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Kleve: Daisy ließ Polarfüchse kalt

Kleve : Daisy ließ Polarfüchse kalt

Das Schnee-Tief blieb im Kleverland harmlos. Für die Bewohner des Klever Tiergarten ist der Winter kein Problem. Sie haben ein dickes Fell und genug Futter. Nur die Erdmännchen und Zebramangusten brauchen eine Wärmelampe.

Während sich die Menschen am Wochenende vor dem glücklicherweise eher "harmlosen" Schnee-Tief Daisy in ihren Häusern verkrochen, werden die Polarfüchse im Klever Tiergarten nur müde gegähnt und gedacht haben: "Wann wird es eigentlich richtig Winter?"

Die Füchse haben ein dickes Winterfell. "Deshalb sind die niedrigen Temperaturen für sie überhaupt kein Problem", sagt Tiergartenleiter Dietmar Cornelissen. Und das ist ein Satz, den er während des Rundgangs über die meisten Tiere sagt.

Die Ziegen, Esel, Kängurus, Schafe, Füchse, Kamele und Schweine aus aller Herren Länder — sie sind gut gegen die niedrigen Temperaturen gewappnet. Auch wenn sich viele von ihnen nicht so häufig im Freien aufhalten wie im Sommer und sich weniger bewegen, um Energie zu sparen. Nachts liegen sie eng beieinander im Stroh. In Verbindung mit dem Kot sei das wie eine Fußbodenheizung", sagt Cornelissen.

Deshalb müssen die Ställe auch nicht beheizt werden. Nur die Erdmännchen und die Zebramangusten aus Afrika kommen im Winter kaum nach draußen und bleiben drinnen unter ihren Wärmelampen liegen. Wenn sich dann doch ein Tier ernsthaft erkältet, hilft der Tierarzt. Das aber kommt selten vor, sagt Cornelissen. Gestreut werden die Tiergehege gegen Schnee und Eis nicht. Das sei zu aufwändig, zudem sei ja in Streusalz nicht bloß Streusalz.

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Umstellung für die Pfleger

Der Winter ist eher eine Umstellung für die Mitarbeiter und Besucher des Tiergarten. Die Arbeit verlagert sich vom Freien mehr in den Stall, weil die Tiere sich im Winter dort länger aufhalten. Die Pfleger müssen mehr Futter transportieren, weil die Tiere im Winter mehr Energie brauchen, um ihre Körpertemperatur zu halten. Außerdem bringen weniger Besucher auch weniger Futter mit, und frisches Gras finden die Tiere zu dieser Jahreszeit auch kaum auf der Wiese. Sind die Transportwege eingeschneit, haben es die Mitarbeiter nicht immer leicht mit den Schubkarren. Auch die Wege werden wegen des Aufwands nicht gestreut. Zudem müssen sie darauf achten, dass das Trinkwasser der Tiere nicht einfriert. Deshalb wechseln sie es mehrmals täglich. Zusätzlich tropft der Wasserhahn über den Trinkwasserbecken immer — so bleibt die Wasseroberfläche in Bewegung und die Leitungen frieren nicht ein.

Die Seehundfütterung

Besucher müssen sich auf Einschränkungen bei der Seehundfütterung einstellen. Weil die Pfleger leicht auf den glatten Steinen ausrutschen können, werfen sie den Fisch den Seehunden nicht so spektakulär zu wie im Sommer. Den Seehunden selbst macht die Kälte nichts aus. Und weil sie immer in Bewegung sind, friert das Wasser im Becken auch niemals ein.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kleves Tiere im Schnee

(RP)