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Handball: TV Aldekerk erreicht 27:27 beim SV Allensbach

Handball : TV Aldekerk erkämpft wichtigen Punkt

Der ATV erreicht in der Aufstiegsrunde nach einem Sieben-Tore-Rückstand zu Beginn der zweiten Hälfte noch ein 27:27 beim SV Allensbach und hat weiter glänzende Aussichten auf den Sprung in die Zweite Bundesliga der Frauen.

Für das erste Fazit von Yvonne Fillgert reichten wenige Worte. „Das war auf jeden Fall ein gewonnener Punkt“, sagte die Trainerin des TV Aldekerk erleichtert und blickte dabei auf eine am Ende spannende sowie hektische Partie zurück. Dank einer starken kämpferischen Leistung in der zweiten Hälfte erreichte der TV Aldekerk am Samstagabend in der Aufstiegsrunde zur Zweiten Handball-Bundesliga der Frauen ein 27:27 (12:17) beim SV Allensbach. Die Mannschaft hat nach dem Punktgewinn der Marke besonders wertvoll damit weiter glänzende Chancen, den Sprung in die zweithöchste Klasse zu schaffen.

Der Tag hatte für die Aldekerkerinnen schon früh begonnen. Ehe sich die Mannschaft um 9 Uhr in den mit Schlafstellen komfortabel ausgestatteten Reisebus setzen konnte, stand erst einmal der erste Corona-Test des Tages an. Acht Stunden später musste am Bodensee der zweite Test absolviert werden, die vom langen Sitzen müde gewordenen Beine wurden bei einem Spaziergang gelockert. Und direkt nach der Begegnung wurde die Rückfahrt an den Niederrhein angetreten. Morgens um 5 Uhr war die Mannschaft wieder in der Heimat.

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Beim Anwurf am Samstagabend waren die Grün-Weißen zunächst noch auf der Höhe. Doch recht schnell zeichneten sich Feldvorteile für den Gastgeber ab. „Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig Druck in der Defensive entwickelt“, sagte Fillgert. „Wir waren in der Abwehr oft zu weit von unseren Gegenspielerinnen weg und haben deshalb keinen rechten Zugriff bekommen.“

Und weil die Allensbacherinnen häufig ihre entscheidenden Aktionen in der Offensive setzten konnten, fehlte dem ATV auch der schnelle Ballvortrag und man musste bei den Angriffen ins gebundene Spiel. Nach gut 20 Minuten kippte die Partie bei einem Aldekerker 9:10-Rückstand dann deutlich in Richtung des Gastgebers. Die Mannschaft vom Bodensee mit der erneut treffsicheren Nadja Greinert (15/8) nutzte die Lücken in der Aldekerker Defensive konsequent aus und kam so zu einer komfortablen 17:12-Führung zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel schraubte der SV Allensbach seinen Vorsprung sogar auf sieben Tore (19:12, 35. Minute) in die Höhe. Doch dann erwachte das Kämpferherz der Aldekerkerinnen. Sie stemmten sich mit aller Macht gegen die drohende Niederlage. Tugce Cengiz war ins Tor gerückt und der Abwehrriegel insgesamt etwas offensiver ausgerichtet worden. So arbeiteten sich die Gäste langsam, aber sicher heran.

Es spielte den Aldekerkerinnen bei ihrer Aufholjagd in die Karten, dass der SVA sich in dieser Phase zwei Zeitstrafen leistete, in deren Verlauf Svenja Rottwinkel die Chance zum Ausgleich nutzte (23:23, 48.). Die letzten Minuten der Partie wurden zum Nervenspiel. In der ruppigen Schlussphase produzierten beide Teams technische Fehler, nutzten freie Einwurfmöglichkeiten nicht oder kassierten unnötige Zeitstrafen. Doch der ATV ließ sich nicht verunsichern und blieb fokussiert.

Das 26:24 des Gastgebers konnte der ATV egalisieren. Und auch das letzte Tor des SV Allensbach zum 27:26 konnte noch ausgeglichen werden. Lena Heimes schließlich war es, die knapp 40 Sekunden vor dem Abpfiff in Unterzahl – Puck Verlinden hatte eine Zwei-Minuten-Strafe erhalten – den Endstand herstellte.

„Wir haben uns in der Defensive deutlich steigern können“, sagte Yvonne Fillgert. „Allensbach hat nicht mehr so einfache Tore erzielt. Wir kamen dadurch besser ins Angriffs- und Gegenstoßspiel.“ Am Ende war es ein Punkt, der durch die tolle Moral und den großen Kampfeswillen der Grün-Weißen als verdient bezeichnet werden konnte.

Mit 3:1-Zählern hat der ATV weiterhin gute Aussichten, den Aufstieg aus eigener Kraft zu erreichen. Weiter geht es für die Aldekerkerinnen am kommenden Sonntag, wenn sie um 15 Uhr beim bisher punktlosen Frankfurter Handballclub antreten müssen. Bei einem Erfolg hätte der ATV wenigstens schon Platz drei sicher, der zu Relegationsspielen gegen den Drittletzten der Zweiten Bundesliga berechtigt.

Der TV Aldekerk wird in der Begegnung in Frankfurt an der Oder auf Angelina Huppers verzichten müssen. Sie hatte sich nach knapp zehn Minuten in Allensbach einen Nasenbeinbruch zugezogen und wird für den Rest der Aufstiegsrunde wohl ausfallen.