Handball: Der Teamplayer

Karsten Wefers ist Handballer mit Leib und Seele. Auf dem Feld, aber auch abseits davon. Seit Beginn des Jahres koordi-niert er die Jugendarbeit beim TV Aldekerk. 24 Mannschaften pro-fitieren von seinem außergewöhnlich großen Engagement.

Er ist einer der jungen und ehrenamtlich tätigen Menschen, die bereit sind, anzupacken, sich in die Vereinsarbeit einzubringen, Verantwortung zu übernehmen und trotz Arbeit oder Studium viel Freizeit für Kinder und Jugendliche zur Verfügung zu stellen. Die Rede ist von dem 25 Jahre alten Karsten Wefers, der seit Beginn dieses Jahres als Jugendkoordinator die Fäden im breit aufgefächerten Jugendbereich des Aldekerker Handballs in Händen hält.

"Die Bedeutung des Amtes bei einem Verein, dessen Markenzeichen die herausragende Jugendarbeit ist, ist mir bewusst", antwortet der ehemalige Regionalliga-Spieler, "für diese Aufgabe fühle ich mich stark genug, mein Alter sehe ich dabei nicht als ein Problem an."

Talente fallen nicht vom Himmel, weiß auch Wefers, und deshalb möchte er die ausgezeichnete Arbeit seines Vorgängers Carsten Hilsemer beim TV Aldekerk fortsetzen und weiter vorantreiben.

"Warum ich das mache? Das ist relativ einfach. Weil es genau mein Ding ist. Da stecke ich drin, dafür brenne ich!" Auch Hilsemer konnte sich ganz offensichtlich keinen besseren Nachfolger gewünscht haben. "Karsten ist zuverlässig, verantwortungsvoll, kompetent und engagiert. Ich bin davon überzeugt, dass er das Konzept des Vereins weiter erfolgreich verfolgen wird", sagt Hilsemer.

Wefers wohnt mittlerweile in Aldekerk, studiert in Essen Deutsch und Sport auf Lehramt und nimmt sich sehr viel Zeit für die Vereinsarbeit. "Ich habe nicht das Gefühl, dass ich im Leben was verpasse. Mir macht es nichts aus, stundenlang in der Sporthalle zu sein", führt Wefers aus, "weil mir die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen Spaß macht und mir gleichzeitig auch viel gibt. Wenn ich sehe, dass sie ebenfalls Spaß haben und ich zudem erkennen kann, dass sie sich weiterentwickeln, dann verspüre ich Freude und Genugtuung."

Man bekommt schnell einen Eindruck davon, weshalb sich Wefers so intensiv in der Jugendarbeit des ATV engagiert und was ihn dazu bewogen hat, die anspruchsvolle Aufgabe des Jugendkoordinators zu übernehmen. Er ist nicht zuletzt Handballer durch und durch, der auch nach einer Auswechslung von der Bank aus leidenschaftlich bei der Sache ist. Das Handball spielen hat er bei der Turnerschaft in Grefrath gelernt. Bereits im Alter von 14 Jahren trainierte er dort die F-Jugend. Sein Vater war ebenfalls Trainer im gleichen Verein. Aufgewachsen ist er mit zwei Geschwistern, die Familie ist ihm wichtig.

"Vielleicht sind das die Komponenten, die mich geprägt und nun zum Jugendkoordinator beim ATV gemacht haben. Es scheint tatsächlich in mir drinzustecken", mutmaßt der angehende Pädagoge.

24 Jugendmannschaften mit etwa 400 Aktiven stehen unter seiner Regie, dazu kommen zwei Seniorenmannschaften und eine große Zahl von Trainern, von denen die meisten wenigstens die Grundlizenz besitzen, und Betreuer. Die Größe der Aufgabe macht ihm keine Angst, denn er ist ein Teamplayer, der seine Entscheidungen mit Jugendtrainern und Betreuern bespricht, diskutiert und Fehler verzeiht.

"Karsten zeigt Einsatz und besitzt fachliche Qualität. Er löst Probleme, ist umgänglich, loyal und seriös", beschreibt ihn Jugendtrainerin Andrea Niederholz, "er regt Sachen an, bringt Ideen mit, ist zielstrebig und hat bereits angefangen, Ideen umzusetzen."

Erste Akzente hat Wefers beim TV Aldekerk tatsächlich bereits gesetzt, indem er beispielsweise die Verantwortlichkeiten für die Jugendmannschaften neu strukturiert und auf mehrere Schultern verteilt hat. Als eines seiner Ziele nennt er, professionellere Strukturen zu bilden, um kontinuierlich Jugendliche auf hohem Niveau auszubilden und an höhere Aufgaben heranzuführen. "Das soll jetzt aber nicht heißen, dass der Breitensport bei uns zu kurz kommt, jedes Kind ist nach wie vor herzlich willkommen, aber es sollen auch nicht laufend unsere besten C-Jugendlichen von anderen Vereinen weggeholt werden", erklärt Wefers.

"Die Entscheidung, Karsten in die Verantwortung zu nehmen, ist mir leicht gefallen, denn ich bin von seinen Fähigkeiten und seinem Engagement überzeugt", sagt Willi Nellessen. Der zweite Vorsitzende des Aldekerker Turnvereins bekomme diesbezüglich viele positive Rückmeldungen von Kindern und Eltern.

Reichliche Erfahrungen und Ideen durfte Wefers während eines freiwilligen Auslandjahres vor gut zwei Jahren in Schweden sammeln, das er bei LIF Lindesberg, einem Handballverein mit großem Namen und großer Tradition, aktiv verbrachte. "Mein Traum ist die Realisierung eines Handballinternats mit mir als Lehrer in der hiesigen Umgebung", schwärmt Wefers und hält die Umsetzung dieser großen Idee nicht für undenkbar.

(ütz)