Golf : Der Weg zum Golfstar beginnt in Afrika

Hendrik Beins unternimmt seine ersten Schritte als Profi-Golfer. Der 22-jährige Kerkener hält sich zurzeit in Ägypten auf, wo in der nächsten Woche die "Pro Golf-Tour" startet. Nächstes Ziel ist die Qualifikation für die "Challenge Tour".

Man darf gespannt sein, ob David Burke ein guter Prophet ist. "Als ehemaliger Berufsspieler sage ich voraus, dass Hendrik mal berühmt wird", hatte sich der Golflehrer des GC Issum bereits vor einigen Jahren geäußert. Inzwischen macht Hendrik Beins ernst. Der 22-jährige Kerkener startet in der nächsten Woche seine Karriere als Profi-Golfer. Die "Pro Golf-Tour" - dabei handelt es sich um so etwas wie die Dritte Liga der europäischen Golfer - wird wegen des besseren Wetters in Afrika eröffnet. Beins hält sich bereits seit einigen Tagen in Ägypten auf, um sich auf das Turnier "Red Sea Egyptian Classic" in einem Ort namens Ain El Sokhna vorzubereiten.

Der junge Gelderländer wird im Rahmen der Serie, die im Februar und im März zunächst in Marokko fortgesetzt wird, sämtliche 21 Turniere bestreiten. Und er hat sich viel vorgenommen. Am Ende soll der Aufstieg in die "Challenge Tour" stehen - dann wäre Beins bereits in der "Zweiten Liga" des Golfsports vertreten. "Ich bin zuversichtlich, dieses Ziel erreichen zu können. Dazu muss in der Gesamtwertung ein Platz unter den ersten Vier herausspringen. Das ist nur möglich, wenn man wenigstens einen Turniersieg feiert", erzählte der Kerkener gestern während einer kurzen Trainingspause.

Im Moment investiert der junge Mann noch kräftig in das "Projekt Golfstar". Flugreisen, Unterkünfte und Startgebühren müssen aus eigener Tasche bezahlt werden. Unterstützt wird Hendrik Beins von einigen Geschäftsleuten und Unternehmern aus dem Gelderland, die er im Gelderner Golf-Club Schloss Haag und im heimischen GC Issum kennen gelernt hat.

Etwas Geld lässt sich auf der "Pro Golf-Tour" nur verdienen, wenn man zielsicher und schnell einlocht. 5000 Euro gibt's für einen Turniersieg. Wer in der Vorrunde scheitert, fährt auf der anderen Seite mit leeren Händen nach Hause. Doch der Kerkener ist zuversichtlich, in einigen Jahren seinen Traum von der Teilnahme an der "European Tour" - so etwas wie die Königsklasse des europäischen Golfsports - verwirklichen zu können.

Der 22-Jährige, der im zarten Alter von acht Jahren seine ersten Versuche auf der Driving Range wagte und sich seit dem Erwerb der Mittleren Reife voll und ganz auf Golf konzentriert, bringt alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Karriere mit. Hendrik Beins startet mit dem herausragenden Attribut "plus 3". Soll heißen, dass der Kerkener eine 18-Loch-Anlage mit Platzstandard 72 im Durchschnitt mit 69 Schlägen absolviert.

Zum Vergleich: Der Düsseldorfer Martin Kaymer, der in den vergangenen Jahren zum Weltstar avanciert ist, war im gleichen Alter mit "plus 4" nur minimal besser. Der Issumer Golflehrer David Burke geht weiterhin jede Wette ein, dass sein ehemaliger Schützling einmal ein ganz Großer wird. Der Engländer hat Hendrik Beins schon auf mehreren Turnieren als Caddie begleitet und das Wägelchen mit den Schlägern über den Platz gezogen - ein Zeichen ganz großer Anerkennung.

(RP)