Kaarst: Selbstversuch in der Mobilen Prüfstation des ADAC

Mobile Prüfstation in Kaarst : Ein Blick in das Innenleben des eigenen Autos

Das gelbe Ungetüm war auf dem Kaarster Kirmesplatz nicht zu übersehen: Die mobile Prüfstation des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs (ADAC) gastierte für einige Tage in Kaarst. Sie bietet (für ADAC-Mitglieder) kostenfreie Untersuchungen der Fahrzeugaußenbeleuchtung sowie der Brems- und Stoßdämpferwirkung an.

Doch die neuen Prüfstationen können gegen Aufpreis noch mehr: Motor- und Batterietest und Urlaubs- und Gebrauchtwagenchecks sind in ihnen möglich. Ich lasse bei unserem Auto den Standard-Check durchführen. Er wird in Kaarst gut angenommen: „Wir sind ausgebucht“, erklären die Kraftfahrzeugmeister Olaf Steinhäuser und Roland Bangder.

Den Prüfvorgang live in der Station zu erleben ist spannend – quasi Auge in Auge mit dem Auto. Nach Übernahme der Daten des Fahrzeugscheins gebe ich den Schlüssel ab und mache es mir auf einer Bank in der Prüfstation bequem. Olaf Steinhäuser fährt das Auto passgenau auf die beiden „Straßen“. „Ihr Kilometerstand ist 21.800“, werde ich aufgeklärt.

Zunächst testet Olaf Steinhäuser immer wieder die Bremsen durch abruptes Abbremsen. Roland Bangder erklärt mir die Zahlen auf den zwei Computerbildschirmen: „Beide Bremskreise dürfen bis zu 25 Prozent Unterschied aufweisen. Der liegt bei aber nur bei einem Prozent“, beruhigt er. Beim Check der Stoßdämpfer und Handbremse wackelt das Auto bedrohlich. „Das sieht schlimmer aus, als es ist“, sagen die beiden KFZ-Meister.

Nun wird die Motorhaube geöffnet und die Kühlflüssigkeit untersucht. Was ich im Winter vorhabe? Keine Ahnung, aber es ist vieles möglich: Die Flüssigkeit ist bis minus 38 Grad wirksam. Nach Schließung des großen Rolltores werden die Lichter getestet. Bandger betätigt diverse Schalter auf Zuruf seines Kollegen, der mittels eines speziellen Gerätes die äußere Beleuchtung überprüft. Da alles fehlerfrei ist, klebt Steinhäuser die ein Jahr gültige Plakette an die Windschutzscheibe.

Inzwischen ist Marlies Wenzel gekommen und erkundigt sich nach ihrem Auto. Sie ließ auch ihre Werkstattrechnungen überprüfen: „Ich will wissen, ob dort alles richtig gemacht wurde. Als Frau wird man doch in einer Werkstatt gar nicht richtig wahr genommen“, empört sie sich. Sie erfährt, dass ein Austausch der Bremsflüssigkeit schon wieder fällig wäre, obwohl das nach einem Jahr noch nicht sein dürfe. Marlies Wenzel ist froh über das Angebot des ADAC: Auch wenn sie kein Mitglied ist, sei die Überprüfung immer noch günstiger als in der Werkstatt.

Bei meinem Auto kommt jetzt noch ein bisschen die Kür: Roland Bangder fährt es in luftige Höhen und ich kann es ausgiebig von unten betrachten. Bei hellem Tageslicht zeigen sich leichte Blessuren: „Das sind Gebrauchsspuren“, sagt Bangder augenzwinkernd. Der offizielle Prüfbogen zeigt: Alle Ergebnisse sind im grünen Bereich. Nur ein roter Balken fällt auf. „Die elektrisch betriebene Handbremse lässt sich für den Test nicht so fein justieren“, weiß Olaf Steinhäuser. Entlassen werde ich mit einem freundlichen Händedruck und dem Wunsch: Gute Fahrt!

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