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Grevenbroich: Spanisch bringt mehr Vielfalt ans "Pascal"

Grevenbroich : Spanisch bringt mehr Vielfalt ans "Pascal"

Als eine von nur sechs Schulen in NRW wird das Pascal-Gymnasium zum Schuljahr 2014/15 Spanisch bereits für Sechstklässler anbieten.

Luca, Franziska, Andreas, Daria, André und Charlotte besuchen die fünften Klassen am Pascal-Gymnasium: Sie würden sich gern beim nächsten Spanien-Urlaub in der Landessprache unterhalten — kein unmöglicher Wunsch. Zum Schuljahr 2014/13 wird das Pascal-Gymnasium — als einziges Gymnasium im Rhein-Kreis Neuss und als eine von nur sechs weiterführenden Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen — die spanische Sprache bereits in Klasse sechs anbieten.

Künftig können Sechstklässler drei Fremdsprachen lernen: Englisch kennen sie ab Klasse fünf, in der sechsten Klasse steht nun — neben Französisch oder Latein — Spanisch als dritte Fremdsprache zur Wahl. "Wir stärken damit die Vielfalt an unserer Schule", sagt Direktor Manfred Schauf. In der jüngsten Schulkonferenz haben die Teilnehmer die Weichen für diese Neuerung in der Erprobungsstufe (Stufe fünf und sechs) gestellt.

Weitere Veränderungen stehen für die Mittelstufe (Stufe acht und neun) an: "Wir erarbeiten zurzeit ein Konzept, das auch in der Mittelstufe die Wahl persönlicher Schwerpunkte ermöglicht", erläutert Simone Lüderitz, Koordinatorin für die Mittelstufe. Das Ziel: Die Jugendlichen sollen ihre Fähigkeiten und Neigungen individuell entfalten können. Die ersten Möglichkeiten haben sie dazu bereits als Fünft- und Sechstklässler, wie Jürgen Theilmann, Koordinator für die Erprobungsstufe, erläutert: "Im Rahmen des Ganztags können sich die Schüler für ein bis drei Angebote wie Chor, Roboterbau für Mädchen und Jungen, Schach oder Theater entscheiden."

Französisch, Latein und Spanisch würden unterschiedliche Lernwege für unterschiedlich begabte Schüler bieten: Latein beinhalte einen stark kognitiv geprägten Zugang, Spanisch enthalte — wie Englisch — einen hohen Alltags- und Sprachbezug, Französisch kombiniere beide Lernwege. Bisher würde sich laut Manfred Schauf die Hälfte der Pascal-Schüler für Französisch, die andere für Latein entscheiden. Und: Sprachbegabte Pascal-Gymnasiasten hätten die Chance, vier Sprachen bis zum Abschluss zu lernen.

Für das neue Spanisch-Angebot rechnet er mit hohem Zuspruch, denn: "Wir reagieren damit auf die verstärkten Wünsche von Schülern und Eltern, die wir etwa bei unseren ,Tagen der offenen Tür' erfahren haben." Zudem werde das Pascal-Gymnasium in der Öffentlichkeit häufig als Schule mit starkem naturwissenschaftlichen Profil wahrgenommen, etwa durch Angebote wie PasTec. Jetzt werde der Sprachbereich deutlich gestärkt. "Damit bereiten wir unsere Schüler auch auf die zunehmende Globalisierung vor. Wir bieten mit Englisch, Französisch und Spanisch alle drei Verkehrssprachen der westlichen Zivilisation an", sagt der Schulleiter. Und Simone Lüderitz ergänzt: "Spanisch wird — mit Ausnahme von Brasilien — auch in Südamerika gesprochen."

Und die sechs Fünftklässler? Sie wollen nicht direkt nach Südamerika — ihnen würde Unterricht im Fachraum Spanisch genügen. Dort könnten sie etwa auf der Landkarte unter der spanischen Flagge auch das schönste Ziel für die nächste Spanien-Reise auswählen.

(NGZ)