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Grevenbroich: Polizei stoppt Zugverkehr im Bahnhof

Zwischenfall in der Regionalbahn 39 : Polizei stoppt Zugverkehr im Bahnhof

Zwei parallel verlaufende Zwischenfälle legten am Freitagabend den Bahnverkehr in Grevenbroich lahm. Ein offenbar verwirrter Mann befand sich auf den Gleisen, zudem soll angeblich ein Schuss auf die RB 39 abgefeuert worden sein.

Gut zwei Stunden lang ging am Freitag Abend im Grevenbroicher Bahnhof gar nichts mehr. Der ein- und ausfahrende Zugverkehr wurde komplett gestoppt. Aus zwei Gründen: Gegen 19.20 Uhr befand sich ein 26 Jahre alter Mann auf den Gleisen, der vor der Polizei geflüchtet war. Nahezu zeitgleich war es in der von Neuss kommenden Regionalbahn 39 zu einem Zwischenfall gekommen, der bislang noch nicht geklärt ist. In dem Triebwagen war eine Scheibe zu Bruch gegangen.

Auf der Strecke zwischen Neuss und Grevenbroich habe der Fahrdienstleiter der RB 39 ein Geräusch vernommen, das sich wie ein Schuss angehört habe, teilte am Sonntag ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage unserer Redaktion mit. Im Grevenbroicher Bahnhof sei für den Zug zunächst die Weiterfahrt beendet gewesen. Er sei von Mitarbeitern des Ermittlungsdienstes untersucht worden. Dabei sei festgestellt worden, dass eine Scheibe beschädigt wurde – und zwar von außen.

 „Wodurch, können wir noch nicht hundertprozentig sagen“, so die Bundespolizei. Hinweise auf einen gezielten Schuss gebe es nach derzeitigem Stand allerdings nicht. Vielmehr würden die Ermittler davon ausgehen, dass die Scheibe „maximal durch einen Stein“ beschädigt wurde. Ob zufällig oder vorsätzlich, stehe noch nicht fest, die Untersuchungen würden fortgesetzt. Wie der Sprecher betonte, habe die Bundespolizei bereits Anzeige wegen gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr erstattet. „Wir bleiben weiter an der Sache dran.“

Die beschädigte Scheibe gibt der Bundespolizei noch Rätsel auf. Foto: Dieter Staniek

Parallel zu dem Vorfall in der Regionalbahn 39 kam es am Freitagabend zu einem weiteren Einsatz im Grevenbroicher Bahnhof. Die Polizei wurde verständigt, nachdem ein Mann eine Frau auf dem Bahnsteig belästigt hatte. „Daraufhin sind zwei Streifenwagen ausgerückt“, schilderte ein Sprecher der Kreispolizei gegenüber unserer Redaktion.

Als sich die Beamten auf dem Bahnsteig einfanden, bekam es Mann wohl mit der Angst zu tun. Der 26-Jährige sei ins Gleisbett gesprungen und über die Schienen getürmt. „Da es dunkel und der Mann nicht mehr zu sehen war, haben wir den Bahnverkehr sperren lassen – um auf Nummer sicher zu gehen“, sagte der Sprecher. Bei der Fahndung nach dem Flüchtigen wurde auch ein Hubschrauber der Bundespolizei eingesetzt.

Die RB stand zwei Stunden still. Die Fahrgäste mussten den Triebwagen verlassen. Foto: Dieter Staniek

Der Flüchtige sei schließlich von Beamten der Grevenbroicher Wache gestellt worden. Der Mann haben einen verwirrten Eindruck gemacht; die Polizei geht nicht davon aus, dass er eine Straftat verüben wollte. Gegen 21.30 Uhr wurde der Zugverkehr wieder freigegeben.