Videoclip für die Kinderstiftung „Lesen bildet“ kommt ins Kino

Neuer Vorfilm in Neuss : Kinderstiftung wirbt mit Kinoflim

Noch als Design-Student an der Hochschule Rhein-Waal hat Marvin Lauterbach einen Videoclip für die Kinderstiftung „Lesen bildet“ entwickelt. Der hat es nun zu Kinoformat gebracht und wird im Hitch gezeigt.

Die Idee kam aus Grevenbroich. Denn dort saß damals die Agentur „Lockstoff Design“ mit den Geschäftsführerinnen Susanne Coenen (die inzwischen gestorbene Designerin war auch Firmengründerin) und Nicole Slink, beide auch Dozentinnen an der Hochschule Rhein-Waal in Kamp-Lintfort und vor allem überzeugte Botschafterinnen der Kinderstiftung „Lesen bildet“. Sie initiierten 2015 unter ihren Studenten ein Semesterprojekt für die damals noch frische Kinderstiftung mit dem Ziel, Praxis und Werbe-Kampagne für eine gute Sache zu verbinden.

Heraus kamen Ideen, die Stiftungsgründer Heinz Mölder und sein Team vor eine schwere Wahl stellten: Wer sollte Erstplatzierter werden? „Wir entschieden uns für zwei erste Plätze“, sagt er, „für die Plakatmotive von Alica Kern und Emil Oelke und für einen Videoclip von Marvin Lauterbach.“ Während Plakate und Postkarten schnell gedruckt waren, dauerte es bis zum Vertrieb des Videoclips etwas länger. Zumindest mit Blick auf die Verwertbarkeit, denn Mölder und sein Team um Bettina Krüger wollten mit dem Video für die Stiftung werben, aber mehr noch für das Lesen an sich.

Im Kaarster Ex-Kulturmanager der Stadt, Klaus Stevens, fanden sie schließlich jemanden, der die Datei in ein Kinoformat umwandelte, so dass der Clip nun pünktlich zum Welttag des Buches am Dienstag, 23. April, breit gestreut werden kann. In Düsseldorf läuft er an diesem weltweiten „Gedenktag“ in den Kinos Atelier, Bambi, Cinema, Metropol und Souterrain in allen Vorstellungen (außer Sonderveranstaltungen ohne Vorprogramm). In Neuss ist er nun gewissermaßen als Vorfilm bei den täglichen Vorstellungen im Kino Hitch zu sehen.

v.l.: Nicole Slink, Detlef Ritz, Marvin Lauterbach und Bettina Krüger freuen sich über die Chance, den Videoclip der Kinderstiftung „Lesen bildet“ im Kino Hitch zu zeigen. Foto: Helga Bittner

Der Betreiber des Hitch, Detlef Ritz, hatte Krüger ziemlich spontan zugesagt, Lauterbachs Video zu zeigen – nicht nur am Welttag des Buches. „Für zwei Wochen auf jeden Fall“, sagt er, „und danach, wenn der Film auch zum Hauptfilm passt.“ So könnte der bundesweit veranstaltete „Vorlesetag“ im September ein fixes Datum werden. Ohnehin ist Ritz mit dem Kino Hitch vertraglich ungebunden, so das er frei entscheiden kann, was er im Vorprogramm zeigt. Etwa 500 bis 700 Zuschauer pro Woche werden den Werbefilm sehen, der mit dem Aufruf „Ermöglichen Sie Kindern das Lesen!“ endet.

Marvin Lauterbach, heute 26 und mit neuem Job als Grafiker und Designer in Hagen, hatte sich bei der Gestaltung des Videos von seinem eigenen Leseverhalten leiten lassen. „Welche Bücher wollte ich schon immer mal lesen?“ sei die Leitfrage gewesen, erzählt er und lacht. Daraus hat er dann Fragen entwickelt, sie mit Zeichentrickszenen verbunden, die dem Zuschauer bei der Antwort auf die Sprünge helfen sollen.

Dabei stammt alles aus seiner Hand: die Idee sowieso, aber auch die Zeichnung, der Schnitt, die Animation. Eine Note bekam er damals auch: „Ich weiß nur nicht mehr, welche“, sagt er. Auch der Blick auf seine damalige Dozentin bringt ihn nicht weiter: „Auf jeden Fall war es eine sehr gute“, ergänzt Nicole Slink lachend. 500 Euro Preisgeld hat ihm die Platzierung im Kinderstiftungs-„Wettbewerb“ zudem gebracht.

Für den gebürtigen Moerser, inzwischen auch ein Bachelor of Arts, hat sich die Arbeit dieses einen Semesters auch persönlich gelohnt. „Das Video gehört auch in meine Bewerbungsunterlagen“, sagt er. Dass es nun im Kino läuft, kann gewiss nicht schaden.

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