1. NRW
  2. Städte
  3. Grevenbroich

Grevenbroich: Mann randaliert in Teststation – weil er nicht warten will

Wutausbruch in Grevenbroich : Mann randaliert in Corona-Teststation – weil er nicht warten will

Am Montag hat ein Mann an der Schillerstraße randaliert. Er wollte nicht warten – obwohl die Mitarbeiter die Teststelle nach einem Positiv-Test desinfizieren mussten. Schließlich rückte die Polizei an.

Weil ihm die Wartezeit zu lang war, hat ein Mann am Montag im Corona-Testzentrum an der Schillerstraße nahe des Bahnhofs großen Schaden angerichtet. Der Mann randalierte in den Räumlichkeiten, deformierte eine massive Stahltür, warf einen Desinfektionsmittel-Spender um und schlug diverses Test-Equipment zu Boden. Verletzt wurde niemand, die Mitarbeiter konnten sich nach Auskunft von Betreiber Niko Gössing rechtzeitig in Deckung bringen. Der Schaden: wohl mehr als 2500 Euro, allein für die zerstörte Tür.

Vor der Randale soll sich der Kunde darüber beklagt haben, warten zu müssen. „Immer wenn ein Corona-Schnelltest positiv ausfällt, schließen wir die Station, um sämtliche Kontaktflächen zusätzlich zu desinfizieren, darunter Türklinken und Stühle. Und unsere Mitarbeiter wechseln zur Sicherheit ihre Schutzkleidung“, sagt Niko Gössing. „Das kann zwei bis drei Minuten dauern, aber nicht länger.“ Diese Wartezeit war dem Kunden offenbar zu lang. „Er sagte, dass er einen wichtigen Termin wahrnehmen müsse und deshalb nicht warten könne“, berichtet Gössing, der so einen Wutausbruch eines Kunden noch nie erlebt hat.

  • (Symbolbild)
    Corona im Rhein-Kreis Neuss : Aktuell 2932 Menschen nachweislich infiziert
  • Warn-App und Tests im Rhein-Kreis Neuss : Richtig handeln bei Corona-Verdacht
  • Der städtische Ordnungsdienst kontrolliert die Einhaltung
    Was geht und was nicht : Diese Corona-Regeln gelten in Leverkusen

Der Randalierer war dem Grevenbroicher zufolge schon einige Male in dem Testzentrum – bis Montag allerdings immer unauffällig. Dadurch waren auch seine Daten inklusive Name in der Datenbank des Testzentrums hinterlegt. Die Mitarbeiter riefen die Polizei, der Täter flüchtete. Durch die Angaben in der Datenbank des Testzentrums dürfte es für die Beamten später jedoch ein Leichtes gewesen sein, den Mann zu ermitteln. Die Polizei bestätigte am Montag auf Anfrage, dass es einen entsprechenden Einsatz im Testzentrum gab und der Täter ermittelt werden konnte. Es wurde eine Anzeige gefertigt.

Betreiber Niko Gössing ist froh, dass sich die Wut des Mannes „nur“ gegen die Gegenstände in der Teststelle richtete und er nicht auch dem Personal gegenüber handgreiflich wurde. „Wir haben dann alles aufgeräumt und konnten das Zentrum relativ schnell wieder öffnen, um die nächsten Kunden zu bedienen, die einen Termin gebucht hatten.“

Laut Gössing gibt es immer wieder Kunden, die ihren Corona-Frust im Testzentrum auslassen. „Das macht sich auch an unserer Hotline bemerkbar“, berichtet er. Allgemein seien viele wegen der Schutzmaßnahmen verunsichert, manche würden sogar telefonisch nachfragen, welcher Impfstoff vom Testzentrum empfohlen werde. „Andere sind sehr dankbar, dass wir auch an Feiertagen testen. Zu Weihnachten sind wir mit Karten und Geschenken nahezu überhäuft worden.“