Hückeswagen: Taxipreise: Kreistag diskutiert Erhöhung

Hückeswagen : Taxipreise: Kreistag diskutiert Erhöhung

Im Kreistag wird heute Abend über eine Anhebung der Taxigebühren abgestimmt. Der Kreisausschuss hatte dem Antrag der Unternehmer bereits stattgegeben. Stimmt der Kreistag zu, kostet der Kilometer demnächst rund zehn Cent mehr.

Hohe Spritpreise, teure Versicherungen, hohe Personalkosten: Die Taxiunternehmer im Kreis beklagen widrige Geschäftsumstände. Und hoffen auf die heutige Sitzung im Kreistag. Genauer auf Tagesordnungspunkt 6: "Änderung der Tarifordnung zur Taxenordnung für den Oberbergischen Kreis".

Ende 2012 hatten die Taxiunternehmer einen Antrag an den Kreis gestellt, in dem sie ihre Situation schilderten und eine Erhöhung der Tarife forderten. Der Kreisausschuss als vorbereitendes Gremium hatte in seiner Sitzung am 27. Juni bereits zugestimmt. Wenn auch nur teilweise.

Die Unternehmer forderten eine Erhöhung der Grundgebühr von derzeit drei Euro auf dann 3,50 Euro. Der Kreisausschuss hielt eine Erhöhung um nur 25 Cent auf 3,25 Euro für angemessen. Zudem sprach er sich für eine Erhöhung des Zuschlages für ein Großraumtaxi um 50 Cent auf dann 6,50 Euro aus. Die oberbergischen Taxi-Unternehmer hatten allerdings einen Zuschlag von acht Euro gefordert. Der Erhöhung der Kilometerpreise um zehn beziehungsweise 15 Cent von 1,60 auf 1,70 Euro am Tag und von 1,70 auf 1,85 Euro in der Nacht wurde einstimmig zugestimmt.

Stimmt der Kreistag dem Vorschlag des Kreisausschusses heute Abend zu, könnte der neue Tarif in etwa neun Wochen, am 1. September, in Kraft treten. Eher geht's nicht, denn vorher müssten alle 120 Taxen des Kreises nach Köln zum Eichamt, wo die Taxameter neu eingestellt werden.

Rainer Dickoph, Taxiunternehmer mit acht Wagen in Hückeswagen, verteidigt die Erhöhung: "Bei einer Strecke von Hückeswagen nach Lennep ist das rund ein Euro mehr." Angst, dass ihm durch die Preiserhöhung Kunden abspringen könnten, hat er nicht: "Wenn die Spritpreise steigen, fahren die Leute trotzdem nicht weniger Auto. Und ihr Bier trinken sie auch, selbst wenn die Kneipe die Preise erhöht. Ich denke nicht, dass die Erhöhung den Kunden wirklich weh tut."

Die letzte Erhöhung der Taxigebühren genehmigte der Kreis im Mai 2011. "Wie stark die Spritpreise seitdem gestiegen sind, kann man doch an jeder Tankstelle sehen", sagt Dickoph.

Unterstützung bekommen Dickoph und seine Kollegen von ihrem Verband, der Fachvereinigung Personenverkehr Nordrhein in Monheim. Die Industrie- und Handelskammer in Köln hingegen, die ebenfalls eine Stellungnahme zu dem Antrag abgab, kritisiert die Forderungen der Unternehmer. Mit Anhebung der Kilometertarife würde Oberberg dann zu den Kreisen mit den höchsten Taxitarifen zählen. Im Rheinisch-Bergischen Kreis haben die Taxiunternehmer zwar auch einen Antrag gestellt, diesen aber wieder zurückgezogen.

Das Thema Mindestlohn, das in der Politik derzeit diskutiert wird, könnte indes schon bald zu einem erneuten Antrag der oberbergischen Taxiunternehmer führen. "Ich war erstaunt, wie viele von uns untertariflich bezahlen", berichtet Rainer Dickoph. Sollte der Mindestlohn kommen, würde dies eine Lohnkostenexplosion für die Unternehmer bedeuten.

(RP)
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