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Bedburg-Hau: Erste Hilfe im Pfarrheim

Bedburg-Hau : Erste Hilfe im Pfarrheim

Die Pfarrgemeinde St. Antonius und die Caritas wollen in Bedburg-Hau die Anlaufstelle "Fair-teiler" für Menschen etablieren, die Lebensmittel oder Hilfe bei Behördengängen brauchen. Dafür werden Freiwillige gesucht.

Der Name ist schon da, nun fehlen noch die Menschen, die ihn mit Leben füllen. "Fair-teiler" soll die Anlaufstelle der Kirchengemeinde St. Antonius, der Caritas und der KAB im Pfarrheim heißen für Menschen, denen es an Lebensmitteln mangelt oder die Hilfe im Alltag brauchen, zum Beispiel bei Behördengängen.

Um dieses Angebot zu stemmen, braucht "Fair-teiler" noch ehrenamtliche Helfer. Interessierte können zum Beispiel zum Info-Treffen kommen, das am Mittwoch, 20. Januar, im Pfarrheim St. Markus in Schneppenbaum stattfindet.

Weißer Fleck im Kreis Kleve

Christiane Kreienkamp, Pastoralreferentin der Pfarrgemeinde, begründet die Notwendigkeit der Anlaufstelle: "Täglich kommen Menschen zu uns ins Pfarrheim, die Hilfe brauchen, die wir so nicht leisten können. Die Frage ist: Wohin wenden die sich?" Dafür solle nun die Anlaufstelle "Fair-teiler" zuständig sein, die im Pfarrheim eingerichtet wird. "Neben Kranenburg ist Bedburg-Hau bisher ein weißer Fleck im Kreis Kleve, was das betrifft", sagt Norbert Gerding vom Caritasverband Kleve und verweist auf Angebote zum Beispiel in Kleve und Uedem. "Es ist absehbar, dass der Bedarf in Bedburg-Hau zunehmen wird", sagt Klaus Schwering von der Pfarrgemeinde.

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Für die Lebensmittelhilfe wollen die Träger der Anlaufstelle das Prinzip der "Tafeln" übernehmen. Das heißt, sie fragen Händler, ob sie Lebensmittel haben können, die kurz vorm Ablaufdatum stehen. "Wir haben schon einige positive Rückmeldungen bekommen", sagt Christiane Kreienkamp. Zudem sollen Aktionen weitere Lebensmittel bringen. So haben die Sternsinger Süßigkeiten gespendet, die sie in den vergangenen Tagen gesammelt haben.

Lebensmittel sollen allerdings nur Menschen bekommen, die sie wirklich brauchen, sagt Christiane Kreienkamp. Also zum Beispiel Menschen, die Hartz IV beziehen. Wo genau "Fair-teiler" die Grenze setzt, ist noch nicht geklärt. Die Alltagsberatung soll hingegen jeder in Anspruch nehmen können. Dazu gehören neben Behördengangen das Ausfüllen von Formularen, Probleme bei Rechnungen, Vermittlung zu Fachberatungsstellen, wenn Menschen mit Alkoholproblem kommen oder hohe Schulden haben. Gesucht werden für die Anlaufstelle Ehrenamtler für verschiedene Aufgaben: Unter anderem Freiwillige, die Lebensmittel sortieren und abholen, die Gesprächspartner für Menschen in Not sein wollen, die Vorkenntnisse haben beim Ausfüllen von Formularen. "Ein pensionierter Steuerberater wäre zum Beispiel nicht schlecht", sagt Klaus Schwering.

(RP)