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Grevenbroich: Kabarett und Musik in der Pascal-Aula

Martin Zingsheim in Grevenbroich : Kabarett und Musik in der Pascal-Aula

Der Kabarettist Martin Zingsheim war jetzt in der Reihe „Kultur extra“ zu Gast. Am Schluss des heiter-musikalischen Abends richtete der Kölner einen Appell an sein Grevenbroicher Publikum.

Dass Corona unser aller Alltag bis ins Letzte bestimmt und sich auch in unser Denk- und Verhaltensrepertoire geradezu Humor-reduzierend eingeschlichen hat, ist in den vergangenen beiden Jahren bis ins Kleinste deutlich geworden. Umso befreiender wirkte der kabarettistisch-musikalische Rundumschlag, den Martin Zingsheim mit seinen beiden kongenialen Musikerkollegen Claus Schulte (Schlagzeug) und Martin Weber (Geige, Gitarre) jetzt im Pädagogischen Zentrum des Pascal-Gymnasiums im Rahmen der städtischen Veranstaltungsreihe „Kultur extra“ vollführte.

„Normal ist das nicht“ lautet denn auch treffend der Titel des neuen Programms, mit dem der Kölner Künstler Zingsheim seit Oktober vergangenen Jahres auf Bühnentournee ist – und wie immer assoziativ und treffsicher die Pointen über die gesellschaftliche Realität setzt. Ob Homeschooling, Gleichberechtigung in Job und Kindererziehung oder aber Gender-Themen – Martin Zingsheim spielt gekonnt mit den Kategorien des vermeintlich „Normalen“ und hält seinem Publikum in sympathischer Weise den Spiegel vor.

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Der vielfach ausgezeichnete Musiker und Kabarettist erhebt aber nicht den strengen moralischen Zeigefinger, sondern ermuntert sein Publikum, vielmehr nicht den Humor und vor allem die Fähigkeit über sich selbst lachen zu können, zu verlieren. Zingsheim, seit rund zehn Jahren mit seinen vielfach ausgezeichneten Soloprogrammen auf den Kleinkunstbühnen des Landes unterwegs, war an diesem Abend bereits zum zweiten Mal seit 2016 in Grevenbroich zu Gast.

Am Ende seines abwechslungsreichen Programms standen schließlich Dank und Appell zugleich: Ein Dank an Zuschauer und Veranstalter, die in schwierigen Zeiten Kultur weiterhin ermöglichen, und ein Appell, nicht zu vergessen, dass Kultur den Menschen als Menschen auszeichnet. Dem war nichts mehr hinzuzufügen.

(NGZ)