Weeze - Schwein Hermine ist der Star auf dem Gnadenhof in Baal

Tiere in Weeze : Hermine ist der Star auf dem Gnadenhof

In Weeze können Tiere ihren Lebensabend auf einem umgebauten Bauernhof verleben. Der Bund Deutscher Tierfreunde nimmt hier Lebewesen auf, die keiner mehr haben will.

Hermine ist das quietschlebendige Beispiel dafür, wie gut das Prinzip des Gnadenhofs in Weeze funktioniert. Als kleines süßes Ferkel wurde Hermine einem Hochzeitspaar zum großen Fest geschenkt. Das Paar brachte es aber schließlich nicht über das Herz, die putzige Hermine dem Schlachter zu übergeben. So landete das Tier beim Gnadenhof in Baal und ist inzwischen so etwas wie ein Maskottchen für die Einrichtung geworden. Hermine ist längst zur formidablen Sau gewachsen und erfreut sich eines entspannten Lebensabends.

„Hermine ist für uns so etwas wie ein Symboltier für die Arbeit unseres Gnadenhofes“, sagt Harald Drebus, Sprecher des Bundes Deutscher Tierfreunde. Die Organisation unterhält ein Tierheim in Kamp-Lintfort und seit 2003 auch den Gnadenhof in Weeze-Baal.

Der Hund fühlt sich offenbar ganz oben auf dem Pony richtig pudelwohl. Foto: Bund Deutscher Tierfreunde

Am Anfang stand eine Idee: Gequälten, misshandelten oder verstoßenen Kreaturen sollte eine gesicherte Zukunft in Liebe und Geborgenheit geboten werden. In Weeze fand der Bund Deutscher Tierfreunde (BDT) einen geeigneten Hof. Geeignet um dort nicht nur Hunde, Katzen und andere Kleintiere unterzubringen, sondern auch große Vierbeiner wie Esel, Pferde oder Hängebauchschweine.

Der Hof ging im Sommer 2003 in den Besitz des BDT über und liegt abseits in Weeze im Ortsteil Baal. „Er bietet bedürftigen Tieren eine gesicherte Unterkunft auf etwa 1500 Quadratmeter bebauter Fläche mit Ställen“, so Debus..

Auch Kaninchen verbringen in Weeze ihren Lebensabend. Foto: Bund Deutscher Tierfreunde

Zunächst musste das Anwesen gründlich renoviert werden. Diese Arbeiten nahmen mehr Zeit in Anspruch als geplant. Aber da Kosten gespart werden sollten, übernahmen die Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer viele Arbeiten in Eigenleistung.

Auch die Einzäunung des 45.000 Quadratmeter großen Grundstückes kam gut voran. Mehrere Wiesen wurden neu umzäunt. Ferner galt es, drei kleine Schlafhäuser für die ersten Bewohner zu schaffen. Hier zogen Minihängebauschweine ein.

Im Laufe der Jahre wurde der Hof massiv ausgebaut. Es wurden Koppeln (Paddocks) für die Pferde geschaffen, quasi ein „Spielplatz“ für sie angelegt. „Die etwa 20 Pferde und Ponys brauchen besonders viel Aufmerksamkeit und Pflege“, so Drebus. Auch für die anderen Hofbewohner wurden spezielle Anlagen errichtet. Inzwischen tummeln sich zahlreiche gerettete Tiere auf dem Gelände, umsorgt und gepflegt von den Tierpflegern des BDT.

Uneingeschränkter Star der Anlage ist aber immer noch Hermine, die Sau, die für jeden Spaß zu haben ist. Am Heubaden oder Wasser-Planschen hat sie jede Menge Freude. „Für sie ist das neue Leben, ein Leben ohne Sorgen“, so Debus.

Das 15-jährige Bestehen des Gnadenhofs soll mit einem Hoffest und einem Tag der offenen Tür am Samstag, 1. September, gefeiert werden.

Von 12 bis 18 Uhr gibt es in Baal 8 ein buntes Programm mit Infos rund um die Tiere, Tierzubehörtrödel und Cafeteria. Die Spenden sind für den Kauf eines Treckers bestimmt. Und natürlich freut sich besonders Hermine über jeden Besuch.