Der Närrische Sprötz-Trupp Gustorf stellt ein Viergestirn für die Session

Karvenal in Gustorf : Das ist Grevenbroichs erstes „Viergestirn“

Die Jecken des Närrischen Sprötz-Trupps brechen mit der Tradition: Als „Viergestirn“ sind künftig der Prinz, der Bauer, die Jungfrau und der Bäcker die Regenten des närrischen Volkes in Gustorf.

Nicht alle Traditionen sollten auf Biegen und Brechen gewahrt bleiben – davon sind zumindest Stefan Bechtel, Johannes Moll, Kajü Lieven und Thomas Spitz vom KC Attacke überzeugt. Als die Freunde über ein potentielles Dreigestirn nachdachten kamen sie zu einem Schluss: Irgendwie geht das nicht auf, ist nicht symmetrisch genug und die Rollen nicht richtig verteilt. So kam ihnen die Idee, ein Novum in Grevenbroich, vielleicht im ganzen Rhein-Kreis: ein „Viergestirn“.

Das klassische Dreigestirn (Prinz, Bauer und Jungfrau) sollte allerdings nicht irgendjemand ergänzen, sondern „ein echtes Original“, berichtet Prinz Stefan I. lachend. Und so wurde für die kommenden Session der Koch aus der Garde in die erste Reihe geholt werden – der Koch wurde zum Hofbäcker. Und was für einer: Thomas Spitz ist der einzige Bäcker in ganz Gustorf. „Ich lebe mein Handwerk“, berichtet Spitz, der seit 21 Jahren als selbstständiger Bäcker arbeitet. Und der Prinz erklärt überschwänglich: „So wie das Gaffel zu Köln gehört, gehört der Bäcker zu Gustorf.“

Stefan Bechtel kommt ursprünglich aus Darmstadt. „Von Geburt an“ sei er Karnevalist gewesen, konnte das in Hessen jedoch nie ausleben. Seit acht Jahren wohnt er über die Karnevalszeit in Grevenbroich, seit drei Jahren ist er im Sprötz-Trupp. Jetzt ist Prinz Sebastian I. das närrische Oberhaupt in Gustorf. Das Viergestirn komplettieren Bauer Kajü Lieven aus Laach und Jungfrau „Molly“ (bürgerlich Johannes Moll) aus Gustorf.

Voller Achtung vor dem Amt, war die vier anfangs skeptisch, ob sie die Tradition brechen dürften, ob die Narren sie dabei unterstützten. Doch die Resonanz war großartig: „Niemand hat sich beschwert“, berichtet Bauer Kajü erstaunt.

Für die Session wählten die Jecken das Motto „Et es doch immer widder schön, wemmer all zosamme sin!“ Karneval sei ein Fest der Gemeinschaft, barrierefrei und inklusiv, so der Prinz zu der Entscheidung. Die Botschaft sei es, dass gemeinsam vieles erreicht werden könne – und diese Botschaft wolle das Viergestirn in die Welt tragen. Auf die ereignisreiche und teilweise stressige Zeit freuen sich die Jecken bereits, inbesondere auf die vielen Auftritte, den Gesang und die ausgelassene Stimmung. Anfang Januar planen sie zudem einen Frühschoppen in und mit der Hofbäckerei, dessen Einnahmen sie spenden werden.

Für seine Rolle als Hofbäcker hat es sich Thomas Spitz obendrein nicht nehmen lassen, das Sortiment in seiner Bäckerei über die Karnevalszeit auszuweiten: Neben Garde- und Viergestirnbrot sowie Schoko-Obladen mit Wappen, produziert er „Prinzenstangen“, „Bureremmel“ und „Jungfrauenstängchen“. Verpackt werden die Waren in echten Viergestirns-Tüten,bedruckt mit Porträts der Jecken und den Terminen des Gustorfer Karnevals. Ermöglicht hat das die finanzielle Unterstützung der Gustorfer Geschäftsleute – ein weiteres Zeichen dafür, was gemeinsames Wirken schaffen kann, findet der Prinz.