Kaarst: Gedenkstein soll an zivile Weltkriegsoper erinnern

Friedhof in Kaarst : Gedenkstein soll an zivile Opfer erinnern

Auf dem Kaarster Friedhof soll der Mittelblock eines alten Grabsteins neu aufgestellt werden.

Der alte Grabstein der Familie von Peter Meyer liegt derzeit bei einem Steinmetz. Doch schon bald soll er auf den Kaarster Friedhof zurückkehren – jedenfalls wünscht sich das Josef Johnen. Der Hobby-Historiker und Friedhofs-Experte würde zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges den Stein gerne vor die Kriegsgräber aufstellen und die Namen der 17 zivilen Kaarster Opfer darauf gravieren. Vor zweieinhalb Jahren wurde der Mittelblock zum Steinmetz gegeben. „Wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen, sonst wäre der Stein irgendwo anders gelandet und wir hätten ihn nicht mehr gefunden“, sagt Josef Johnen. In Gesprächen mit der Familie und dem Steinmetz haben sich die Parteien darauf geeinigt, dass der Stein für die Rückführung auf den Friedhof reserviert wird.

Der Standort vor den Kriegsgräbern ist nach Ansicht von Josef Johnen gut geeignet. „Hier kann man den Stein von beiden Seiten sehen und die Namen der Opfer lesen“, sagt er. Für die meisten der zivilen Opfer, die nach dem Einmarsch der amerikanischen Truppen am 1. März 1945 oder einen Tag später zu Tode kamen, gibt es keine Erinnerung. Auf dem Hof der Familie Meyer sind mindestens sieben Personen getötet worden: Der Vater und seine Tochter, zwei zwangsumgesiedelte Landwirtschaftshelfer, zwei Fremdarbeiter und eine Frau, die auf der Karlsforster Straße erschossen wurde. Zur Deckung der Kosten für den Gedenkstein wurden bereits Spenden eingesammelt. Wann er wieder aufgestellt wird, weiß Johnen nicht.

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