In Kempener Wohngebieten gibt es mehrere Rettungswege

Kempen: Blumenviertel: Für den Ernstfall gibt es mehrere Rettungswege

Anwohner von geschlossenen Wohngebieten brauchen sich keine Sorgen machen, dass Feuerwehr oder Rettungsdienst nicht durchkommen.

Wer am Kreisverkehr der Vorster Straße in die die Rosenstraße abbiegt, der fährt ins so genannte Blumenviertel mit seinen vielen, sich verästelnden Straßen ein. Ein reines Wohngebiet, das es seit Jahrzehnten in Kempen gibt. Einfamilienhäuser, freistehend und auch in Reihe gebaut, bestimmen das Bild. Ein ruhiges Wohnen in unmittelbarer Nähe der Innenstadt. Wobei kein Durchgangsverkehr die Anwohner belästigt, da das Gebiet in keiner Weise für Autofahrer als Abkürzung genutzt werden kann. Es gibt nämlich nur die eine Hauptzufahrt über den Kreisverkehr an der Vorster Straße. Doch genau dieser Punkt scheint einigen Anwohnern Sorgen zu bereiten. Sie fragen sich, wie es in ihrem Wohngebiet mit einem zweiten Flucht- und Rettungsweg aussieht, sollte es zu einer Blockade, aus welchen Gründen auch immer, an der Rosenstraße am Kreisverkehr kommen.

Ein unnötige Sorge, wie Ulrich Eckerleben, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Kempen, und auch Franz-Heiner Jansen, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kempen, betonen. „Unsere Stadtplaner planen immer Ausweichmöglichkeiten, über die Feuerwehr und Rettungsdienste bei einer Sperrung der Zufahrt im Ernstfall das betreffende Wohngebiet erreichen können“, sagt Eckerleben. Es gibt zum Beispiel Wege, die zwar normalerweise nur von Radfahrern und Fußgängern genutzt werden können, die aber eigens breit genug ausgebaut sind, damit sie im Notfall von Fahrzeugen genutzt werden können. Das Blumenviertel kann unter anderem über den Brahmsweg angefahren werden. Diesen erreichen Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr sowohl über die Vorster als auch die Oedter Straße. Es müssen nur die entsprechenden Poller herausgenommen werden. Ganz wichtig ist daher, dass vor solchen Pollern nicht geparkt wird. „Ich bin seit über 35 Jahren bei der Feuerwehr und habe einen solchen Fall, dass wir mit unseren Fahrzeugen einen Einsatzort nicht erreichen konnten, noch nie gehabt“, erklärt Wehrchef Jansen.

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Kommt es zu Baustellen, egal welcher Art, gibt es nicht nur eine jeweilige einseitige Sperrung, damit der Verkehr fließen kann, sondern es erfolgen zudem Absprachen mit Feuerwehr und Rettungsdienst. „Wir fahren Probe. Bauunternehmen müssen Rampen oder einen befestigen Unterboden anlegen, damit wir jederzeit dort durchkommen“, erklärt Jansen. Besonders wichtig ist dies gerade bei Sackgassen.

Stichwort Parken: „Wir erleben es immer wieder, dass Straßen so zugeparkt sind, dass die Fahrzeuge der Feuerwehr und des Rettungsdienstes nicht durchkommen“, sagt Jansen. Feuerwehr und Rettungsdienst benötigten auf den Straßen eine Durchfahrtsbreite von 3,50 Meter. Oft ist es aber der Fall, dass Fahrzeuge, versetzt geparkt auf beiden Straßenseiten, zwar noch einem normalen Auto die Durchfahrt mit langsamen Durchmanövrieren ermöglichen, aber die breiteren Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge keine Chance haben durchzukommen. „Das Argument, wir parken so, damit alle langsam fahren, zählt nicht. Eine solche Einstellung kann lebensbedrohlich sein“, betont Jansen. Zudem sich für reine Wohnviertel, die aufgrund ihrer einseitigen Zufahrt für niemanden als Abkürzung von Nutzen sind, die Frage stellt, wer in diesen Straßen denn schnell fahren sollte. Etwa die Anwohner selber?