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Grevenbroich: Erftverband übernimmt Gewässer komplett

Grevenbroich : Erftverband übernimmt Gewässer komplett

Bislang war die Grevenbroicher Gewässerwelt Flickwerk. Der Erftverband unterhielt die Erft, die Stadt alle weiteren Flüsse und Gräben. Seit dem 1. Juli ist das anders.

Zu diesem Datum hat die Stadt die Unterhaltungs- und Ausbaupflicht für alle Grevenbroicher Gewässer übertragen. Der Erftverband betreut nun auch die restlichen 48 Gewässer-Kilometer.

Darunter zum Beispiel Elsbach, Sodbach und Flotgraben. Die Gewässermeistereien des Erftverbands in Anstel, Frimmersdorf und Münchrat stehen bereit, um die Betreuungsaufgaben der Stadt zu übernehmen. Dazu zählt vor allem Mähen und Treibgutbeseitigung, aber auch Maßnahmen zum Hochwasserschutz.

Die Bürger sollen von der Änderung nicht viel mitbekommen. Erftverbands-Sprecherin Luise Bollig verspricht: "Da erledigen jetzt andere Personen in anderer Kleidung exakt die gleichen Aufgaben."

Die Stadt hat die Gewässer-Betreuung aus Kostengründen übertragen. "Der Erftverband hat die größere Erfahrung und kann das viel wirtschaftlicher erledigen", erklärt Stadtsprecher Andreas Sterken. Schließlich unterhält der Erftverband derzeit Fließgewässer auf einer Länge von insgesamt 1249 Kilometern. 242 Mitglieder hat der Verband. Darunter Kommunen, Kreise, Unternehmen und Industrie, zwischen Euskirchen, Heinsberg und Neuss. Für sie betreut er längst nicht nur die Erft.

Mittlerweile unterhält der Verband auch drei Kanäle in Zülpich, Meckenheim und Rommerskirchen, erforscht Grundwasser- und Flussverhalten rund um den Tagebau, betreibt sieben Hochwasserrückhaltebecken und beseitigt Abwasser und Klärschlamm — unter anderem in Wevelinghoven, Glehn und Grevenbroich.

Rund 100 Millionen Euro sammelt er jährlich für alle Aufgaben an Mitgliedsbeiträgen ein. 40 000 Euro sollen nun jedes Jahr in die 48 Grevenbroicher Gewässer-Kilometer fließen. Und zu Beginn wird gleich kräftig investiert. Die Gewässermeisterei in Frimmersdorf bekommt einen Neubau für 500 000 Euro. Der Zeitplan ist ehrgeizig: Zwar läuft die Ausschreibung noch, doch Erftverbandsvorstand Wulf Lindner sagt: "Bis Ende des Jahres wollen wir fertig sein."

(jahu)