Hückeswagen: 48 Klingelnberg-Mitarbeiter müssen ab 1. August gehen

Hückeswagen : 48 Klingelnberg-Mitarbeiter müssen ab 1. August gehen

Die schlechte Nachricht, die die Geschäftsführung der Firma Klingelnberg gestern mitteilte, beinhaltet auch eine gute: Ab dem 1. August verlieren am Standort Hückeswagen 48 Mitarbeiter ihren Job – allerdings deutlich weniger als die 87, die ursprünglich im Gespräch waren.

Die schlechte Nachricht, die die Geschäftsführung der Firma Klingelnberg gestern mitteilte, beinhaltet auch eine gute: Ab dem 1. August verlieren am Standort Hückeswagen 48 Mitarbeiter ihren Job — allerdings deutlich weniger als die 87, die ursprünglich im Gespräch waren.

Am Standort Ettlingen wird der Maschinenbauer voraussichtlich 128 Beschäftigte entlassen — ebenfalls weniger als geplant. Die Zahlen nannte gestern Marco Röhrig, der Erste Bevollmächtigte der IG Metall, auf Anfrage der BM. In Ettlingen laufen die Gespräche aber noch.

Mitte April hatte die Klingelnberg-Spitze mitgeteilt, an beiden Standorten bis zu 250 Mitarbeiter entlassen zu wollen. Dass die Zahl der Entlassungen um fast die Hälfte gesenkt werden konnte, liegt auch an einigen sozialverträglichen Regelungen.

Der Vorsitzende der Geschäftsführung, Tomas Kirschenfauth, bestätigte gestern die Vertragsunterzeichnung von Montag: "Gemeinsam mit dem Betriebsrat und der Gewerkschaft IG Metall wurden ein Sozialplan sowie ein Interessenausgleich verabschiedet", heißt es in einer Pressemitteilung. Arbeitgeber und Betriebsrat hätten sich auf die Einrichtung einer Transfergesellschaft geeinigt. "Hierdurch soll der Verlust des Arbeitsplatzes sozial abgefedert werden." Ziel sei es, schnellstmöglich viele Arbeitnehmer wieder in ein festes Beschäftigungsverhältnis zu bringen.

Kirschenfauth und der Betriebsratsvorsitzende Ulrich Meyer sind zufrieden mit den Verhandlungsergebnissen. "Nach sehr intensiven und konstruktiven Gesprächsführungen haben wir Vereinbarungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan getroffen, die unserer Meinung nach gleichermaßen die Bedürfnisse unseres Unternehmens sowie unserer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen berücksichtigen", sagte Kirschenfauth. Auch wenn der Stellenabbau zur Schaffung einer dauerhaften Stabilität des Unternehmens unumgänglich sei, sei sich die Geschäftsführung doch über die Verantwortung und Tragweite dieser traurigen Maßnahme bewusst.

Auf Wunsch der IG Metall können die ausscheidenden Arbeitnehmer in die FQG-Transfergesellschaft eintreten, "die in der Region schon erfolgreich aktiv war" (Röhrig). Die sei sehr gut ausgestattet mit Qualifizierungsmitteln. Die Mitarbeiter, die dort 80 Prozent ihres Nettolohns erhalten, können sich dort mindestens sechs und maximal zwölf Monate weiterbilden lassen. So kann etwa ein Dreher einen CNC-Kursus belegen, womit sich seine Einstiegschancen bei einem anderen Unternehmen verbessern.

Die gekündigten Mitarbeiter bekommen zudem laut Röhrig eine Abfindung — " und zwar unabhängig davon, ob sie das Angebot, in die Transfergesellschaft zu gehen, annehmen oder nicht". Sie sei deutlich besser als alles, was sie vor einem Arbeitsgericht erstreiten könnten.

(büba)
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