Grevenbroich: Innovationsregion als Impulsgeber

Grevenbroich: Innovationsregion als Impulsgeber

Das Projekt "Innovationsregion Rheinisches Revier" soll die Stadt Grevenbroich nach vorne bringen – bei der Ausweisung des interkommunalen Gewerbegebiets und bei der Umwandlung der RB 38 zur S-Bahn. Das hofft die SPD.

Das Projekt "Innovationsregion Rheinisches Revier" soll die Stadt Grevenbroich nach vorne bringen — bei der Ausweisung des interkommunalen Gewerbegebiets und bei der Umwandlung der RB 38 zur S-Bahn. Das hofft die SPD.

Für zwei Projekte, die die Stadt Grevenbroich nach vorne bringen können, wollen sich die SPD-Landtagsabgeordneten Rainer Thiel, Guido van den Berg, Stefan Kämmerling und Bundestagsabgeordneter Stefan Nietan einsetzen: für die Umwandlung der RB 38 in eine S-Bahn und das interkommunale Gewerbegebiet an der A 540.

Unter dem abstrakten Begriff "Innovationsregion Rheinisches Revier (IRR)" sind Kommunen gebündelt, die vom Berg- und Tagebau geprägt sind. Da sein Ende absehbar ist, hat die damalige rot-grüne Landesregierung im Koalitionsvertrag das Projekt IRR festgeschrieben. Sein Ziel: Die Region fit für die Zeit nach der Kohle zu machen. Daran arbeiten Politiker, Wissenschaftler, Unternehmen und Gewerkschaften.

Beispiel S-Bahn Wenn die Innovationsregion für Logistikunternehmer attraktiv sein will, muss sie laut Rainer Thiel über die notwendige Verkehrsinfrastruktur verfügen. Für die Stadt Grevenbroich bedeute dies: "Die RB 38 muss zur S-Bahn ausgebaut werden." Einwände von Hans-Jürgen Petrauschke, Landrat des Rhein-Kreises-Neuss, dass die Ausgaben dafür zu hoch seien, lässt der SPD-Landtagsabgeordnete nicht gelten: "Das ist eine Frage der Priorität. Der Landrat will stattdessen die Verbindung zwischen Kaarst und Venlo ausbauen. Das kostet auch 40 Millionen Euro." Der Ausbau der RB 38 stelle nicht nur eine Stärkung von Grevenbroich dar, sondern sei ein "Projekt, das maßgeblich für die gesamte Region sei". Zudem wären die Arbeitsplätze in Grevenbroich besser erreichbar.

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Die Bedeutung sei auch in der letzten IRR-Beiratssitzung im Dezember bestätigt worden: Dort wurde eine Machbarkeitsstudie für das S-Bahn-Projekt vorgestellt. Darin sei der RB 38 laut Guido van den Berg, SPD-Landtagsabgeordneter aus dem Rhein-Erft-Kreis, "eine hervorragende Rentabilität in der Betrachtung der Kosten-Auslastungs-Berechnung attestiert worden".

Beispiel interkommunales Gewerbegebiet Die Stadt Grevenbroich will mit der Nachbarkommune Jüchen ein Gewerbegebiet an der A 540 verwirklichen. Das Problem: Noch ist die Fläche nicht im Regionalplan, der jetzt neu aufgestellt wird, festgeschrieben. Denn Grevenbroich hat, so Rainer Thiel, noch einige alte Gewerbeflächen und deshalb nach Einschätzung der Bezirksregierung "keinen Bedarf". Hier sieht Thiel eine Chance durch die Innovationsregion. "In Zukunft werden große Flächen, wie es sie zwischen Grevenbroich und Jüchen gibt, benötigt — gerade für Logistiker." Zwar habe sich Jüchen bereits einen Namen als Logistikstandort gemacht. Nun müsse es auch in Richtung Grevenbroich weitergehen. Doch Grevenbroich würde es — ähnlich wie Dormagen beim Gewerbegebiet Silbersee — ohne regionale Zusammenarbeit wie sie die IRR biete — sehr schwer haben, diese Gewerbegebiete zu erhalten.

Für den SPD-Landtagsabgeordneten Thiel und Dietmar Nietan, MdB und im Beirat der IRR, stellt das Innovationsprojekt eine "bisher einmalige Bündelung von Kräften" dar. Stefan Kämmerling, SPD-Landtagsabgeordneter aus dem Kreis Aachen, sieht darin "das lang erwartete Ende der Kirchturmpolitik. Wir haben hier die Chance, Kreis- und parteiübergreifend für die IRR zu arbeiten." Stefan Nietan verweist auch auf eine Herausforderung: "Wenn etwa der Dürener Bürgermeister nur eine kleine Gewerbefläche anbieten kann und darauf zugunsten eines größeren Areals in der Region verzichtet." Doch es sei besser, Arbeitsplätze innerhalb der Innovationsregion zu generieren, als sie an ein anderes Bundesland zu verlieren.

(NGZ)
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