Vorlesetag in Grevenbroich: Eine neues Kinderbuch hat Weltpremiere.

Kinderstiftung Lesen bildet - am Vorlesetag in Grevenbroich : Ein Kinderbuch hat Weltpremiere

Die Kinderstiftung „Lesen bildet“ feiert ihren fünften Geburtstag. Aus diesen Anlass stellte Stiftungsvorstand Heinz Mölder am Vorlesetag das Mitmachbuch von der kleinen grünen Eule vor. Für sie wird nun ein Name gesucht.

Goethe guckt heute bloß zu. Normalerweise steht die Büste des Charakterkopfs mitten in der Stadtbücherei; heute rücken Dritt- und Viertklässler der Grundschule St. Josef aus der Südstadt den Geheimrat und Universalgelernten an den Rand. Mucksmäuschenstill sitzen die Mädchen und Jungen auf den Stühlen und lauschen der Geschichte, die Heinz Mölder vorliest. „Die kleine grüne Eule aus dem Fachwerkhaus“ ist eine Weltpremiere auf der Stadtparkinsel. Zur gleichen Zeit erhebt Ulrike Mölder in der Neusser Münsterschule an der Hafenstraße ihre Stimme und liest – ebenfalls von der kleinen grünen Eule. Denn die steht als Logo für die Kinderstiftung „Lesen bildet“, die aktuell fünf Jahre alt wird.

Aus diesem Grund haben die Erwachsenen bereits Sekt getrunken, wie sie das häufiger tun. Die Kinder aber bekommen 2000 Geschenke – ein Mitmachbuch zum Schmökern, Malen und Selberschreiben. Hinzu kommt eine Karte zum Ausmalen für eine Entdeckertour, die selbst bequeme Eltern vom Sofa holen soll. Und: Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren können bis zu den kommenden Sommerferien an einem Wettbewerb teilnehmen, indem sie sich selbst eine Geschichte ausdenken. Denn die Lese-Stiftung sucht einen Namen für die kleine grüne Eule.

Das gefiederte Original wohnte im Gebälk eines 200 Jahre alten Fachwerkhaues an der Unterstraße in Wevelinghoven – zusammen mit den Kreativen, die der Lesestiftung zu ihrem Logo verhalf. Eigentlich ist schon das eine Geschichte, die immer wieder erzählt werden sollte. In dem jetzt vorgestellten Kinderbuch aber wird die Suche nach dem Stiftungslogo zu einer fantasievollen Winter-Wanderung durch die Erftlandschaft, in der Kaiserpinguine surfen, Biber starke Dämme bauen, ein Pottwal aus Neugierde die Erft hinausschwimmt und ausgerechnet ein Löwe überhaupt nicht lesen kann und deshalb umso lauter brüllt. Kurz: Es dauert, bis die Eule als Wappentier feststeht.

Heinz Mölder lässt aber keine Langeweile aufkommen. Immer wieder bezieht er die jungen Zuhörerinnen und Zuhörer mit ein, stellt Fragen, lässt sie etwas rufen. So vergeht eine Dreiviertelstunde viel schneller als in einer normalen Schulklasse. Am Ende bekommen alle Kinder die hellgrünen Bücher als Geschenk und sollen sich den Eulennamen bis Juli 2020 ausdenken – zusammen mit einer Geschichte natürlich. Die kommissarische Schulleiterin Sabine Klung muss den Kindern versprechen, noch mal wiederzukommen, in die Stadtbücherei mit ihren 38.000 Medien – 6000 davon für Kinder.

Gemeinsam mit der Stadtbücherei-Leiterin Kirstin Weissgerber hat Sabine Klung diese Erfahrung gemacht: Grundschüler lieben spannende Geschichten – und lesen; vorausgesetzt, ihre Eltern lieben Literatur. Wichtig dabei ist ein Hinweis des Stiftungschefs Heinz Mölder, junge Zuhörer nicht zu überfordern: „Als Daumenregel geben wir für Eltern oder Großeltern aus: Das Doppelte des Lebensalters eines Kindes in Minuten ist das ideale Maß fürs Vorlesen.“

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