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Grevenbroich: Kita soll für Turnhallen-Nutzung zahlen

Grevenbroich : Kita soll für Turnhallen-Nutzung zahlen

Erstmals sollte die Kita St. Mariä Geburt 183 Euro für die Nutzung der Schulturnhalle nebenan für ihr Sommerfest zahlen. Die Nothaushaltskommune verweist auf die Ordnungsverfügung des Landrates.

Spielgeräte will der katholische Kindergarten St. Mariä Geburt aus dem Erlös seines Sommerfestes anschaffen. Ursprünglich sollte der vorbereitete Kinderzirkus in der Turnhalle der benachbarten Grundschule öffnen — doch dafür sollte der Kindergarten kräftig zahlen. 183 Euro wollte die Stadt in Rechnung stellen. Der Kindergarten verzichtete auf die Halle und ließ das Fest im Freien steigen — das Wetter spielte zum Glück mit.

Trotz der gelungenen Feier gibt's Verärgerung bei Eltern und der Kita-Leiterin Gabriele Kreuels, sie betont: "Es geht nicht nur um uns, sondern auch um andere Tagesstätten in Grevenbroich. Für Kindergärten sollte die Nutzung städtischer Turnhallen etwa bei Feiern unentgeltlich sein." In früheren Jahren habe die Kita, wie Kreuels berichtet, "die Schulturnhalle kostenlos nutzen können. Wir kooperieren eng mit der Grundschule." Diesmal teilte die Stadt der Tagesstätte mit, dass die Nutzung 95 Euro für die Halle mit Toilettenanlage sowie 88 Euro für vier Stunden Anwesenheit des Hausmeisters koste. "Ich habe mich dann an Bürgermeisterin Ursula Kwasny mit der Frage gewandt, ob es nicht eine andere Möglichkeit gibt", so Kreuels. Doch im Rathaus wird auf die Nutzungsverordnung für öffentliche Gebäude verwiesen — und auf die Verfügung des Landrates. "Früher sind Ausnahmen gemacht worden. Seit der Verfügung des Landrates im Frühjahr, nach der wir alle Einnahmemöglichkeiten auszuschöpfen haben, sind wir gehalten, diese Entgelte zu erheben", erklärt Stadtsprecherin Ines Hammelstein.

Eltern der Kita-Kinder ärgern sich, dass die Tagesstätte das Entgelt zahlen sollte. "Das ist ein Unding", sagt Klaus Wassenberg, und Christa Müller-Abels, Elternvorratsvorsitzender der Kindertagesstätte, erklärt: "Somit kommt der Nothaushalt auch bei den Kleinsten an. Ein fragwürdiger Weg." Sie hält den geforderten Betrag "für unangemessen hoch". Und Kita-Erzieherin Inge Scharner ergänzt: "Bei dem Fest ging es doch um eine gute Sache. "Wenn wir der Stadt das Geld bezahlt hätten, hätten wir viel weniger eingenommen, um für die Kinder neue Geräte zu kaufen."

Dabei sieht die Nutzungsverordnung der Stadt durchaus Ausnahmen zu. Keine Miete gezahlt werden muss etwa für viele Veranstaltungen von Sportvereinen, die dem Stadtsportverband angehören, sowie von Vereinen, die als gemeinnützig anerkannt sind — solange die Veranstaltungen zum Selbstkostenpreis stattfinden und für die Stadt keine weiteren Kosten (Hausmeister, Reinigung) anfallen. Und der letzte Paragraf besagt, dass "über begründete Ausnahmen von dieser Nutzungsordnung im Einzelfall" die Bürgermeisterin entscheide. Doch im Falle der Noithausener Kita gab's eine solche Entscheidung für eine unentgeltliche Nutzung eben nicht.

(NGZ)