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Grevenbroich: Stadt soll Konzentration von Sportstätten prüfen

Grevenbroich : Stadt soll Konzentration von Sportstätten prüfen

Braucht jeder Ort einen Sportplatz? Oder sind zentrale Anlagen für mehrere Vereine eine bessere Lösung? Das will die SPD wissen.

Muss jeder Ort einen eigenen Sportplatz haben? Oder können Anlagen an bestimmten Stellen der Stadt konzentriert und von mehreren Vereinen genutzt werden? Diese Fragen soll die Stadtverwaltung klären, dazu wurde sie im Finanzausschuss von der SPD aufgefordert. Der Hintergrund: "Wir wollen wissen, ob sich Einspareffekte durch die Konzentration von Anlagen ergeben. Möglicherweise lässt sich damit auch das Angebot im sportlichen Bereich verbessern", sagt Ratsfrau Rosi Cremer.

Das Vorbild steht im Bend: Mit dem Geld aus dem Verkauf des Noithausener Sportplatzes konnte vor Jahren das Orkener Stadion ausgebaut werden. "Die SG Orken-Noithausen findet dort heute hervorragende Bedingungen vor", meint SPD-Fraktionsvize Holger Holzgräber. Dieses Beispiel sollte Schule machen, meinen die Sozialdemokraten — etwa mit der schon seit geraumer Zeit geplanten Zusammenführung der Sportanlagen in Neurath und Frimmersdorf.

Und nicht nur dort: Die SPD regt an, auch die 2008 im Sportstätten-Entwicklungsplan angeregte zentrale Anlage in der Nähe des Bahnübergangs Zweifaltern noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Das Projekt sieht eine Arena vor, die von den Vereinen aus Wevelinghoven, Kapellen und Hemmerden genutzt werden könnte. "In Zeiten knapper Kassen sollte auch über diese Möglichkeiten nachgedacht werden — aber immer im Dialog mit den Betroffenen", meint Cremer.

Vor diesem Hintergrund regt die Sportpolitikerin auch eine interkommunale Zusammenarbeit an, etwa mit der Nachbargemeinde Jüchen. "Dort gibt es eine wunderbare Tartanbahn, die von den Leichtathleten des Turnklubs Grevenbroich mitgenutzt werden könnte — auch darüber sollte in finanziell schlechten Zeiten nachgedacht werden."

Weitere Einsparmöglichkeiten im Bereich der Sportanlagen würden sich nach SPD-Meinung nach dem Bau des neuen Schlossbades ergeben: "Unseres Erachtens könnten die Lehrschwimmbäder in Neurath und Frimmersdorf dann geschlossen werden. Und über die Zukunft des Neukirchener Bades muss man nachdenken", betont Cremer.

Eine Verlagerung des Schlossstadions kommt für die SPD nicht in Frage. "Diese Anlage soll vor Ort bleiben und muss ausgebaut werden, da gehört ein Kunstrasen hin", meint Holger Holzgräber. Zudem ließe sich das Gelände nicht anderweitig vermarkten: "Zum einen liegt es im Überschwemmungsgebiet der Erft, zum anderen spricht der Denkmalschutz dagegen."

Und nicht nur der: Grundsätzlich hat der Landrat der Stadt solche Kompensationsgeschäfte untersagt. "Nach seiner Verordnung dürfen wir keine Grundstücke mehr verkaufen, um den Erlös für die Ertüchtigung städtischer Anlagen einzusetzen", sagt Sportdezernent Michael Heesch. Die Realisierung neuer Großanlagen wie "Zweifaltern" sei vor diesem Hintergrund mehr als schwierig, so Heesch. Er will die von der SPD verlangten Antworten geben, bleibt aber weiter auf der von der Politik vorgegebenen Marschrichtung — "der ortsnahen Versorgung mit Sportanlagen".

(NGZ)