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Verhaltener Neustart in der Gastronomie in Hückeswagen

Cafés und Restaurants in Hückeswagen : Verhaltener Neustart in der Gastronomie

Die Hückeswagener nutzten am Montagvormittag die neuen Corona-Lockerungen nur vereinzelt aus.

Die Regelungen zur Eindämmung des Corona-Virus ändern sich derzeit sehr schnell. Das führt zu Unsicherheiten bei den Menschen, denn nicht jeder bekommt jede Änderung auch direkt mit. Insofern verwundert es nicht, dass auf die jüngste Anpassung der Corona-Schutzverordnung der Landesregierung bezüglich der Lockerungen und Öffnungen, die ab Montag in Kraft getreten ist, nur vereinzelt reagiert wird. Ein Schwerpunkt der Anpassung betrifft dabei die Wiedereröffnung der Gastronomie.

Bei Miko’s Bistro & Restaurant am Bahnhofsplatz sind am frühen Montagmittag zwei Tische besetzt. Inhaber Miko Jovic steht mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattet hinter dem Tresen. „Ich bin einerseits froh, dass es wieder losgeht, aber andererseits auch wieder nicht. Es kann auch ein Schwert mit zwei Klingen sein – was, wenn es durch die Lockerungen wieder schlimmer wird ?“, sagt der Wirt im Gespräch mit unserer Redaktion. Dennoch versucht er, das Beste aus der Situation zu machen. Auch aus wirtschaftlichen Gründen. „Bei uns gab es im ganzen April nur Essen zum Mitnehmen. Das machte 70 Prozent weniger Umsatz als im Vorjahresmonat aus“, rechnet Jovic vor. Er bezweifelt, dass er mit dem Umsatz, den er mit den Einschränkungen machen kann, wieder auf normale Umsätze kommen kann. „Ich habe auch Angst, dass uns die Kundschaft erst einmal wegbleiben wird – die Sorge wegen Corona dürfte noch zu tief sitzen“, glaubt der Wirt.

Im Café Bauer ist jeder zweite Tisch gesperrt. „Ich glaube, viele Kunden wissen noch nicht, dass wir wieder geöffnet haben“, sagt Mitarbeiterin Zuzanna Myslicka. So habe sie schon einige Passanten vorbeigehen sehen, die ganz erstaunt ins Café und auf die dort sitzenden Gäste geblickt hätten. „Es ist nicht viel los, wir hatten den Vormittag über vielleicht zehn Kunden“, berichtet sie. Sie finde es gut, dass es wieder losgehe, befürwortet aber auch die dazu getroffenen Maßnahmen. „Es ist Selbstbedienung, die Kunden müssen mit Mund-Nasen-Schutzmaske zur Bestellung kommen“, erläutert Zuzanna Myslicka, die froh ist, dass die Lockerung mit Regeln geschieht.

Froh sind auch Jürgen und Anita Eichner aus Kürten. „Wir waren gerade in Hückeswagen beim Einkaufen und haben auch unsere Schwiegertochter besucht, die in einer Boutique an der Islandstraße arbeitet“, erzählt der Kürtener. Nach dem Einkauf würde das Ehepaar immer eine Tasse Kaffee trinken und ein Stück Kuchen essen. Das sei wegen Corona lange ausgefallen. „So ein bisschen Normalität tut einfach gut“, sagt Anita Eichner. Dennoch sitzen die beiden fast alleine im Café, wie auch sonst der Zuspruch in der Stadt eher überschaubar bleibt. So ist im Café Steinbrink am Etapler Platz zwar die Gelegenheit gegeben, sich sowohl drinnen als auch draußen hinzusetzen. Aber nur im Freien sitzt ein Mann bei einem Milchkaffee.

Auch im Imbiss „Buon Appetito“ am Schwarzen Weg könnten die Gäste draußen sitzen. Das Gros der Bestellungen laufe aber nach wie vor über den Lieferservice oder die Möglichkeit zur Abholung, sagt Mahammed Jasim. „Wir haben alles hergerichtet, aber bislang sind noch keine Gäste zum Essen im Lokal gekommen.“

Claudia Tanja Zolli wollte ihr Eiscafé Friuli am Bahnhofsplatz eigentlich am Montag wieder öffnen, schreckte dann aber auch vor der unsicheren Rechtslage zurück. „Es war alles ein wenig unübersichtlich. Wir haben jetzt beschlossen, erst einmal in Ruhe mit dem Außenbereich zu starten, ehe wir dann auch im Innenbereich wieder loslegen“, sagt die Inhaberin des Eiscafés.