Elektroautos: Energieversorger BEW baut weitere Ladesäulen

Wermelskirchen: BEW setzt verstärkt auf Elektromobilität

Mit weiteren Ladesäulen in ihrem Versorgungsgebiet will der Energieversorger durchstarten.

Drei der insgesamt 14 Ladesäulen für elektrobetriebene Autos in ihrem Versorgungsgebiet hat die Bergische Energie- und Wasser-GmbH (BEW) in Wermelskirchen aufgestellt - alle im Zentrum: vor dem Rathaus, an der Oberen Remscheider Straße und der Berliner Straße (Autohaus Hildebrandt). In diesem Jahr erhöht sich die Zahl der "Strom-Tankstellen" auf fünf: Die vierte soll in Kürze auf dem Schwanenplatz installiert werden, für eine weitere steht der Standort noch nicht fest, teilte BEW-Geschäftsführer Jens Langner gestern im Gespräch mit unserer Redaktion mit.

Es dürfte nicht die letzte Ladestation in Wermelskirchen oder dem übrigen Versorgungsgebiet der BEW gewesen sein, das noch Wipperfürth, Hückeswagen und Teile Kürtens umfasst. Der Energieversorger will diese Infrastruktur mit Fördermitteln weiter ausbauen - die Mittel für sechs Säulen, davon eine Schnellladesäule, seien bereits genehmigt, bestätigte Langner. Dazu will die BEW mit Autohäusern aus der Region kooperieren und weitere Dienstleistungen in Sachen Energiesparen anbieten. So schweben Langner etwa Komplettangebote für gewerbliche Kunden beim Autostrom und Lösungen für energieaffine Privathaushalte bei Photovoltaikanlagen vor.

"Die Energiemärkte ändern sich", betonte der Geschäftsführer. Die BEW habe sich vorgenommen, sich weiter zu verändern - sie will mehr sein, als ein reiner Lieferant für Gas, Wasser und Strom, etwa ein zentraler Ansprechpartner in allen Energiefragen für ihre Kunden. So legt sie etwa auch verstärkt den Fokus auf die Umrüstung auf die energiesparende LED-Technik: "Denn wenn wir's nicht machen, macht's ein anderer", betonte Langner. Die Netze und die Netzinfrastruktur blieben aber die Kernkompetenz, versicherte er.

Auch den Breitband-Ausbau hat der Energieversorger als Standbein der Zukunft für sich entdeckt. So hat sich die BEW in Hückeswagen und Wipperfürth darum beworben, beim Ausbau der Glasfaserleitungen in den ländlichen Bereichen die Lehrrohre zu verlegen. Diese würde sie dann an den jeweiligen Internetanbieter vermieten. Die Entscheidung fällt wohl im Sommer.

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Der "Top-Lokalversorger" - dieses Gütesiegel für Strom und Gas erhielt die BEW jüngst für Kriterien wie Verbtaucherfreundlichkeit, Transparenz, Servicequalität, Datenschutz und nachhaltige Geschäftsstrategie - bereitet sich zudem auf die Marktraumumstellung beim Erdgas vor. In 2024 wird in Wermelskirchen, Hückeswagen und Wipperfürth auf das H-Gas umgestellt. Das hat einen höheren Brennwert und wird hauptsächlich aus Norwegen und Russland bezogen. Das aktuell genutzte L-Gas ist dann passé - die Niederlande, Hauptlieferant neben Deutschland, fährt die Förderung immer weiter zurück.

"Die Gaspreise verändern sich dadurch nicht", versichert Langner. Allerdings müssten dann wohl Heizungsanlagen, die älter als 30 Jahre sind, gegen moderne Geräte ausgetauscht werden. Dafür lege der Bund aber ein Förderprogramm auf.

2017 investierte die BEW etwa 4,6 Millionen Euro in die Erneuerung von 39 Kilometern für Strom-, Gas- und Wasserleitung inklusive der Hausanschlüsse. Allein in Wermelskirchen wurden für 1,5 Millionen Euro für Versorgungsleitungen auf einer Länge von 14 Kilometer investiert. Für dieses Jahr sind "nur" noch 900.000 Euro für die örtlichen Netze geplant. Erneuert werden 1,4 Kilometer Gas-, 2,2 Kilometer Wasser- und zwei Kilometer Stromleitungen, wobei die größte Baumaßnahme die 1100 Meter lange Stromleitung in Zurmühle-Schlepenpohl sein wird.

(büba)