Nach dem Bürgerentscheid: Bürger wollen sich weiterhin einbringen

Nach dem Bürgerentscheid: Bürger wollen sich weiterhin einbringen

Große Freude bei der Bürgerinitiative und der Leiterin der Löwengrundschule, Erleichterung und Erschöpfung in der Realschule - und ein Bürgermeister, der aufs Tempo drücken und den Neubau forcieren will - der Tag nach dem Entscheid.

Sonntagabend wurde bei der Bürgerinitiative (BI) "Vernunft macht Schule" kräftig gefeiert. Nachdem der Bürgerentscheid erfolgreich verlaufen war und es einen Neubau für die Löwengrundschule im Brunsbachtal geben wird, richtet sich der Blick in die Zukunft. "Eigentlich gibt es uns als Initiative nicht mehr, aber wir haben uns bereit erklärt, den weiteren Entwicklungsprozess zu begleiten", sagt Oliver Junginger, der für die FaB im Schulausschuss sitzt.

Für ihn sei es wichtig, dass die Bürger künftig verstärkt in die Planungen der Stadt integriert werden. Die Stadt hatte angekündigt, im Prozess des Neubaus Workshops anzubieten, an denen sich die Bürger aktiv beteiligen können. "Es muss Ziel sein, die Bürger auf Augenhöhe mitzunehmen und sie nicht vor vollendete Tatsachen zu stellen", sagt Junginger. Nur das könne Politikverdrossenheit entgegenwirken. "Für uns ist wichtig, dass die Demokratie lebt", sagt er.

Sein Kollege Heinz Pohl bewertet die wohlwollenden Reaktionen der anderen Parteien im Netz als positiv. Er hoffe, dass die BI den in den vergangenen Monaten gewonnenen Sachverstand in den Prozess einbringen könne. Da gebe es viele Pläne und Gedankenspiele. Schon bald soll es auch einen Termin beim Bürgermeister geben - eine Gesprächsrunde, um die Erfahrungen auszutauschen.

Große Freude bei Claudia Sträter: Die Leiterin der Löwengrundschule hofft, dass sie auch in Zukunft die bislang gute Zusammenarbeit mit dem Schulträger fortsetzen kann. "Wir werden uns hoffentlich bald treffen, um gemeinsam die Planungen für den Neubau voranzutreiben", sagt sie. Ihr sei es wichtig, dass die neue Schule pädagogisch Sinn mache und den Schülern eine gute Orientierung gebe. Zurzeit werden an der Kölner Straße 235 Kinder in elf Klassen unterrichtet. Zum geplanten Umzug 2021 dürfte es wesentlich mehr Kinder sein, denn die Schulentwicklung prognostiziert steigende Schülerzahlen. Die Löwengrundschule bildet 2018 drei Eingangsklassen - nach zwei 2017.

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Sträter sieht in dem Neubau eine große Chance für alle. Sicher werde es Fragen geben - zum zeitlichen Ablauf, zum Übergang oder ob der Unterricht beeinträchtigt wird. Sie hoffe auf einen transparenten und offenen Prozess. Für Claudia Sträter beginnen spannende Monate, denn einen Neubau hat sie als Lehrerin noch nicht begleitet. Jetzt komme eine neue Herausforderung.

"Erleichtert und erschöpft" - so beschreibt Christiane Klur ihren Gemütszustand. Die Leiterin der Realschule hat viel Kraft investiert - und sie weiß, dass die vergangenen Wochen auch Schaden hinterlassen haben. "Da muss wieder einiges zusammenwachsen", sagt sie. Sekundär findet sie, dass die Realschule an ihrem Standort bleiben kann. Viel wichtiger ist der Pädagogin, dass die Sekundarstufe I von der Primarstufe getrennt bleibe. Sie freue sich, nun wieder ihre ganze Kraft in die Entwicklung der Schule einzubringen. Da gehe es um Digitalisierung, Inklusion und eine Qualitätsanalyse.

Für Gerd Püschel, Leiter der Hauptschule, ist wichtig, dass der Bürger entschieden habe. Damit sei das Thema für ihn erledigt. "Wir müssen sowieso weiter von Schuljahr zu Schuljahr schauen", sagt er. Vordergründig sei es sehr schön, dass der Standort erhalten bleibe.

(RP)