Hückeswagen: BEW - energiegeladen seit 60 Jahren

Hückeswagen : BEW - energiegeladen seit 60 Jahren

Mit einem großen Familienfest für ihre Kunden feiert die BEW am 14. Juli ihr 60-jähriges Bestehen. Der Energieversorger, zu dem die Stadt Hückeswagen vor 51 Jahren stieß, sieht sich für die Region und ihre Menschen verantwortlich.

Die Zahl klingt gewaltig: 120 Millionen Euro hat die Bergische Energie- und Wasser GmbH (BEW) 2012 an Umsatz in ihren Geschäftsfeldern Strom, Gas und Wasser gemacht. Doch im Vergleich zu den Branchenriesen auf dem Energiesektor sind das nur die berühmten "Peanuts". So kam etwa E.ON im gleichen Zeitraum auf 134 Milliarden Euro. Mit den Energieriesen aber will sich die BEW überhaupt nicht messen. Vielmehr will sie regional stark sein — und zwar im bergischen Städte-Viereck Hückeswagen, Wipperfürth, Wermelskirchen und Kürten.

Die Gründung der BEW datiert aus dem Jahr 1953, als sich die Stadt Wipperfürth (60 Prozent) mit der Rheinischen Energie Aktiengesellschaft (Rhenag) zusammentat. Neun Jahre später stieß Hückeswagen hinzu. Jüngster Zuwachs ist die Stadt Wermelskirchen, deren Stadtwerke 2002 mit der BEW fusionierten. Wipperfürth ist mit 29,4 Prozent Mehrheitseigner, gefolgt von Hückeswagen (25,3) und Wermelskirchen (25,1). Die Rhenag besitzt 20,2 Prozent der Anteile. Aktiv ist die BEW auch in Kürten, berichtete am Donnerstag der BEW-Geschäftsführer Wilhelm Heikamp in einem Pressegespräch. Die Gasversorgung der rheinisch-bergischen Gemeinde hat sie 1988 übernommen, nun bemüht sie sich um die dort 2014 frei werdende Stromkonzession.

Zurzeit betreut die BEW rund 40 000 Strom- und rund 16 000 Gaskunden, und sie beliefert, bis auf wenige Ausnahmen, die rund 90 000 Menschen in ihrem Einzugsgebiet mit Wasser.

Mit einem großen Familienfest am übernächsten Sonntag will sich die BEW bei ihren Kunden aus den vier Städten bedanken. Rund um die Wipperfürther Zentrale am Sonnenweg gibt es von 11 bis 18 Uhr kostenfreie Angebote für Kinder mit einem Nostalgie-Jahrmarkt, einem Kinderland sowie Sport und Action, die Erwachsenen erwartet ein Showprogramm mit Musik und Artistik sowie die Präsentation von Elektro- und Erdgasfahrzeugen. Zu bezahlen sind lediglich die Getränke und Speisen. Deren Erlös geht — ebenso wie die Spenden, die in ein vier mal zwei Meter großes Sparschwein geworfen werden können — an Jugendeinrichtungen in den vier Kommunen. In Hückeswagen soll das Stadtpark-Projekt des Jugendzentrums unterstützt werden.

Auch wenn sie sich als regionaler Energieversorger etabliert hat, so muss die BEW doch auch gegen preiswertere Anbieter aus dem Internet kämpfen. Kein Wunder, wenn man etwa die Entwicklung der Stromkosten betrachtet: Anfang der 90er Jahre kostete die Kilowattstunde umgerechnet 11,5 Cent, "heute liegen wir bei 25 Cent", berichtete Oliver Dalkow, Abteilungsleiter Marketing und Vertrieb.

Bürgermeister Uwe Ufer und sein Wipperfürther Kollege Michael von Rekowski warben dennoch für einen Verbleib der Kunden bei der BEW. So verwies Ufer auf die Insolvenz von Billiganbietern wie Teldafax und Flexstrom, die vielen ihrer Kunden, die ihre Beiträge per Vorkasse zu zahlen hatten, noch Geld schuldeten. Auch habe die BEW, die etwa den Eigenbetrieb Freizeitbad finanziell unterstützt, eine soziale Bedeutung für die Städte: "Ohne die BEW gäbe es in Hückeswagen kein Hallenbad mehr", betonte er. "Ihre Gewinne bleiben in der Region und gehen nicht, wie bei den Großkonzernen, an die Aktionäre."

Zum Gewinn wollte BEW-Geschäftsführer Heikamp nur so viel sagen: "Er ist zufrieden stellend."

(Ein ausführlicher Bericht über das Familienfest-Programm folgt in einer der nächsten Print-Ausgaben.)

(RP)
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