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Der NABU Jüchen klagt weiterhin über Vandalismus am Naturlehrpfad

NABU Jüchen : Vandalismus am Naturlehrpfad

Obwohl die Schulen, Sportstätten und Spielplätze in Nachbarschaft des Naturlehrpfades wegen der Corona-Krise in den vergangenen Wochen geschlossen waren, gibt es weiterhin Fälle von Vandalismus zu beklagen, wie der NABU meldet.

An den Schülern (alleine) liegt der Vandalismus am Naturlehrpfad nicht, stellt der Naturschutzbund (NABU) Jüchen fest. Denn obwohl die Schulen, Sportstätten und Spielplätze in unmittelbarer Nachbarschaft des Naturlehrpfades wegen der Corona-Krise in den vergangenen Wochen geschlossen waren, gibt es weiterhin Fälle von Vandalismus an dieser Stelle zu beklagen. „Das Ärgernis bleibt uns leider erhalten, der Vandalismus hat nicht nachgelassen. Es hat nicht mehr, aber auch nicht weniger Zerstörungen gegeben“, berichtet Paul Quack vom NABU Jüchen.

Immer wieder würden Hinweisschilder am Naturlehrpfad mutwillig beschädigt, die Scheiben auf den Tafeln mit den Erläuterungen zu Flora und Fauna zertrümmert oder beschmiert.

 Der Naturlehrpfad mündet am gesperrten Tischtennisplatz.
Der Naturlehrpfad mündet am gesperrten Tischtennisplatz. Foto: Gundhild Tillmanns

Allerdings finde sich jetzt weniger Müll entlang der drei unterschiedlichen Strecken des Naturlehrpfades, stellt Quack fest. Zwar frequentieren trotz der Kontaktsperren immer noch recht viele Spaziergänger den Naturlehrpfad, aber offensichtlich lassen sie weniger Müll achtlos liegen, was allerdings auch am Picknick- und Grill-Verbot in der Öffentlichkeit liegen mag.

Eines der größten Ärgernisse für den NABU war der Verlust eines wertvollen Feldahorn-Baumes auf dem rückwärtigen Gelände des Gymnasiums. Unbekannte hatten, wie wir berichteten, den Baum einfach ausgegraben. Reste fanden sich dann später zwar im Gebüsch, doch der Versuch des Schul-Hausmeisters, davon den Baum wieder anzupflanzen, misslangen. Nun steht Ersatz an derselben Stelle – und gedeiht prächtig, wie Quack berichtet. Mit Hilfe der Stadt und des Bürgerschützen-Heimatvereins war ein neuer Feldahorn beschafft worden. Und nicht nur diesen Baum behalten Quack und seine Helfer fortan besonders im Blick.

 An der Pferdekoppel ist das Füttern verboten.
An der Pferdekoppel ist das Füttern verboten. Foto: Gundhild Tillmanns

Denn die Trockenheit macht den Gewächsen entlang des Naturpfades, aber auch anderswo in der Stadt, zu schaffen. „Wir mussten schon gießen“, berichtet Quack. So sei der NABU schon im Bontenbroich und am Dycker Hahnerhof aktiv geworden und habe die Bäume gewässert. Ein Projekt sei jetzt wegen der Corona-Krise aber auf Eis gelegt, bedauert Paul Quack und berichtet: „Wir hätten eigentlich jetzt im Frühjahr gemeinsam mit dem Betriebshof der Stadt ein großes Wasserfahrzeug anschaffen wollen, das 50 Liter Wasser unmittelbar zu den Bäumen transportieren kann.“

Denn bislang transportieren die NABU-Helfer mit eigenem Pkw oder sogar mit dem Fahrrad einzelne Wasserkanister zum Bäume-Gießen.

Für ein weiteres Projekt hofft Quack, dass die Corona-Krise keinen „Strich durch die Rechnung machen wird“, denn der Landschaftsverband Rheinland habe schon Fördermittel bewilligt: „Davon wollen wir die Streuobstwiese auf dem Gelände von 3M an der Neusser Straße revitalisieren“, kündigt der NABU-Mitarbeiter an.  Dieses Programm werde vom Landschaftsverband auch in Zusammenarbeit mit den regionalen Landwirten gefördert, um die alten Obstsorten wieder heimisch zu machen und damit auch den Insektenreichtum wieder herzustellen. So sei auf der Streuobstwiese auch der Bau eines großen Insektenhotels geplant, informiert Paul Quack.

Doch eine Sorge treibe den NABU um: „Wir sind in großer Sorge um die Schwalbenpopulationen auch in Jüchen“, sagt Quack. Es gebe immer weniger Nistplätze, da die Menschen meinten, die Schwalben machten nur Dreck. Dabei seien sie aber eine absolut schützenswerte Art. Deshalb biete der NABU Jüchen auch seine Beratung zum Anlegen von Nisthilfen bei gleichzeitigem Schutz der Gebäude vor dem Schwalbendreck an.