Xylophon im Kindergarten

St. Hubert: Mit viel Freude an Klang und Stimme

Ein Besuch im St. Huberter Kindergarten St. Raphael.

Die Kinder sitzen im Bewegungsraum der Kita St. Raphael in St. Hubert. In den Händen halten sie Rasseln. Im Mittelpunkt steht heute ein hölzernes Instrument. Es ist ein Kasten mit Resonanzraum, auf den Hölzer der Länge nach hintereinander aufmontiert sind. Die Kinder wissen auch schon, wie dieses Instrument heißt, obwohl es einen so schwierigen Namen hat. Es sei ein Xylophon, wird mit großer Bestimmtheit geäußert.

Und das kommt dann auch gleich zum Einsatz, ein Junge aus der Gruppe bearbeitet es hingebungsvoll mit dem Schlegel, die andere lassen ihre Rasseln ertönen und alle singen dazu das Lied „Wir feiern heut’ ein Fest“. Und die Kinder wissen noch mehr über dieses Instrument. Dass es hohe und tiefe Töne hat, und dass die hohen Töne mit den kurzen, die tiefen Töne beim Anschlagen der langen Hölzer entstehen. Erzieherin Nadine Ricken leitet die Rhythmik-Musik-Gruppe, die ein Jahr lang an jedem Dienstagnachmittag zusammenkommt.

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Es sind die fünfjährigen Kinder, die vor der Einschulung stehen und hier noch einmal eine besondere Förderung erfahren. Spielerisch und ungezwungen, mit viel Freude an Klang, Stimme und Bewegung. Pia berichtet: „Wir singen, spielen und nehmen uns Instrumente zum Singen“. Und Elisa erzählt von dem Regenmacher-Instrument aus Papier mit darin eingebrachten Reisekörnern, das sie selbst gebastelt haben. „Wir haben auch Noten geschrieben, manche sind ein Halbkreis, manche sind mit einem Strich“, sagt sie stolz. Dann tragen die Kinder noch das Lied vom Regenbogen vor: „Die Rasseln spielen zuerst, dann kommt das Xylophon“, legen die Kinder eigenständig fest. Es geht hier noch nicht darum, ein Instrument zu „erlernen“. Wichtiger sind musikalische Grunderfahrungen wie Experimentieren und Improvisieren, Hinhören und Wiedergeben, die Erfahrung von Klang und Rhythmus. Die musikalische Förderung ist selbstverständlicher Teil des pädagogischen Konzepts der katholischen Kita, deren Träger die Horizonte GmbH in Viersen ist. Kita-Leiterin Claudia Hoogen berichtet, dass die Kinder jeden Tag singen, auch bei besonderen Anlässen, wenn wie kürzlich das Singspiel „Die Raupe Nimmersatt“ aufgeführt wird. Die rhythmisch-musikalische Erziehung sei eine ganzheitliche Pädagogik, die auf der Verbindung von Musik, Sprache und Bewegung basiere. „Jeder Ton, jeder Klang und jede rhythmische Bewegung speichert positive Erfahrungen und Fähigkeiten und stärkt die Kinder in ihrer Entwicklung“, heißt es im Informationsblatt für die Eltern. Das gemeinsame Musizieren soll sich positiv auf Kreativität, Sozialverhalten und Selbstbewusstsein auswirken. Dabei ist das Xylophon nur eines von vielen Instrumenten, die die Kita bereithält. Es handelt sich im Wesentlichen um so genannte Orff-Instrumente, basierend auf dem musikpädagogischen Konzept von Carl Orff (1895-1982). Erzieherin Nadine Ricken öffnet Schubladen und Fächer. Darin befinden sich verschiedene Trommeln, Rasseln, Klanghölzer, Kastagnetten, Fingerzimbeln, Triangeln und Ratschen. Das sind hölzerne Körper mit Rillen über die ein Schlegel fährt. Besonders drollig ist eine Ratsche in Froschform. „Wenn man die benutzt, gibt es Töne, die sich wie ein Froschquaker anhören“, sagt sie schmunzelnd. Sicher eine große Gaudi für die Kinder.

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