Geldern: Matthias Gasche leitet Gelderland-Klinik

Geldern: Matthias Gasche leitet Gelderland-Klinik

Die Reha-Fachklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie hat einen neuen ärztlichen Direktor. Der 54-Jährige hat zuvor Kliniken für ambulante psychosomatische Rehabilitation in Düsseldorf und in Essen geleitet.

Seit kurzem hat die Reha-Fachklinik für psychosomatische Medizin und Psychotherapie, die Gelderland-Klinik, einen neuen ärztlichen Direktor: Matthias Gasche. Zur offiziellen Übergabe stellte er sich in einem Gespräch vor. Wer ist der Mann, der bereits seit Mitte vorigen Jahres vor Ort ist und jetzt den Platz von Chefarzt Dr. Klaus Peter Krieger einnehmen wird?

"Ich bin 54 Jahre alt, verheiratet und habe eine 19-jährige Tochter", informiert Gasche mit einem Lächeln. "Meine Eltern waren in der Gemeinde tätig, und so komme ich bereits aus einer Familie, in der soziales Engagement großgeschrieben wurde. An der Medizin fand ich von Anfang an das am meisten interessant, was mit Menschen an sich zu tun hat." So kam er zur Psychosomatik, denn "es ist eine Arbeit, die mit den politischen und sozialen Gegebenheiten der Leute zu tun hat". Das Beschäftigen mit den Bedingungen der Krankheiten sowie das Eingehen auf das gesamte Umfeld der Betroffenen faszinieren ihn seit vielen Jahren.

Gasche studierte in Frankfurt am Main und bekam dort 1993 seine Teil-Approbation. Später war er unter anderem Assistenzarzt in der Nähe von Oldenburg und beendete in Bad Grönbach seine Ausbildung zum Facharzt. Ab 2005 leitete er elf Jahre lang eine Klinik für ganztägige, ambulante psychosomatische Rehabilitation in Düsseldorf und parallel dazu sogar eine weitere für zwei Jahre in Essen. Ebenfalls 2005 besuchte Gasche zum ersten Mal die Gelderland-Klinik, da dort an Konzepten gearbeitet wurde, die sich mit seiner eigenen Arbeit überschnitten.

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Doch was hat ihn bewogen, dort schließlich als Chefarzt zu arbeiten? "Ich war hier schon mit den Gegebenheiten vertraut, und die Gelderland-Klinik ist einfach eine hocheffiziente und hochetablierte psychosomatische Klinik. Zudem war auch die Cusanus-Trägergesellschaft Trier, ein kirchlicher, fairer Träger, ausschlaggebend. Denn er verzichtet weitgehend auf Rendite, was mittlerweile leider eine Ausnahme darstellt. Deshalb stehen nämlich mehr finanzielle Mittel bereit, und so können wir unsere Patienten deutlich besser behandeln", betont Gasche.

Seit dem Jahr, das er nun bereits in Geldern verbracht hat, haben Dr. Krieger und er bereits zwei Pilotprojekte gestartet. Beide wurden von außen, von Kostenträgern, angefragt. Die für die AOK und die Deutsche Rentenversicherung Rheinland entwickelten Konzepte haben beide für die Patienten die effiziente Rückkehr zur Arbeit zum Ziel. Gasche erinnert daran, dass es "gleichzeitig auch verschiedene gut laufende Projekte gibt, die natürlich weitergeführt werden. Vielleicht werden wir in Zukunft sogar noch enger mit den Kostenträgern zusammenarbeiten".

Existiert ein bestimmtes Motto, nachdem Chefarzt Matthias Gasche vorgeht? Was gibt ihm jeden Tag die Kraft, den Menschen zu helfen? "Für mich ist es so, dass wir, wenn wir die Welt betrachten, sehen, dass vieles aus den Fugen gerät. Gewaltschwellen sinken, der Alltag ist gefährlicher geworden. Es gibt Motivationen wie den übermäßigen Konsum, der den Leuten einfach nicht gut tut. Gegen all diese Entwicklungen können wir hier im Kleinen, mit der Klinik, dem Campus, den 128 engagierten Angestellten, einen Kontrapunkt setzen." Denn viele Dinge könne man nicht einfach nur mit Medikamenten behandeln. "Unser und mein Ziel ist es, hier, in unserem Bereich, ein Stück Ordnung und Genesung einzubringen, jeden Tag aufs Neue."

(cnk)