Kleve : Colt im Aufwind

Der Weltmarktführer für Rauch- und Wärmeabzug hat am Standort Kleve 20 neue Mitarbeiter eingestellt. Auf dem Gelände am Spoykanal wird wieder produziert.

In Zeiten der Wirtschaftskrise gibt es auch positive Signale. Eines davon sendet Colt International. Die Forschung und Entwicklung der Colt-Gruppe, zuvor in den Niederlanden und England stationiert, wird seit einigen Monaten in Kleve konzentriert. Das freut besonders Dirk Houben, Group Product Management Director: "In Kleve wird wieder produziert." Colt ist Weltmarktführer für Rauch- und Wärmeabzug - und auf dem Firmengelände am Spoykanal werden seit Jahresbeginn hochwertige Produkte aus diesem Segment für die gesamte Colt-Gruppe gefertigt. Im Bereich der Energie-Effiziens hat sich Colt in der Vergangenheit ebenfalls einen Namen gemacht. Bis zu 20 neue Arbeitsplätze wurden bereits geschaffen, im Laufe der nächsten Jahre sollen weitere 50 hinzu kommen. Damit wird der Standort Kleve eindeutig aufgewertet.

Qualifiziertes Personal

Colt-Geschäftsführer Lukas Verlage, der auf sehr qualifiziertes Personal bauen kann - allein in Deutschland sind 100 Ingenieure beschäftigt - verweist darauf, dass es in der Klever Niederlassung weitere Aufgabenfelder gibt. Dort befindet sich das Zentrale Servicelager für Europa und der Bereich Rauchschürzen. Zu den Kunden gehören beispielsweise die Flughäfen in Düsseldorf und Wien. "Wir haben auch einen Auftrag aus Dubai bekommen und liefern bis Südafrika", sagt Verlage. "Seit über drei Jahren sind wir auf Wachstumskurs. Wir sind gut aufgestellt und haben unsere Hausaufgaben gemacht. Die Wirtschaftskrise ist bei uns noch nicht angekommen. Wir verfügen aber über genügend Reserven, um sie gut zu überstehen." Allein in Kleve werden jährlich Aufträge in Höhe von drei Millionen Euro an Zulieferer vergeben.

Im Vorfeld der Handball-Weltmeisterschaft, die kürzlich in Kroatien ausgetragen wurde, erhielt Colt den Zuschlag für einen Millionen-Auftrag.

In den drei WM-Stadien in Zagreb, Split und Osijek wurden in drei Monaten Bauzeit spezielle Brandlüfter eingebaut, die bereits vor zehn Jahren eigens für die KölnArena konstruiert und installiert worden waren. Colt-Geschäftsführer Lukas Verlage war daraufhin als Gast zum WM-Finale Frankreich gegen Kroatien eingeladen worden und zeigte sich beeindruckt: "Das war super".

Gute Sache

Positiv sieht Dirk Houben die Einrichtung einer Fachhochschule in Kleve. "Wir blicken ihr mit Freude entgegen. Das ist eine gute Sache, um Nachwuchs im Ingenieurbereich zu bekommen."

(RP)
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