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Jusos sehen Bahn-Reaktivierung Hückelhoven in Gefahr

Hückelhovener Rat entscheidet am Mittwoch : Jusos sehen Bahn-Reaktivierung in Gefahr

Am Mittwoch stimmt der Rat über eine Änderung des Flächennutzungsplans eines Grundstücks an der alten Trasse ab. Das könnte die langfristige Entwicklung der Stadt negativ beeinflussen, sagen die Jusos.

Es ist ein Thema, das die Bürger und die Politik in Hückelhoven schon lange umtreibt: Die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Linnich und Hückelhoven-Baal. 1974 sind die Gleisanlagen zurückgebaut worden. Im Jahr 2002 wurde auf dem Abschnitt zwischen Jülich und Linnich wieder Personenverkehr eingeführt. So könnte in Zukunft also der Lückenschluss zwischen Linnich und Baal erfolgen.

Dieses Ziel sehen die Jungsozialisten in Hückelhoven in Gefahr, und zwar durch eine Änderung des Flächennutzungsplanes an der Wankelstraße im Industrie- und Gewerbegebiet in Baal-Doveren. Darüber stimmt der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung am Mittwoch, 14. April, final ab.

„Die Reaktivierung der Bahnstrecke ist ein wichtiger Baustein für die zukünftige Entwicklung der Stadt Hückelhoven und der Region und eines der wichtigsten Projekte für die Verkehrswende und den Klimaschutz vor Ort“, sagt der Juso-Vorsitzende Maurice Korsten. Es würde nicht nur zu einer Entlastungen der Verkehrssituation entlang der Strecke führen, sondern Hückelhoven als Wirtschafts- und Wohnstandort durch die direkte Anbindung an das Forschungszentrum Jülich attraktiver machen. Auch die an der Strecke liegenden Ortsteile würden durch die Anbindung an die City profitieren, führt er weiter aus. Durch die Änderung des Flächennutzungsplans könnte die Firma Saltec dort expandieren.

Korsten und seine Kollegen haben sich in einem offenen Brief an Bürgermeister Bernd Jansen und die Ratsmitglieder gewandt und gleichzeitig eine Online-Petition für den Erhalt der Bahnstrecke auf den Weg gebracht. „Die Arbeitsplätze, welche durch die Industrieexpansion durch die Firma Saltec entstehen, sind wichtig für den Strukturwandel in Hückelhoven, blockieren aber an diesem Ort die mittel- und langfristig viel größere Chancen für die städtische Entwicklung und zukünftige Arbeitsplätze“, argumentiert Korsten.

In dem offenen Brief nehmen die Jusos auch Bezug auf die Stellungnahmen des Nahverkehr Rheinland und der Deutschen Bahn, die beide Bedenken gegenüber der Änderung des Flächennutzungsplans geäußert hatten. „In Hückelhoven gibt es kaum Alternativen zum Auto“, sagt Korsten. Daher sei eine zusätzliche Möglichkeit im öffentlichen Nahverkehr wichtig für die Stadt, auch im Hinblick auf die CO2-Bilanz, ergänzt er. Ohne die Verbindung sei die Bahn keine Alternative für Pendler, die etwa nach Jülich zur Arbeit fahren.