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Die wichtige Arbeit auf der Isolationsstation der Wipperfürther Klinik

Helios-Klinik Wipperfürth : Wichtige Arbeit auf der Isolationsstation

In der Wipperfürther Helios-Klinik müssen einige Corona-Patienten auf einer gesonderten Station isoliert werden. An ihrer Seite stehen Gesundheits- und Krankenpflegerin Anna Walter und ihr Team. Bis zu 15 Patienten werden betreut.

Lungen- und Kopfschmerzen, Fieber, plötzliche Atemnot – mit diesen Symptomen, die eine Covid-19-Erkrankung vermuten lassen, können Betroffene nicht mehr zu Hause verweilen. Das stellt Janine Schulze, Sprecherin der Wipperfürther Helios-Klinik, klar. Der Allgemeinzustand verschlechtere sich, und in der Folge werde ein isolierter Aufenthalt im Krankenhaus nötig.

Bereits vor mehreren Wochen wurde ein Flur der Ebene 1 „geschlossen“ und entsprechend zur Isolationsstation umfunktioniert. Am Stationseingang weist ein „Durchgang verboten“-Schild auf die geänderte Situation hin, und die Patientenzimmer dürfen durch das Personal nur in Vollschutz betreten werden. Das bedeutet, dass die Mitarbeiter vor der Tür Handschuhe, Schutzkittel, Schutzbrille, Haube und FFP-Maske anzulegen haben. „Bei einigen dieser Hygieneprodukte ist die Versorgungslage im Markt erheblich angespannt“, berichtet Janine Schulze. Bei indikationsgerechtem Einsatz scheint die Klinik, die von dem Hückeswagener Adrian Borner geleitet wird, aber aktuell gut mit den notwendigen Schutzmaterialien ausgestattet zu sein. „Um den Verbrauch im Blick zu behalten, wurde die Ausgabe der Schutzmaterialien bereits in den vergangenen Wochen über die Krankenhaushygiene zentralisiert und die Mitarbeiter dafür sensibilisiert“, versichert die Sprecherin.

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Gemeinsam mit ihrem Team versorgt Anna Walter auf der Isolierstation bis zu 15 Corona-Patienten. Derzeit ist die Situation mit drei Erkrankten überschaubar, zwischenzeitlich waren es aber bereits neun Patienten. „Auch, wenn die Situation heute ruhig ist, kann es morgen schon ganz anders aussehen und die Patientenzahlen sprunghaft ansteigen“, betont Anna Walter. Normalerweise leitet sie die geriatrische Station in der Klinik. In dieser Ausnahmezeit stand es für sie außer Frage, auf der Isolierstation einzuspringen.

„Ich habe meinen Beruf gewählt, um in jeder Lebenslage für Menschen da zu sein. In dieser Situation sind wir alle gefragt.“ Was unterscheidet die Arbeit auf der Isolierstation vom „normalen“ Stationsalltag? Es fängt schon bei der Anzahl an Menschen an. „Wir haben im Haus ein generelles Besuchsverbot. Das fällt natürlich auf. Zudem sind auf unserer geschlossenen Station auch keine Kollegen, die kurz vorbeikommen“, berichtet Anna Walter. „Wir tragen dauerhaft Masken. Es ist anstrengend, damit zu arbeiten.“ Alle seien natürlich froh, dass sie geschützt seien. „Aber es ist schon eine enorme Herausforderung.“ Die Hygienemaßnahmen gehen weit über die Basishygiene hinaus. Jeder Schritt muss gut überlegt sein: Das fängt bereits beim Anlegen der Schutzkleidung an. „Das erste Mal vermummt in ein Zimmer zu treten, war komisch“, gesteht Anna Walter. Durch die Schutzkleidung ist die Kommunikation mit dem Patienten erschwert, das Erkennen der Mimik unter Schutzbrille und Maske kaum möglich. „Umso mehr versuchen wir, mit den Patienten zu sprechen und so einen vertrauensvollen Austausch zu schaffen.“

Vor der neuen Situation, die nicht nur den Arbeitsalltag, sondern auch das Geschehen weltweit beeinflusst, hat Anna Walter durchaus Respekt. Manchmal fühle es sich an, wie die Ruhe vor dem Sturm. „Aber wir sind gut aufgestellt und vorbereitet“, versichert sie. Das Team der Isolierstation sowie die Kollegen im Haus seien gut eingewiesen und vorbereitet. Für schwer verlaufende Corona-Infektionen stehen in der Helios-Klinik Wipperfürth zudem Betten auf der Intensivstation mit Beatmungsmöglichkeit bereit.

„Wir alle haben uns freiwillig gemeldet, diese Station zu betreuen“, berichtet die Krankenschwester. „Wir ziehen hier alle an einem Strang und versuchen, uns umso mehr gegenseitig zu unterstützen.“ Es herrsche ein großes Verständnis füreinander und eine besondere Harmonie – „das ist noch einmal deutlicher zu spüren als bei der Arbeit auf einer Normalstation“. Der Zusammenhalt sei stark.

Die Patienten brauchen die Krankenhaus-Mitarbeiter im besonderen Maße, sind angeschlagen und zusätzlich angespannt, wenn immer wieder vermummtes Personal das Zimmer betritt. „Sie machen sich wahnsinnig viele Gedanken und sind unsicher. Sie leben über Tage und Wochen isoliert“, zeigt Anna Walter auf. „Der psychische Beistand ist gerade in dieser Zeit enorm wichtig, um Ängste zu nehmen.“ Wer jeden Tag fast ausschließlich in einem abgeschlossenen Raum verbringe, werde schnell unruhig oder gelangweilt.

Natürlich gibt es auch mal Unsicherheiten im Team, dann ermutigt Anna Walter ihre Kolleginnen und Kollegen: „Wir wissen alle nicht, was noch auf uns zukommen wird. Umso wichtiger ist es, sich gegenseitig Kraft zu geben. Nur als Team können wir die Herausforderung meistern.“