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Rommerskirchen: Kulturcafé 2022 soll im März starten

Kultur in Rommerskirchen : Von Fake News  und „Freuwilligen“

Die von der Corona-Pandemie in den vergangenen beiden Jahren gebeutelten Organisatoren des Rommerskirchener Kulturcafés hoffen auf eine möglichst normale Spielzeit. Für 2022 geplant sind fünf Kleinkunstabende.

Sulaiman Masomi am 6. März 2020 und Onkel Fisch am 12. November 2021: Das waren die Künstler, die die bis jetzt letzten Veranstaltungsabende im Rommerskirchener Kulturcafé der evangelischen Kirchengemeinde am Grünweg bestritten hatten. Die Coronapandemie hatte weitere Gastspiele verhindert, ebenso wie eine gebührende Würdigung des 30-jährigen Bestehens des Kulturcafés im vergangenen Jahr – sehr zum Bedauern des Stammpublikums, das das hohe Niveau auf der Kleinkunstbühne zu schätzen weiß. Nun gibt es einen Silberstreif der Hoffnung am Horizont, dass das Kulturleben in Rommerskirchen ab März wieder Auffrischungen erlebt.

Denn Walter Grubert, der sich im Team mit Thomas Spitzer und Hilmar Konrad um die Organisation der Kulturcafé-Reihe kümmert, lässt sich nicht unterkriegen. Im Gegenteil: Mit schier unerschütterlichem Optimismus  kündigt er die baldige Fortsetzung der Kabarettabende an. „Corona wird uns ab März nicht mehr daran hindern“, sagt er – in der festen Überzeugung, wieder ein unterhaltsames Programm zusammengestellt zu haben, das den Zuschauern Freude bereiten wird. Einzige Einschränkung: „Wir wissen nicht, ob es Corona-Regeln geben wird. Wir werden darüber rechtzeitig informieren“, so Grunert.

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Fünf Termine mit interessanten Künstlern haben die Organisatoren festgemacht. Die Veranstaltungen im Überblick:

18. März Zum Neustart tritt Thomas Schreckenberger mit seinem Programm: „Nur die Lüge zählt“ auf die Bühne am Grünweg. Dabei soll ich alles um die Wahrheit und vor allem um die Lüge in all ihren Ausprägungen drehen. Denn: Gelogen wird ständig und überall. Dabei gibt es harmlose Lügen („Ich hab‘ ja nichts anzuziehen!“) oder Lügen, um den anderen nicht zu verletzen. Aber dann gab es auch immer schon gefährliche Lügen, die das Ziel hatten, bewusst in die Irre zu führen und oft Unheil über viele Menschen brachten. Das Internet dient dabei inzwischen als Brandbeschleuniger. Schreckenberger seziert Fake-News, Verschwörungstheorien und Facebookeinträge. Zu welchen Erkenntnissen der vielfach ausgezeichnete Kabarettist kommt, wird sich am 18. März herausstellen.

13. Mai An diesem Tag gibt es ein Wiedersehen mit Severin Groebner, der schon 2015 am Gillbach zu Gast war. Er präsentiert sein Programm „Gut möglich“. Im Mittelpunkt steht die Frage: „Wo sehen Sie mich in den nächsten 50 Jahren?“ Severin Groebner, die „Wiener Kassandra aus dem Gemeindebau“, will unerschrocken einen Blick in die Zukunft werfen. Fünfmal schaut er ins Futur und findet sich in unterschiedlichen Situationen wieder: Bankrott, berühmt, bescheuert, bekehrt und beerdigt.

10. Juni Fee Badenius, die zuletzt 2019 mit ihrer Band im Kulturcafé auftrat, kommt diesmal mit einem Soloprogramm.  Nach zehn Jahren auf der Bühne mit Liedern und Texten sieht sie es an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Geplant ist aber kein Best-Off, keine bloße Aneinanderreihung von bekannten Liedern, vielmehr will sie „ein musikalisches Poesiealbum“ öffnen. Bekannte Nummern sollen gleichwertig neben selten gespielten Raritäten stehen, die nicht auf CD aufgenommen oder nur selten live gespielt wurden. Dazu wird Fee Badenius Geschichten über die Lieder hinaus erzählen.

9. September Premiere im Kulturcafé feiert Justus Krux. Sein Programm: „Kommste noch auf ‚nen Kaffee mit hoch“ entführt das  Publikum in das Leben eines Anwalts Justus Krux nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in die für viele eher fremde und schwer verständliche unverständliche Welt des Rechtswesens. Jura als kabarettistische Satire – damit besetzt Justus Krux eine Sparte, die dem Zuschauer einen Blick hinter die Kulissen der Anwälte, Gerichte und Mandanten gewährt, pointiert vorgetragen durch einen Rechtsanwalt aus erster Hand.

25. November Möglicherweise der bekannteste Kopf im diesjährigen Programm ist René Steinberg. Er gibt in Rommerskirchen die Parole aus: „Freuwillige vor! – jetzt erst recht!“ Dahinter verbirgt sich Steinbergs Überzeugung, die Gesellschaft müsse mehr Humor wagen Dabei soll das Publikum erleben, was Humor ist und wie man sich mit diesem „gegen all die Beklopptheiten unserer Zeit“ wappnet.