann in den 1970er Jahren auf dem Gelände der Stadtwerke gefunden wurde. Der Krieger wurde vor der Klever Stiftskirche aufgebahrt. Sonja Mataré blieb bis zu ihrem Tod dem Klever Museum Kurhaus eng verbunden und war Ehrenmitglied im Freundeskreis der Klever Museen.

De Werd arbeitet derzeit auch den Nachlass auf und hofft den Gips zu finden, nach dem die Figuren bei der Gießerei Lotito in Köln gegossen wurden, wie sich de Werd aus Gesprächen mit Sonja Mataré erinnert.  Dass der Arm sich gelöst habe und stumpf abbrach, liege an der Machart dieser Figuren. „Ein so weit ausgestreckter Arm wird angesetzt, da kann es dann zu einem Bruch kommen“, sagt er - und verweist auf die Kreuzigungsgruppe, die Mataré für Wittlaer geschaffen hat und die auch angesetzte Figurenteile hat.

De Werd ist zuversichtlich, dass man die Essener Skulptur wieder vervollständigen kann. Selbst wenn der Gips nicht mehr vorhanden sei, könne vom Arm der Klever Figur einen Abguss machen, nach dem dann für Essen ein neuer Arm geschaffen wird. Damit wäre dann die Figur auf dem Bischofshaus wieder vollständig.