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Kreis Kleve: Drei ausgezeichnete Partnerschaften

Kreis Kleve : Drei ausgezeichnete Partnerschaften

Zum zweiten Mal Hochschulpreis beim Forum Kreis Kleve verliehen. 300 Teilnehmer in der Versteigerungshalle der Veiling Rhein-Maas in Herongen. Eine noch engere Vernetzung von Forschung und Firmen wird für die Zukunft erhofft.

Die Resonanz auf die siebte Auflage vom Forum Kreis Kleve stimmte Wolfgang Spreen hoffnungsfroh. "Wir hatten mehr als 300 Anmeldungen", sagte der Kreis Klever Landrat, als er die Veranstaltung im Versteigerungssaal der Veiling Rhein-Maas in Straelen-Herongen eröffnete. Das zeige den immer enger werdenden Schulterschluss zwischen Stadtmarketing-Experten, Werbering-Verantwortlichen und sonstigen an wirtschaftlichen Fragen Interessierten.

 Landrat Wolfgang Spreen (ganz rechts) verlieh beim Forum Kreis Kleve zum zweiten Mal den Hochschulpreis an drei Unternehmen.
Landrat Wolfgang Spreen (ganz rechts) verlieh beim Forum Kreis Kleve zum zweiten Mal den Hochschulpreis an drei Unternehmen. Foto: Gerhard Seybert

Das Treffen bot zudem Gelegenheit, die wachsende Vernetzung zwischen Forschern und Unternehmern zu würdigen mit der Verleihung des zweiten Hochschulpreises der Wirtschaftsförderung Kreis Kleve. Aus neun Bewerbungen hatte die Jury zu wählen. Drei Preisträger zeichnete Landrat Spreen aus. Er würdigte sie als Beispiele für eine vorbildliche Zusammenarbeit zwischen regionaler Wirtschaft und der Hochschule Rhein-Waal (HRW).

Als erste Preisträger bat Spreen die Vertreter der KHS GmbH Kleve, der Kisters-Stiftung und des zdi-Zentrums an der HRW auf die Bühne. Sie sind die Partner beim Projekt SPS (speicherprogrammierbare Steuerung), das, so Spreen, "jungen Leuten Spaß an Technik" vermittle. Ein Umstand, der gerade beim herrschenden Fachkräftemangel in technischen Berufen bedeutend ist. Schüler erhalten bei dem Projekt Gelegenheit, Maschinen zu entwerfen und zu bauen.

Als "klein und innovativ" beschrieb Spreen die Luxerna LED Lighting GmbH, die gemeinsam mit dem HRW-Lehrstuhl für angewandte Elektronik einen weiteren Hochschulpreis erhielt. Sie sind gerade dabei, eine Lösung für eine Notbeleuchtung zu entwickeln.

Hochschulpreis Nummer drei ging an die Zuckerrübenfabrik Pfeifer und Langen aus Kalkar-Appeldorn und den HRW-Lehrstuhl Agribusiness. Sie arbeiten beim Studierenden-Projekt "Vermarktung von Reststoffen aus der Zuckerherstellung" zusammen. Ihnen gelang es unter anderem, Transportkosten zu senken und neues Material zum Einspeisen in Biogasanlagen zu gewinnen.

Auf alle Preisträger prasselte der Applaus der Zuhörer nieder. Für die drei HRW-Abteilungen gab es jeweils 5000 Euro, gesponsert von den Volksbanken und Sparkassen im Kreis Kleve. Die ausgezeichneten Unternehmer wurden mit einem Originalbild von Wilhelm Schlote bedacht. Auf den erhofften langfristigen Effekt des Preises kam der Landrat auch zu sprechen. "Er setzt Impulse für die Zusammenarbeit zwischen Hochschule und Wirtschaft."

Welche Aufgabenfelder sich da auftun können, riss Prof Dr. Hasan Alkas in seinem Vortrag "Die europäische Energie- und Industriepolitik und ihre Einflussfaktoren auf das niederrheinische Wirtschaftsklima" an. Man könne der Region Niederrhein durch die Entwicklung und Vermarktung von Produkten Identität verleihen, führte der Dekan an der HRW aus. Die Wissenschaft führe an neue Produktideen heran und bilde die Mittelständler in der Region weiter. Voraussetzung dabei ist die Vernetzung von Hochschule und Praxis. "Industriepolitik ist kein Schimpfwort mehr", stellte der Professor fest. Er verwies darauf, welch große Bedeutung sie im Lehrplan der HRW habe.

Zwischen den lockeren Gesprächsrunden bei Mini-Hamburgern und "freundlichem Diebels" hielt Sascha Bartnitzki seine Rede. "Raus aus der Komfortzone — neue Kunden kommen nicht von alleine" hatte er seinen Beitrag genannt. Wie Firmen ihre Absatzchancen nutzen und erhöhen können, verdeutlichte der Verkaufstrainer und Marketing-Experte mit zahlreichen Hinweisen.

(RP)