1. NRW
  2. Städte
  3. Hilden

Haaner Krankenhaus prüft Aufstockung der Intensivbetten

Krankenhäuser : Krankenhaus prüft Intensiv-Aufstockung

Noch werden die Covid19-Patienten in Mettmann und in den Unikliniken Düsseldorf sowie Essen betreut. Aber die Krankenhäuser in Hilden und Haan bereiten sich ebenfalls auf Erkrankte vor und entwickeln Notfallpläne.

Das Haaner St-Josef-Krankenhaus verfügt momentan über neun Intensivbetten und sechs Beatmungsgeräte. Die Zahl könnte sich jedoch schon bald erhöhen: „Wir prüfen zur Zeit, ob und in welcher Form wir die Intensivkapazitäten aufstocken können“, berichtete Cerstin Tschirner. Die Sprecherin der Kplus-Gruppe, zu der auch die Krankenhäuser in Haan und Hilden gehören, nannte zudem für das Hildener Krankenhaus acht Intensivbetten und fünf Beatmungsgeräte.

„Zurzeit reicht das noch aus“, betonte sie, zumal nicht alle Betten belegt seien und es noch keinen einzigen Patienten mit Covid19 im Haus gebe. Erste Anlaufstelle für Corona-Erkrankte sei wie in der Notfallvereinbarung vorgesehen das evangelische Krankenhaus in Mettmann. Von dort sollen die Betroffenen aber möglichst schnell in die Universitätskliniken Düsseldorf und Essen verlegt werden: „Erst wenn dort auch alles belegt ist, kommen wir in Hilden und Haan ins Spiel“, sagte Tschirner. Da sich die Situation aber nun mal immer wieder rasant weiter entwickle, sei die Kapazitätserweiterung für Haan eine wichtige Alternative, die sorgfältig geprüft werde. So gebe es einen Raum, der zurzeit zwar keine Intensivbetten beinhalte, aber an das Monitoring der Intensivstation angeschlossen werden könne. Die Bestellung weiterer Beatmungsgeräte sei auch eine Option.

  • Eine Pflegerin versorgt in einem Braunschweiger
    Corona in Hilden und Haan : Lage auf Intensivstationen spitzt sich zu
  • In 17 Fällen sollen Tests bei
    Corona-Lage in Leverkusen : Ausbruch bei Medizindienstleister Med 360°
  • Eine belgische Corona-Patientin sitzt in der
    Deutschland will helfen : Intensivstationen in Belgien stoßen ans Limit

„Sollten die Kapazitäten in den Unikliniken nicht mehr ausreichen, können wir sukzessive nach Bedarf Isolationsmöglichkeiten in den Häusern einrichten“, kündigte Tschirner an. Das sei ein Verfahren, das während anderer Infektionswellen wie Influenza oder Noro schon durchgeführt wurde. Insofern seien die Mitarbeiter da geübt, „genauso wie sie geschult sind im Umgang mit infektiösen Patienten“. Auch Schutzkleidung und Desinfektionsmittel seien zurzeit noch ausreichend vorhanden.

Die Krankenpflegeschule hat unterdessen ihren Betrieb vorerst eingestellt. Die Krankenpflege-Schüler, die jetzt eigentlich Blockunterricht hätten, gehen nach Auskunft von Tschirner stattdessen den examinierten Krankenpflegern und Schwestern zur Hand. Es sei beeindruckend, festzustellen, „wie sich alle der Situation angemessen momentan einbringen“. Das beginne beim Team in den Kliniken und reiche bis hin zu den Pädagogen und Betreuungskräften, die sich um die Kinder des Krankenhauspersonals kümmerten. „Eine solche Welle an Solidarität tut wirklich enorm gut“, sagte Kplus-Sprecherin Cerstin Tschirner.

Allerdings warnt sie auch ausdrücklich vor unangekündigten Besuchen in den Kliniken. „Es gibt leider noch immer viel zu viele  Unvernünftige, die nicht begreifen wollen, dass sie ihre Freunde oder Verwandten in Gefahr bringen, wenn sie als Besuch einfach hier auftauchen“, so Tschirner. Sie wisse, dass dieser Appell weh tue, „weil all die Besuche ja gut gemeint sind. Nur erreichen sie unter Umständen mit so einem Auftauchen das genaue Gegenteil, indem sie Risiko-Patienten unwissentlich mit dem Coronavirus anstecken.“

In Einzelfällen können Besucher mit den Stationen telefonisch Kontakt aufnehmen und einen kurzen Besuch organisieren, erklärte Tschirner. Der laufe dann aber kontrolliert und mit den entsprechenden Vorsichtsmaßnahmen. „Wir sind gut vorbereitet, aber wir wissen auch, dass die Zahl der Erkrankungen vermutlich noch deutlich zunehmen wird“, so die Sprecherin. Bilder aus völlig überfüllten  Krankenhäusern, wie sie zur Zeit aus Italien zu sehen sind, wolle man hierzulande auf jeden Fall vermeiden: „Das geht aber nur, wenn alle wirklich diszipliniert mitmachen.”