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Grevenbroich: Pascal-Schüler zeigen beeindruckende Jahres-Arbeiten.

Villa Erckens in Grevenroich : Pascal-Schüler zeigen beeindruckende Jahres-Arbeiten

John Doe ist ein stattlicher Kerl, 1,95 Meter hoch. Mit gichtigen Gliedmaßen fingert er gierig nach dem Betrachter, den es gruselt. Doppelt gruselt, wenn er bedenkt, dass alle Einzelteile des Strandpiraten tatsächlich aus niederländischen Nordsee-Dünen stammen.

Franziska Patzner hat den Freibeuter aus Treibgut zusammengesetzt, das sie an einem Wochenende sammelte. Nun steht er in der Villa Erckens und ist umgeben von zehn Unikaten. Der Kunstprojektkurs des Pascal-Gymnasiums stellt in der Dachkammer des Museums der niederrheinischen Seele die Ergebnisse einer einjährigen intensiven Arbeit aus.

Die Aufgabe war anspruchsvoll. Kunstlehrerin Dagmar Boesen schickte den Kurs in das Clemens-Sels-Museum nach Neuss: „Schaut Euch um, was es dort für Bilder gibt und startet dann euer eigenes Kunstprojekt. Nehmt euch ein Bild als Vorbild und macht etwas daraus.“

Die Kursteilnehmer lernten das Neusser Museum kennen. Sobald jeder ein Vor-Bild gefunden hatte, wurden Aufbau und Techniken analysiert, danach das eigene Kunstwerk entwickelt. Von der Wahl von Format und Technik, über die Beschaffung des Bilderrahmens bis hin zur Konzeption der Ausstellung – alles gehörte zum Projektkurs Kunst; neben der Abi-Vorbereitung.

Dabei mussten die Schüler zunächst mit sich selber ins Reine kommen. „Ich habe fast ein halbes Jahr lang gebraucht, bis ich ein Bild gefunden hatte und mir klar war, wie ich daraus mein eigenes Kunstwerk entwickele“, sagt Angelika Gatermann. Ausgehend von Heinrich Camperdonks „Heiliger Julian, jagend“ aus dem Jahr 1907 entstand in mehreren Versuchen eine Computer-Grafik – Titel: „Die Jagd“. Gleichzeitig galt es, auf die anderen zu achten. Anna-Lena Gehlen kam in einem zweiten Anlauf zu ihrem Acrylbild „L’Identité perdue“, das einen nackten Menschen zeigt, der sich in den sozialen Medien verfangen hat. „Ich hatte zunächst einen anderen Ausgangspunkt – und habe dann noch einmal gewechselt, weil ein Mitschüler dasselbe Ausgangsbild ausgewählt hatte.“ Jörn Uitdewilligen und Franziska Patzner starteten von einem Öl-Schinken mit Galeonen aus dem Jahr 1650. Fransziska schuf John Doe, Jörn eine Weltraumszene als Computergrafik. „Alle elf Arbeiten sind einzigartig und auf einem sehr hohen Niveaus“, sagte Kunstlehrerin Boesen. Dabei stützt sie sich auf das Urteil von Fachkollegen und den Ritterschlag des Clemens Sels Museums. Das hat die elf Künstler eingeladen, ihre Werke in Neuss auszustellen – vom 10. September bis zum 24. Oktober.