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Grevenbroich: Parken soll doppelt so teuer werden

Grevenbroich : Parken soll doppelt so teuer werden

Die Verwaltung plant, die Parkgebühren in der Innenstadt deutlich anzuheben. Der gebührenfreie Samstag soll überall dort, wo wochentags gezahlt wird, abgeschafft werden. Werbering-Chef Fred Schlangen warnt vor den Folgen.

Die Parkgebühren in der Grevenbroicher Innenstadt sollen deutlich angehoben werden. Das geht aus einem Vorschlag der Verwaltung hervor, den der Bauausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag, 21. September, berät. Geht das Papier so durch, dann müssen Autofahrer in Zukunft doppelt so viel fürs Parken in der City bezahlen. Zurzeit liegen die Gebühren bei zehn Cent pro zehn Minuten, in Zukunft sollen 30 Cent für jede Viertelstunde fällig werden. Bei einer Parkdauer von einer Stunde müssten Autofahrer folglich 1,20 Euro statt bisher 60 Cent zahlen. Stadtsprecher Andreas Sterken verweist darauf, dass die geplante Erhöhung Teil des Maßnahmenkatalogs zur Haushaltssanierung ist.

Bürgermeisterin Ursula Kwasny hatte zuletzt mehrfach angekündigt, dass die Bürger angesichts der dramatischen Haushaltslage Abschied von liebgewonnenen Standards nehmen müssten. Die Verwaltung argumentiert nun, im Vergleich zu anderen Städten seien die Parkgebühren in Grevenbroich bislang äußerst günstig. So sind in Dormagen die ersten 30 Minuten gebührenfrei, danach kostet jede angefangene Stunde einen Euro. In Bergheim sind laut Verwaltung 20 Minuten kostenfrei, danach werden 70 Cent je halbe Stunde fällig. Grevenbroich soll nun Gebühren in ähnlicher Größenordnung verlangen. Fred Schlangen, Chef des Werberings, hält dies für den falschen Schritt. "Die Kunden wissen die vergleichsweise günstigen Parkgebühren in Grevenbroich zu schätzen. Sie sind ein wichtiger Standort-Vorteil für die Schlossstadt", betont Schlangen. "Eine Erhöhung würde den Standort Grevenbroich schwächen. Vielleicht nimmt die Stadt mehr bei den Parkgebühren ein — aber auf Sicht vermutlich weniger Gewerbesteuer."

In der Politik ist die geplante Erhöhung ebenfalls umstritten. SPD-Ratsfrau Martina Suermann hält das Vorhaben angesichts des städtischen Schuldenbergs für vertretbar. "Die Gebühren in Grevenbroich sind ja in der Tat bislang vergleichsweise niedrig, und wir können es uns nicht mehr erlauben, Geschenke zu machen", sagt sie. Allerdings hat sie Verständnis für die Sorgen der Händler. "Möglicherweise müssen die Modalitäten überarbeitet werden. Es wäre doch zum Beispiel möglich, die erste halbe Stunde Parken gebührenfrei zu halten."

Das allerdings sieht das von der Verwaltung vorgelegte Papier nicht vor. Zudem sollen die gebührenfreien Samstage bald Geschichte sein, Autofahrer sollen dann fürs Parken zahlen. FDP-Ratsherr Markus Schumacher mahnt: "Die niedrigen Gebühren sind ein Wettbewerbsvorteil für Grevenbroich, und den sollte man nicht leichtfertig aufs Spiel setzen." Dieter Dorok (Grüne) spricht sich für eine Erhöhung aus. "Natürlich wird das den Autofahrern nicht gefallen. Aber die Stadt muss ihre Einnahmen steigern — und die geplante Erhöhung ist moderat."

Ralf Cremers (CDU) weist darauf hin, dass es am Platz der Republik auch in Zukunft kostenfreie Parkplätze geben wird. "Diese Ausweichmöglichkeiten bleiben. Ich halte die geplante Erhöhung der Gebühren daher für grundsätzlich vertretbar."

(NGZ)