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Sevelen: Quarantäne wegen Corona im St. Antoniushaus

Corona-Entwicklung am Niederrhein : Bewohner einer Station im St.-Antonius-Haus in Sevelen stehen unter Quarantäne

Bei einer Bewohnerin wurde die britische Virus-Variante festgestellt. Die gesamte Station wurde daraufhin unter Quarantäne gestellt. Ein Angehöriger fragt nach, ob das so sein muss.

Günter Broschk aus Neukirchen-Vluyn macht sich Sorgen. Er kümmert sich um seinen Schwiegervater in Sevelen, der bisher regelmäßig seine 102-jährige Lebenspartnerin Johanna im St.-Antonius-Haus besucht. Weniger als 100 Meter trennen das Paar, der tägliche Besuch gehörte zum Leben der beiden dazu.

Der ist aktuell nicht mehr möglich, weil die Station, auf der die 102-Jährige lebt, unter Quarantäne steht. Trotz Impfung könne man sich immer noch mit Corona anstecken, erklärt der Einrichtungsleiter Dennis Küper. Die Bewohner haben die zweite Impfung bereits hinter sich. Die erste Impfung war Mitte Januar, die zweite drei Wochen später Anfang Februar. Bei einer Bewohnerin wurde bei einem der regelmäßigen Teste im St.-Antonius-Haus die britische Corona-Variante festgestellt und die sei nun einmal hoch ansteckend, so Küper. Zwischen der zweiten Impfung und der festgestellten Infektion lagen 14 Tage.

Weil die Virusvariante so ansteckend ist, habe das Gesundheitsamt die gesamte Station unter Quarantäne gestellt, auch zwei Mitarbeiter haben sich angesteckt. Sie sind ohne Symptome, die Bewohnerin sei auf dem Weg der Besserung, fasst Küper die Lage zusammen. Günter Broschk appelliert an die Mitmenschlichkeit und wünscht sich, dass sein Schwiegervater und seine Lebensgefährtin sich endlich wieder sehen können.

„Telefonieren geht, mehr nicht“, erklärt Küper. Die Quarantäne-Regelung funktioniere wie in einem Haushalt. Auch da seien bei einem Corona-Ausbruch alle Familienmitglieder betroffen. „Unser Altenpflegeheim ist nichts anderes als ein Haushalt.“ Außerdem habe man sich an die Auflagen des Gesundheitsamtes zu halten. Sie dienten schließlich dazu, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet. Montag werde das Gesundheitsamt die Lage überprüfen, die vorgeschriebene Quarantäne-Zeit wäre dann um. Es wird noch einmal getestet. Denn in der aktuellen Situation sei Vorsicht nun einmal oberstes Gebot, betont Küper.