Dieter von Montfort ist Hobby-Astronom

Hobby-Astronom mit eigener Sternwarte : Im siebten Sternenhimmel

Dieter von Montfort blickt auf ein Leben voller Ehrenämter zurück. Nach seinem Abschied aus dem BSV-Vorstand will er sich jetzt mehr seinem liebsten Hobby widmen: der Astronomie. Dazu nutzt er seine eigene Sternwarte.

Während der Generalversammlung des Bürgerschützenvereins Neukirchen hatte Präsident Bernhard Padberg keine leichte Aufgabe: Nach 46 Jahren Mitarbeit im Vorstand hatte sich der Vizepräsident Dieter von Montfort entschlossen, sich nicht mehr zur Wiederwahl zu stellen. Der 70-Jährige ist in Grevenbroich kein Unbekannter, hat er sein Leben doch stets dem Ehrenamt verschrieben und sich in seiner Freizeit für Vereine, Institutionen und somit für die Gesellschaft eingesetzt.

„Dieter von Montfort war nicht nur dabei, er war stets mittendrin“, sagt Padberg über den jetzigen BSV-Ehren-Vizepräsidenten, der dem Verein zwar noch erhalten bleibt, aber – wie er betont – nur dann, wenn es Aufgaben sind, die er „vom Schreibtisch aus“ erledigen kann. „Nun will ich mir mehr Zeit für mein liebstes Hobby, das noch vor dem Schützenverein kommt, nehmen: meiner Sternwarte“, sagt von Montfort. Unmittelbar unter dem Himmelszelt – auf einer ehemaligen Garage – steht in seinem Garten die private Sternwarte, eine Aluminium-Kuppel, die dafür sorgt, dass er sich in den Weiten des Kosmos auskennt, und zwar bestens. Andererseits kennen ihn und seine Alu-Kuppel alle.

Seine Leidenschaft für die Astronomie begann in früher Kindheit. „Mit elf Jahren bekam ich zu Weihnachten einen Baukasten geschenkt und verleimte mein erstes Fernrohr aus Pappe“, erinnert er sich. „Seitdem sind die Fernrohre mit meiner Begeisterung für die Astronomie gewachsen.“ Der Refraktor mit etwa 300-facher Vergrößerung krönt schließlich seine Sternwarte, die er vor fast 30 Jahren eingerichtet und in der er so manche Nacht verbracht hat, um besondere Himmelsspektakel zu beobachten. Vor 25 Jahren gründete Dieter von Montfort die Astrofreunde Neuss-Grevenbroich, denen etwa zwei Handvoll Astro-Fans angehören. Zudem leitet der ehemalige Leiter der St.-Hubertus-Grundschule Neuss auch nach seiner Pensionierung noch die Astronomie-AG und besucht auch andere Schulen in der Umgebung, um spannende Vorträge über ferne Galaxien zu halten.

Nicht nur viele Kinder, auch erwachsene Menschen hat er in seinem bisherigen Leben geprägt. „Sogar mir fallen nicht alle Stationen meines Ehrenamts ein“, gibt er lachend zu. Seine wichtigsten Grundpfeiler im Leben fallen ihm jedoch sofort ein: „Meine Familie, mein Beruf als Lehrer, die Kirchengemeinde, die Sportgemeinschaft und der Bürgerschützenverein.“ Für Dieter von Montfort ist es seit jeher selbstverständlich, Verantwortung in allen Lebensbereichen zu übernehmen. Fast immer lag der Schwerpunkt dabei auf Tätigkeiten, die mit der Arbeit mit Kinder und Jugendlichen zu tun hatten. Zum Beispiel war er an der Pfarrkirche in Neukirchen Ministrant und bald darauf Oberministrant, mit 18 wurde er Pfarrjugendleiter – aber schon ein Jahr zuvor war er Jugendfußballtrainer in der Sportgemeinschaft und wurde gleichzeitig als Schiedsrichter eingesetzt. Im Alter von 15 Jahren wurde der Schützenzug gegründet, dem er bis 1986 als Zugführer vorstand, aber auch nur, weil ihn ab diesem Zeitpunkt größere Aufgaben im Vereinsvorstand forderten. 26 Jahre lang wurden alle Protokolle von ihm notiert und teilweise noch handschriftlich ins Protokollbuch übertragen. Als Vizepräsident begann er Ende der 90er Jahre, ein computerunterstütztes Vereinsarchiv aufzubauen, in das er auch den großen Block Mitgliederverwaltung integrierte. „Nebenbei“ wurden mehr als 2000 Bilder, die derzeit verfügbar sind, von ihm mit Namen und Datum versehen. Doch nicht nur für sein Engagement, sondern auch für seinen unverwechselbaren Humor schätzen ihn die Menschen in seiner Umgebung: „Ich habe als Vizepräsident im BSV Erfahrungen mit drei Präsidenten gemacht, mit allen war es eine gute und kameradschaftliche Zusammenarbeit. Natürlich fliegen auch mal die Tassen, aber es hat immer Spaß gemacht“, bilanziert von Montfort.

36 Jahre Mitarbeit im Kirchenvorstand von St. Jakobus, Vorbeter bei der bekannten „Bergheim-Prozession“ von Neukirchen nach Bergheim, Schiedsmann am Amtsgericht Grevenbroich, Gründer des Ortsverbandes Neukirchen der „Deutschen Kriegsgräberfürsorge“, CDU-Schriftführer – seine Aufgaben waren vielfältig. Und jetzt? „Ich habe immer noch die Sterne, da gibt es kein Vertun“, sagt er – und seine Augen funkeln fast so schön wie die Himmelskörper.

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