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Hückeswagen: Blutspenden in Zeiten von Corona

Deutsches Rotes Kreuz in Hückeswagen : Blutspenden in Zeiten von Corona

Am Mittwoch kamen wieder zahlreiche Hückeswagener zur DRK-Blutspende in die Realschule an der Kölner Straße. Der Ablauf der Spende war wegen der Corona-Krise ein wenig anders als sonst. Dennoch war die Stimmung gut.

Eines wird direkt am Eingang der Realschule an der Kölner Straße deutlich: Die Blutspende des Deutschen Roten Kreuzes erfreut sich bei den Hückeswagenern auch trotz der Corona-Krise großer Beliebtheit. Die ganze Auffahrt zur Schule hoch stehen am Mittwochnachmittag die Spender in der Sonne und warten darauf, eingelassen zu werden. Denn natürlich laufen die Spenden wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus ein wenig anders ab als üblich. „Hier bitte die Hände desinfizieren, den Mundschutz aufziehen und einmal Fieber messen lassen“, lautet die freundliche, aber bestimmte Anweisung der Mitarbeiterin des DRK-Blutspendedienstes West direkt an der Eingangstür. Wer Fieber hat, wird direkt abgewiesen.

Nach der Anmeldung geht es nicht, wie gewohnt, direkt zum Arztgespräch. Denn zunächst werden noch einmal Körpertemperatur und Blutfarbstoff gemessen. Eine Prozedur, die sonst immer direkt vor der Spende durchlaufen werden muss. Dann ist es soweit – und abgesehen davon, dass weniger Spender gleichzeitig in den Klassenräumen sind, da die Abstände zwischen den Liegen größer sind, verläuft die Spende wie gewohnt. „Faust ballen, loslassen, jetzt kommt der Pieks – vielen Dank“, so routiniert wie sonst setzt der Krankenpfleger die Nadel in eine Armvene. Zehn Minuten später ist der halbe Liter Blut abgenommen, noch einmal zehn Minuten Ruhe, dann kann man wieder gehen.

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Danach allerdings kommt der für die meisten regelmäßigen Spender wohl traurigste Teil: Denn wo sonst noch der gemütliche Klön mit Bekannten bei Bockwürstchen, Käsebrötchen und Kaffee in der Cafeteria der Realschule auf jede Spende folgt, gibt es diesmal nur ein Lunchpaket in die Hand. Und das im unteren Bereich der Realschule, in der alten Schulküche. Dort stehen drei der vier neuen Koordinatorinnen für die Hückeswagener Blutspende schon bereit.

Ute Becker, Sabrina Wachs und Gaby Vollbrecht sind bei dieser Spende die einzigen ehrenamtlichen Helferinnen vor Ort. Die vierte im Bunde, Berta Scheider, habe mit ihren 82 Jahren direkt gesagt, dass sie nicht mit dabei sein wolle. „Ich habe auch allen anderen Helfern im Vorfeld abgesagt. Die meisten sind schon im Risikoalter und haben auch Vorerkrankungen. Außerdem können wir ohnehin keine Brötchen schmieren“, sagt Ute Becker. Neben den Ärzten und Pflegern sind noch einige Helfer des Deutschen Roten Kreuzes aus Gummersbach an der Anmeldung und in den Ruheräumen dabei.

Die Stimmung unter den Spendern ist gut, in der Warteschlange wird gescherzt und sich – natürlich im gebührenden Abstand – unterhalten, während es langsam vorangeht. Die Krankenschwester, die am Eingang die Temperatur misst, verteilt ab und zu Getränke, denn die Sonne scheint am Nachmittag durchaus heiß vom wolkenlosen Himmel. Dennoch drängelt keiner oder wird ungeduldig. Vielleicht sind die Menschen das Warten vor Geschäften und Supermärkten mittlerweile gewöhnt. Aber auch im Inneren der Schule ist keiner ungeduldig oder gereizt. Alles nimmt seinen normalen Lauf, wenn auch ein wenig langsamer als sonst.

Hildegard Kranenberg vom DRK-Kreisverband sitzt in einem der Ruheräume. „Ich war bei einer Spende in Waldbröl, da mussten wir irgendwann die Leute nach Hause schicken, weil sie in der noch zur Verfügung stehenden Zeit nicht mehr hätten spenden können“, sagt sie. „Es ist schön, dass die Menschen trotz Corona zur Blutspende kommen.“ Schließlich würde Blut benötigt, auch wenn gerade viele Operationen in den Krankenhäusern verschoben seien. Auch sei nicht jede Räumlichkeit derzeit gleich gut zum Spenden geeignet. Das gelte aber nicht für die Realschule in Hückeswagen.