Neuer Wohnraum in der Kempener Innenstadt.

Kempen: Neuer Wohnraum in der City

Das Kempener Architekturbüro Thelen zeichnet für eine Reihe von bedeutenden Bauprojekten in der Innenstadt verantwortlich. Udo Thelen erläutert den aktuellen Stand. Noch umstritten ist der Neubau an der Ellenstraße 15.

Gut zu tun hat Udo Thelen. Immerhin betreut sein Kempener Architektur-Büro pro Jahr rund 50 Projekte, überwiegend im Kreis Viersen. Der heute 58-Jährige hatte 1993 das Büro übernommen, das 1956 sein Vater Johannes auf- und ausgebaut hatte. Mittlerweile hat Udo Thelen 14 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, darunter Tochter und Architektin Leonie sowie Neffe und Bauingenieur Jan.

„Wir werden bald unseren Standort wechseln“, sagt Udo Thelen. Er meint damit, dass sein Büro wahrscheinlich schon im Dezember 2018 im großen Neubau des Wohn- und Geschäftshauses am Donkring einziehen wird. Der Architekt arbeitet unter anderem für private Investoren als auch für die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) des Kreises Viersen. Im Gespräch mit der Rheinischen Post stellt Udo Thelen wichtige derzeit laufende Vorhaben und Projekte in Kempen vor.

Bleiben wir zunächst beim großen Wohn- und Geschäftshaus am Donkring: Der Baukörper ist dreigeschossig, mit ausgebautem Dachgeschoss. Im Erdgeschoss ist Platz für drei Gewerbe-Einheiten. „Natürlich nicht für eine Spielhalle oder andere bekannte Amüsements“, sagt Thelen schmunzelnd. Zwei dieser Einheiten sind vergeben – eine belegt er mit seinem Büro selbst, eine zweite soll als Erweiterung für den Gesundheitsdienstleister „Novotergum“ dienen. Die dritte Einheit von rund 75 Quadratmetern ist noch zu frei.

Das erste von vier Wohnhäusern, die
Das erste von vier Wohnhäusern, die die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) des Kreises Viersen am Heyerdrink bauen lässt, wird wahrscheinlich im Frühjahr 2019 mit zehn frei finanzierten Mietwohnungen bezugsfertig sein. Foto: Wolfgang Kaiser

Direkt darüber werden ebenfalls bis Ende dieses Jahres 16 barrierefreie Mietwohnungen fertig gestellt – mit Aufzug, in Größenordnungen zwischen 60 und 135 Quadratmetern. Vier Wohneinheiten seien, so Thelen, noch zu haben.

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Für die GWG hat das Büro Thelen das Neubauvorhaben am Heyerdrink geplant: „Wir sind sehr gut in der Zeit“, bilanziert Thelen den ersten Bauabschnitt. Der Neubau eines zweigeschossigen Mehrfamilienhauses, das wahrscheinlich im Frühjahr 2019 mit zehn frei finanzierten Mietwohnungen bezugsfertig ist, eignet sich für junge Familien als auch für Singles. Die gesamte GWG-Wohnanlage soll aus vier Häusern mit insgesamt 59 Wohnungen samt Tiefgarage bestehen. Davon werden 28 Wohneinheiten frei finanziert und 31 Einheiten öffentlich gefördert. Udo Thelen geht davon aus, dass mit den Arbeiten an den anderen drei Häusern noch in diesem Jahr begonnen wird. Direkt an der Straße Heyerdrink soll für junge Familien ein viergeschossiges Wohnhaus mit 29 Wohnungen (Wohnfläche bis 90 Quadratmetern) entstehen. In zweiter Reihe sind außerdem hinter den Häusern am Möhlenring zwei dreigeschossige Baukörper vorgesehen mit Wohnungsgrößen von durchschnittlich 50 Quadratmetern, also eher auf die Bedürfnisse älterer Mieter zugeschnitten.

Gegenüber der GWG-Wohnanlage am Heyerdrink plant das Architekturbüro ebenfalls zwei neue Wohnhäuser: „Wir arbeiten daran, sind gerade aus dem Keller raus und beginnen mit dem Rohbau“, meint Udo Thelen. Im Auftrag von Kempener Investoren sollen dort zwei neue Wohnhäuser mit barrierefreien Mietwohnungen entstehen. Das erste gerade hochgezogene dreigeschossige Haus ist für acht Mietwohnungen gedacht, Größenordnung: zwischen 60 bis 105 Quadratmetern. Mit der Fertigstellung rechnet der Architekt im dritten Quartal 2019. Daneben soll dann, finanziert von einem anderen Privatmann aus Kempen, noch ein kleineres Mehrfamilienhaus für drei Parteien platziert werden. Dazu ist gerade erst der Bauantrag gestellt worden. Thelen hofft, dass dieses Vorhaben im nächsten Jahr in Angriff genommen werden kann.

Udo Thelen betreut auch das Neubauvorhaben eines privaten Investoren an der Ellenstraße 15: Im Mai 2018 hatte der Kempener Denkmalausschuss die ursprüngliche Planung für ein neues Wohn- und Geschäftshaus gekippt. Dabei hatten sich die Kommunalpolitiker im Wesentlichen der Stellungnahme des Rheinischen Amtes für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland angeschlossen, das mit der Bauhöhe nicht einverstanden ist, für eine höchstens zwei- und nicht – wie baurechtlich zulässig – dreigeschossig plädiert. Ziel sollte sein, mit dem Investor über eine Reduzierung sprich Abstufung nachzudenken (die RP berichtete).

„Dazu sind jetzt noch viele Gespräche sowohl mit der Stadtverwaltung als auch mit der Politik notwendig, gerade sind wir bei den entsprechenden Terminabsprachen“, berichtet Thelen. Da der geltende Bebauungsplan seine ursprüngliche Planung erlaube, sehe er derzeit keinen Grund, von seiner ursprünglichen Konzeption abzuweichen. Allerdings seien er und der private Investor zu Gesprächen bereit.