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Serie Traum Auf Rädern: Käfer-Cabrio für Rallyes aufgepeppt

Serie Traum Auf Rädern : Käfer-Cabrio für Rallyes aufgepeppt

Klaus Ewertsen (53) fährt bereits seinen vierten VW Käfer. Das Cabrio von 1979 ist nicht nur wegen seiner Lackierung etwas Besonderes. Mehr als 10 000 Euro und viel Zeit hat der Werkzeugmachermeister in seinen Oldtimer investiert.

Jüchen Das Geld für einen Porsche 964 reichte nicht, aber für ein VW Käfer Cabrio. Es ist schnell erklärt, warum sich Klaus Ewertsen vor fünf Jahren für diesen Oldtimer entschied. In einer weiteren Hinsicht besteht auch viel mehr Bezug zu dem Volkswagen. Ewertsens erste drei Autos waren Käfer, und alle hatten bereits einige Jahre auf dem Buckel.

Nummer eins, Baujahr 1968, kaufte er sich 1979 während seiner Ausbildung zum Gießereimodellschreiner. Nach nur drei Monaten nahm ihm ein Lkw die Vorfahrt, der Unfall führte zu einem Totalschaden am Fahrzeug. Nummer zwei – Baujahr 1961, schilfgrün und mit Felgen in Lilametallic – ereilte ein Kolbenfresser. "Daraufhin habe ich das Auto komplett zerlegt und wieder zusammengebaut. Heute könnte ich das blind", sagt Ewertsen.

In seinen dritten Käfer, Baujahr 1968, baute er einen 60 PS-starken Motor ein. Mit ihm machte er damals die ersten Erfahrungen auf dem Nürburgring, allerdings ohne die legendäre Nordschleife. Auf dem Weg dorthin hätte er über die "Hohe Acht" fahren müssen – und die war zu steil für seinen Käfer.

Fast 25 Jahre lagen dann zwischen Käfer Nummer drei und vier. Dafür sollte das Cabrio dann das erste reine Spaßfahrzeug sein. Der Wagen vom Baujahr 1979 gehört zur letzten Generation der Käfer-Cabrios, die in Deutschland gebaut wurden. Mit seiner Lackierung in Perlmetallic ist er noch einmal mehr etwas Besonderes. "In dieser Farbe wurde er nur drei oder vier Monate angeboten", weiß Klaus Ewertsen. Mit "Doppel-Doppelvergaser" und Sportauspuff würde dieser Käfer auch die "Hohe Acht" am Nürburgring bewältigen, aber mit dem Oldtimer traut sich sein Besitzer nicht auf die Rennstrecke. Stattdessen nimmt er gemeinsam mit Sohn Jan an diversen Orientierungsrallyes für Oldtimer teil.

Auch Ehefrau Susanne ist inzwischen vom Käfer angetan. "Als ich jung war, habe ich gesagt, dass ich niemals einen Käfer fahren würde. Jetzt liebe ich das Auto", sagt sie. Allerdings vermisst sie das typische Motorengeräusch eines Käfers bei dem Oldtimer. Dieses ist nämlich durch die bereits erwähnten neuen Vergaser und den Sportauspuff verloren gegangen. "Jetzt hört er sich kernig an, brüllt fast", sagt Klaus Ewertsen.

Mehr als 10 000 Euro hat er in die Restaurierung des Cabrios investiert. Es zeigte einige Roststellen, das Verdeck war kaputt, die Elektrik war nicht auf dem besten Stand, der Motor wurde auf 65 PS aufgepeppt und das Fahrwerk tiefergelegt. Als Werkzeugmachermeister kann sich der 53-Jährige viele Ersatzteile selbst bauen, doch mit dem Basteln ist er jetzt nahezu fertig: "Die Armaturen und die Türinnenverkleidung könnte ich noch mit Echtleder ausstatten und vielleicht neue Trittbretter anfertigen. Ansonsten wäre nicht mehr viel zu verbessern."

Demnächst wird Klaus Ewertsen dann vom Hobby-Mechaniker wieder verstärkt zum Heimwerker. Eine neue Terrasse für sein Haus, das er über viele Jahre selbst ausgebaut hat, soll als nächstes Projekt angepackt werden.

(stef)