Hückeswagen: Drogenkonsum ist eine "Jugendsünde" - Verfahren eingestellt

Hückeswagen: Drogenkonsum ist eine "Jugendsünde" - Verfahren eingestellt

Nach einem ordentlichen Realschulabschluss war's nicht mehr gut gelaufen für einen heute 23 Jahre alten Hückeswagener: Er wollte das Fachabitur machen, kam dann aber an der weiterführenden Schule nicht zurecht. Mit dem Abi klappte es nicht, eine Ausbildungsstelle fand er zunächst auch nicht, zumal er sich nicht wirklich für einen Beruf entscheiden konnte. Dazu kamen die falschen Freunde, die ihm Drogen ans Herz legten, weil dann "alles viel leichter und cool" werde. "Ich war noch sehr naiv damals und wollte das dann mal ausprobieren mit dem Marihuana. Das wäre gut zum Entspannen, hatte mir ein Freund gesagt": Das erzählte der junge Mann jetzt im Prozess gegen ihn vor dem Amtsgericht in Wipperfürth.

Nach einem ordentlichen Realschulabschluss war's nicht mehr gut gelaufen für einen heute 23 Jahre alten Hückeswagener: Er wollte das Fachabitur machen, kam dann aber an der weiterführenden Schule nicht zurecht.

Mit dem Abi klappte es nicht, eine Ausbildungsstelle fand er zunächst auch nicht, zumal er sich nicht wirklich für einen Beruf entscheiden konnte. Dazu kamen die falschen Freunde, die ihm Drogen ans Herz legten, weil dann "alles viel leichter und cool" werde. "Ich war noch sehr naiv damals und wollte das dann mal ausprobieren mit dem Marihuana. Das wäre gut zum Entspannen, hatte mir ein Freund gesagt": Das erzählte der junge Mann jetzt im Prozess gegen ihn vor dem Amtsgericht in Wipperfürth.

Die Anklage legte ihm den Besitz von Betäubungsmitteln und den Handel damit zur Last. Der damalige Freund, ein seinerzeit in Hückeswagen wegen Drogenkonsums und Drogenhandels polizeibekannter Heranwachsender, hatte ihm demnach im Herbst 2015 zuerst Cannabis besorgt. Als er aufflog, kam die Polizei über sein Handy und die Chatverläufe darin auch auf die Spur des nun angeklagten Mannes. Daraus ergab sich, dass auch er die Droge in kleinen Mengen verkauft hatte, wiederum an den Freund, als dessen Vorräte offenbar aufgebraucht waren. Der damalige Freund ist inzwischen rechtskräftig verurteilt, nun hatte sich der inzwischen 23-Jährige vor dem Strafrichter in Wipperfürth zu verantworten. Er hat mittlerweile offenbar die Kurve gekriegt, nachdem er eine Ausbildungsstelle im Einzelhandel angetreten hat, die ihm viel Freude bereite, wie er auf Nachfragen des Richters sagte. "Ich konsumiere jetzt schon lange keine Drogen mehr. Dazu habe ich gar keine Zeit und als Azubi auch kein Geld", beteuerte er im Prozess. Außerdem sei er in eine andere Stadt gezogen und habe sich dort einen neuen Bekanntenkreis aufgebaut. Zu den alten Freunden in Hückeswagen, die ihn mit dem Cannabis in Kontakt gebracht hätten, habe er keinerlei Kontakt mehr.

Auch laut Jugendgerichtshilfe ist der junge Mann inzwischen auf einem guten Weg, nachdem er für sich eine Berufs- und Lebensperspektive gefunden hat. Zum Tatzeitpunkt, also vor mehr als zwei Jahren, sei der heute 23-Jährige noch in seiner Reife verzögert gewesen, deshalb sei die Anwendung des Jugendstrafrechts angebracht. Dem folgte der Richter: Er wertete den Drogenkonsum letztlich als "Jugendsünde" und stellte das Verfahren gegen den nicht vorbestraften Hückeswagener ein. Als Auflage muss er eine Geldbuße in Höhe von 150 Euro bezahlen.

"Zahlen Sie das Geld, lassen Sie die Finger grundsätzlich weg von Drogen - und dann ist es gut", gab der Richter dem sehr erleichtert wirkenden Auszubildenden, der mit seiner Mutter vor dem Amtsgericht erschienen war, mit auf den Weg nach Hause.

(bn)