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Corona wird zum Stresstest für unser Leben

Hilden : Corona wird zum Stresstest für unser Leben

Polizei, Feuerwehr und die Stadtwerke haben Maßnahmen ergriffen, um ihre Mitarbeiter zum Wohl der Gemeinschaft zu schützen.

Das öffentliche Leben kommt immer mehr zum Erliegen. Nachdem Schulen, Kitas, Rathäuser, Unterhaltungsetablissements und andere öffentliche Einrichtungen geschlossen wurden, dürfen nun auch keine Spielplätze mehr besucht werden. Restaurants müssen um 15 Uhr schließen und dürfen Gäste nur unter strengen Auflagen bedienen. All das soll die Ausbreitung des Coronavirus’ bremsen. Damit die öffentliche Ordnung aber nicht zusammenbricht, haben Städte und Behörden vorgesorgt. Ein Überblick über die Maßnahmen.

Polizei Die Polizei im Kreis Mettmann hält die Einsatzkräfte mit täglich aktualisierten Informationen auf dem Laufenden. „Jeder Einzelne, insbesondere aber auch alle Führungskräfte, achten auf die strikte Einhaltung aller notwendigen, auch allgemein gültigen hygienischen Vorsorgemaßnahmen, zum Beispiel kein Händeschütteln, Nutzen von Desinfektionsmitteln, Niesen und Husten in die Armbeuge etc.“, erklärt Polizeisprecher Heinrich-Ulrich Löhe. „Zudem haben wir in unserer Behörde einen sogenannten Pandemiekoordinator benannt, der bei seinen Aufgaben in engem Kontakt zum Krisenstab und dem Gesundheitsamt des Kreises Mettmann steht. Er überwacht die Einhaltung und Umsetzung aller notwendigen Maßnahmen. Weitere Pandemiehelfer in der Behörde unterstützen ihn dabei.“ Alle Polizeiwachen im Kreis verfügen für den Pandemiefall über geeignete Schutzausstattung - von Desinfektionsmitteln, über Einmalhandschuhe, bis hin zum kompletten Infektionsschutzset. Solche werden auch auf allen Fahrzeugen der Polizei ständig mitgeführt. „Dafür haben wir unsere erforderlichen Materialbestände geprüft und rechtzeitig ergänzt. Im Pandemiefall spielt aber auch die Entsorgung solcher, benutzter Materialien eine wichtige Rolle. Wir haben deshalb auch Vorkehrungen für einen professionellen Umgang mit benutzter, möglicherweise kontaminierter Schutzausstattung getroffen“, so Löhe weiter.

Wasser/Strom/Gas Die Stadtwerke Hilden haben systemrelevante Mitarbeiter in verschiedene Gruppen aufgeteilt und räumlich getrennt. „Hierdurch soll bei einem eventuellen Corona-Verdachts- oder -Ansteckungsfall die andere Gruppe voll arbeitsfähig bleiben“, erklärt Sprecherin Sabine Müller. Besprechungen, Fortbildungen und Workshops sind abgesagt oder werden digital durchgeführt. „Auch im Hause sollen Mitarbeiter untereinander möglichst den Kontakt vermeiden und lieber zum Telefon greifen, als über den Gang zu laufen“, so Müller weiter.

Feuerwehr Auch die Stadt Hilden schränkt die Bewegungsfreiräume ihrer Mitarbeiter ein: Neben den externen Veranstaltungen werden auch die internen auf das absolut notwendige Maß reduziert und größere Ansammlungen von Mitarbeiter/innen vermieden. „Für die Feuerwehr bedeutet das beispielsweise, dass die verschiedenen Wachabteilungen so koordiniert werden, dass sie sich nicht begegnen und Fortbildungen verschoben werden“, erklärt Hildens Stadtsprecherin Henrike Ludes-Loer. Der Übungsbetrieb der Feuerwehren ist im ganzen Kreis Mettmann schon seit längerem eingestellt.

Müllabfuhr „Rest-, Bio- und Papiermüll sollen gegebenenfalls auch trotz krankheitsbedingter Ausfälle abgeholt werden können. Um dies zu gewährleisten, unterstützen Mitarbeiter, die sonst zum Beispiel in der Grünpflege oder Straßenreinigung arbeiten, bei Bedarf das Team der Abfallentsorgung. In den anderen Bereichen kann es dementsprechend zu Einschränkungen kommen“, erklärt Hildens Stadtsprecherin Henrike Ludes-Loer. Der Wertstoffhof bleibt vorerst geschlossen. „Wer für Leichtverpackungen zum Beispiel aus Kunststoff oder Aluminium keine Gelbe Tonne hat, kann sich eine Rolle Gelber Säcke beim Rathaus abholen“, so Ludes-Loer weiter. Dazu bittet die Verwaltung, durch die Glasscheibe im Rathausinnenhof Blickkontakt zu den Mitarbeitern der Infotheke aufzunehmen und deutlich auf den Karton mit den Gelben Säcken zu deuten. Die Mitarbeiter legen anschließend eine Rolle pro Person vor die Eingangstür. „Die Bürger werden gebeten, sich erst anschließend wieder der Tür zu nähern“, so Ludes-Loer. Hintergrund ist der empfohlenen Mindestabstand von ein bis zwei Metern. Die Infotheke des Rathauses ist auch im Notbetrieb montags bis mittwochs von 8 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 12 Uhr besetzt.