Hückeswagen: Blues nach "Gangster-Art"

Hückeswagen: Blues nach "Gangster-Art"

Die Blues-Night im Kultur-Haus Zach etabliert sich bei Musikfreunden auch über die Stadtgrenzen hinaus. Jetzt boten die "Fabulous Guitar Gangsters" mit ihren rauen und verwegenen Interpretationen höchsten Musikgenuss.

Die einmal im Monat organisierte Blues- und Jazz-Night scheint sich immer mehr herumzusprechen — auch in den Nachbarstädten. Am Freitag kamen rund 50 Gäste ins Kultur-Haus-Zach zum Auftritt der Band "The Fabulous Guitar Gangsters". Das sind mehr als dreimal so viele Zuschauer wie bei den ersten Jazz-Veranstaltungen. Dazu erklärte der stellvertretende Vorsitzende, Stefan Noppenberger: "Jazz ist ein Nischenprogramm im Gegensatz zum lockeren Blues."

Die vierköpfige Band rund um Sänger und Gitarrist Matthias Fechner zeigte sich nicht nur locker, sondern höchst professionell und begeisterte vom ersten Ton an. Mit ihren verwegenen Rock- und Soul-Stücken im "Gangstersound" — von eigenen Titeln bis zu alten Blues-Klassikern — überzeugten sie die Zuschauer im kleinen Veranstaltungsraum. "Der spielt richtig, richtig gut", staunte Rolf Potrafki über die kraftvolle Gitarrenarbeit Fechners. Der Wipperfürther freute sich über das Angebot der Nachbarstadt. "Schön, dass es so etwas auch hier und nicht nur in Köln gibt", sagte Potrafki.

Überzeugender Auftritt

"Gangster-Boss" Matthias Fechner steht seit mehr als 30 Jahren auf der Bühne und teilte diese schon mit Musikgrößen wie Walter Trout und Muddy Waters. Der Vollblutmusiker beherrscht nicht nur sein Instrument perfekt, er kann auch seine raue Stimme absolut überzeugend und emotional einsetzen. So verursachten selbst langsamere Soul-Stücke wie "The dark End of the Street" ein echtes Gänsehaut-Gefühl.

  • Hückeswagen : Keine Tanzparty mit SSV am Karnevalssamstag
  • Hückeswagen : Blues-Night mit Wolfgang Kalb
  • Hückeswagen : Blues und Brit-Rock im Kultur-Haus Zach

Großen Anteil daran haben seine Band-Kollegen Nils Bloch am Schlagzeug, Ralph Murch am Bass und Didi Bonner am Wurlitzer Piano. "Das ist gute handgemachte Musik, die aus dem Bauch und aus der Seele kommt", schwärmten die Zuschauer. Einziger Wermutstropfen für die Musikliebhaber in den ersten Reihen war der Geräuschpegel am Getränketisch im hinteren Bereich des Raums. Die anhaltenden Gespräche der Gäste, denen die Musik als Hintergrunduntermalung diente, verhinderten einen ungetrübten Musikgenuss.

Zum ersten Mal im Kultur-Haus war auch Frank Müseler. "Ich bin überrascht von der Einrichtung", sagte der Lenneper. Was die Hückeswagener hier auf die Beine gestellt hätten, sollte auch in anderen Städten Nachahmer finden, war die Meinung des Musikfreunds.

Raum noch "ein wenig nackt"

Und auch die Musiker fanden Gefallen: "In so einem neuen Raum zu spielen hat schon was, auch wenn er klein und noch ein wenig nackt ist", sagte Fechner. Der Weg vom Ruhrgebiet ins Bergische war für die Band kein Problem: "Hückeswagen haben wir mit unserem Kleinstadt-Finder-Instinkt gefunden", sagten die Musiker lachend.

(RP/jco)
Mehr von RP ONLINE